Tiny Observatorium

18.03.2026 / 18:30 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Bei geeignetem Wetter werden kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 18:30 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir bei entsprechender Sichtbarkeit den Mond, die jeweiligen Planeten sowie Doppelsterne, Nebel und Galaxien zeigen. Die Beobachtung erfolgt mit dem Auge am Teleskop. Eine Projektion auf einem Schirm wäre technisch möglich. 

Ein unvergessliches für alle Interessierten ohne Vorkenntnisse und aller Altersklassen. Des Weiteren können Fragen zur theoretischen und praktischen Astronomie gestellt werden.

Bild: Das Tiny Observatorium am Banter See / Foto: Ralf Schmidt AVWF

Vorankündigung: Tag der Astronomie und Raumfahrt

28.03.2026 / 13:30 – 18:00 Uhr Jade Hochschule / Friedrich-Paffrath-Straße 101, 26389 Wilhelmshaven

Dieser Tag soll die Bedeutung der Astronomie und Raumfahrt für die Gesellschaft und für unsere Region hervorheben. Die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth am Standort Wilhelmshaven ist der Sitz des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE), einem Verbund aus fünf Hochschulen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung. Neben der gastgebenden Jade Hochschule sind die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, der Astronomie Club Ostfriesland e. V., der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V., der Aerospace Point of Contact, Aviaspace Bremen e. V., Aviation Niedersachsen e. V und weitere Institutionen. Unsere beiden Vortragenden kommen von der Universität Bremen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll noch ein Großer Tag der Astronomie und Raumfahrt folgen, welcher aufgrund der zeitlichen Nähe zu Ostern am 28.03.2026 zwecks Teilnahme von möglichst vielen Institutionen und Unternehmen entsprechend verschoben wurde. Doch hat auch der jetzige Tag sehr viel Interessantes zu bieten.

Programm

13:30 – 14:00 Uhr: Einlass / Ansprachen

14:00 – 15:00 Uhr: Uhr Vortrag I

15:00 – 16:00 Uhr: Austausch, Kennenlernen und Netzwerken

16:00 – 17:00 Uhr: Vortrag II

17:00 – 18:00 Uhr: Anschauen, Diskutieren und Fragen

19:00 Uhr – Ende: Tiny Observatorium (Sternwarte) am Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Vortrag I / Dr. Jacob Heinz / Astrobiologe / Universität Bremen

„Von Sternenstaub zu Marsmikroben: Was untersucht die Astrobiologie?“

Wie entsteht Leben im Universum und könnte es auch außerhalb der Erde existieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Astrobiologie, ein interdisziplinäres Forschungsfeld an der Schnittstelle von Astronomie, Chemie, Geologie und Biologie. Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Themen dieses Forschungsfeldes: von den kosmischen Voraussetzungen für die Entstehung von Sternen und Planetensystemen über die Bildung der chemischen Elemente, die Leben ermöglichen, bis hin zur Habitabilität von Planeten. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, warum sich unser Nachbarplanet Mars so anders entwickelte als die Erde und weshalb er nicht zu einer „Erde 2.0″ wurde.

Ob der Rote Planet eventuell trotzdem Leben hervorbrachte und eventuell immer noch beherbergt, ist Gegenstand aktueller astrobiologischer Forschung. Dazu untersuchen Forschende auf der Erde extreme Lebensräume, die als Analoga für marsähnliche Bedingungen dienen, wie etwa die extrem trockenen und salzhaltigen Böden der Atacama-Wüste in Chile. Solche Feldstudien liefern wichtige Hinweise darauf, wo und wie man auf dem Mars nach Leben suchen könnte. Im Vortrag werden Einblicke gegeben von Forschenden aus Bremen, die in der Atacama-Wüste nach „marsähnlichen“ Mikroorganismen gesucht haben.

Bild 1 und Quelle: Dr. Jacob Heinz / Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) / Universität Bremen


Vortrag II / Dr. Christian Peters / Sozialwissenschaftler / Universität Bremen

„Sind wir allein? UFOs, Politik und die Frage nach dem Anderen“

Warum beschäftigt sich ein Politikwissenschaftler eigentlich mit UFOs? Während die Naturwissenschaften versuchen, ungewöhnliche Phänomene am Himmel technisch zu erklären, stellt sich ihm eine ganz andere Frage: Was sagt die nicht enden wollende Faszination für UFOs eigentlich über uns selbst aus? Und: Was würde passieren, wenn morgen aus Mutmaßung Realität würde, wenn tatsächlich unmissverständliche Signale aus weiter Ferne auftauchen oder in unserer direkten Umgebung eine nicht widerlegbare Beobachtung dokumentiert würde? Brechen dann die Aktienmärkte ein? Was sagen die großen Religionen dazu? Und was könnte die Existenz überlegener Intelligenz für unser Selbstverständnis als Wissenschaft – und als Spezies – bedeuten?

Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuelle Diskussion rund um sogenannte Unidentified Anomalous Phenomena (UAP) – von den UFO-Debatten des Kalten Krieges bis zu den jüngsten Anhörungen im US-Kongress. UFOs sind nicht nur rätselhafte Objekte am Himmel – sie sind Projektionsflächen für Hoffnungen, Ängste und Zukunftsvorstellungen. Sie berühren Fragen nach technologischem Wandel, nach Vertrauen in staatliche Institutionen, nach Transparenz und Geheimhaltung. Und sie lassen sich politisch instrumentalisieren: um Aufmerksamkeit zu lenken, neue sicherheitspolitische Themen zu setzen oder schlicht Deutungshoheit zu beanspruchen.

Der Vortrag schlägt außerdem eine Brücke zu aktuellen Debatten über künstliche Intelligenz. Auch dort geht es um Intelligenz, die nicht menschlich ist – und darum, wie Gesellschaften auf diese Möglichkeit reagieren. Tatsächlich berührt das UFO-Thema eine der grundlegendsten Fragen überhaupt: Sind wir allein? Die bloße Möglichkeit anderer intelligenter Wesen im Universum verändert zwangsläufig den Blick auf uns selbst. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Politik oder Technologie, sondern um unsere Stellung im Ganzen – eine Frage, die früher vor allem Religion und Philosophie stellten. Genau deshalb kann ein Blick auf UFOs überraschend viel über unsere Gesellschaft, unsere Ängste und unsere Zukunft verraten.

Bild 2 und Quelle: Dr. Christian Peters / International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) / Universität Bremen. 

Anschauen, Austauschen, Kennenlernen, Netzwerken. Tiny Observatorium

Der Tag der Astronomie und Raumfahrt ermöglicht allen Interessierten in geselligen Runden einen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Institutionen und Vereinen. Des Weiteren können Bilder, Exponate, Teleskope und weitere Geräte bestaunt werden. Ab 19:00 Uhr ist das Tiny Observatorium, eine mobile Sternwarte, am Banter See geöffnet und bei schlechtem Wetter mindestens bis 20:00 Uhr zu besichtigen.

Bild 3: Großes Teleskop auf einen Autoanhänger / David Schmidt / Astronomie Club Ostfriesland e. V. / Foto von Reimund Hahn AVWF

Die Veranstaltung ist kostenlos und frei zugänglich. Um Anmeldung wird zwecks Planung gebeten, sie ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme! Kontaktdaten finden sich auf dieser Website.

28.03.2026 / 19:00 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Zum Tag der Astronomie werden bei geeignetem Wetter kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 19:00 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir bei entsprechender Sichtbarkeit den Mond, die jeweiligen Planeten sowie Doppelsterne, Nebel und Galaxien zeigen. Die Beobachtung erfolgt mit dem Auge am Teleskop. Eine Projektion auf einem Schirm wäre technisch möglich. 

Ein unvergessliches für alle Interessierten ohne Vorkenntnisse und aller Altersklassen. Des Weiteren können Fragen zur theoretischen und praktischen Astronomie gestellt werden.

Bild 4: Tiny Observatorium am Banter See / Quelle: Reimund Hahn AVWF

Workshop Astrofotografie

15.03.2026 / 14:00 – 18:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20 , 26382 Wilhelmshaven

Workshop „Astrofotografie“

Pilot / Amateur-Astronom Ralf Schmidt / Astronomischer Verein Wilhelmshaven-Friesland

Im Workshop „Astrofotografie“ geht es um die Fotografie von astronomischen Objekten und die Bearbeitung der Bilder mit speziellen Programmen.

Jedes astronomische Objekt hat seine spezifischen Anforderungen. So gibt es einmal die Astrofotografie von Objekten unseres Sonnensystems: Sonne, Mond, Planeten, Zwergplaneten und Kleinkörper (Kometen und Kleinplaneten). Im Rahmen der Deep-Sky-Astrofotografie kommen Sternhaufen, Nebel, Galaxien und Galaxienhaufen in den Fokus.

Mit speziellen Filtern können bestimmte Einzelheiten sichtbar und fotografisch erfasst werden. Durch Bearbeitung mit der dazugehörigen Software können die Bildqualität verbessert und weitere Einzelheiten sichtbar gemacht werden.

Schon mit dem Smartphone können einfache Astrofotografien oder sogar Spektren aufgenommen werden. Es gibt sogar Adapter, um Smartphones mit den Okularen von Teleskopen zu verbinden. Professioneller sind spezielle Teleskopkameras.

Der kostenlose Workshop bietet einen breiten Einblick in die Astrofotografie und ist für alle frei zugänglich.

Im Anschluss werden bei geeignetem astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten.

Bild: Der letzte Workshop vom 16.03.2026 / Foto: Reimund Hahn AVWF

Vortrag: „Die Astronomie der kleinsten Teilchen“ / Tiny Observatorium

14.03.2026 / 17:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20 , 26382 Wilhelmshaven

Vortrag „Astronomie der kleinen Teilchen“

Prof. Dr. Björn Poppe / Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Der Raum zwischen den Planeten ist voll von kleinen Objekten, die uns dabei helfen können, viele wichtige Fragen zu beantworten: Warum haben die Gallier in den Asterix-Heften nur Angst davor, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt? Warum starben die Dinosaurier aus? Was ist der Mann im Mond? Wieso zählt man Löcher auf der Raumstation?  Was macht Brian May heute? Warum gibt es in Oldenburg eine der aktivsten Sternwarten Nordeuropas? Und wo ist die zweite Hälfte des Meteoriten Oldenburg?

Die Astrophysik der kleinen Objekte beschäftigt sich mit der Beobachtung und Analyse von kleinen Objekten im Sonnensystem, deren Größe zwischen Staubkorn und einigen Kilometern variieren kann. Viele dieser Objekte sind seit der Frühzeit des Sonnensystems unverändert und erlauben uns, in eine Zeit vor der Entstehung unserer Welt zu schauen. Gelangen diese als Meteoriten auf die Erde, geben sie uns die einmalige Möglichkeit, diese Vergangenheit in den Händen zu halten. Krater auf der Erde und dem Mond sind Zeugen großer Einschläge und zumindest eines belegbaren Massenaussterbens. In diesem Vortrag geben wir ihnen einen Überblick über die faszinierende Physik der kleinen Objekte und werden ihnen die Gelegenheit geben einige Meteoriten mit eigenen Händen selbst zu untersuchen.

Der Vortrag ist kostenlos.

Bild 1: Björn Poppe / Quelle: Björn Poppe – Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

14.03.2026 / 19:00 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Bei geeignetem Wetter werden kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 19:00 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir den Mond, die sichtbaren Planeten sowie Nebel und Galaxien zeigen. Eine Beobachtung ist sowohl mit dem Auge am Teleskop als Projektion auf einem Schirm möglich.

Bild 2: Das Tiny Observatorium in der Abenddämmerung / Foto: Reimund Hahn AVWF

Tiny Observatorium

11.03.2026 / 18:30 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Bei geeignetem Wetter werden kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 18:30 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir bei entsprechender Sichtbarkeit den Mond, die jeweiligen Planeten sowie Doppelsterne, Nebel und Galaxien zeigen. Die Beobachtung erfolgt mit dem Auge am Teleskop. Eine Projektion auf einem Schirm wäre technisch möglich. 

Ein unvergessliches für alle Interessierten ohne Vorkenntnisse und aller Altersklassen. Des Weiteren können Fragen zur theoretischen und praktischen Astronomie gestellt werden. 

Bild: Das Tiny Observatorium am Banter See / Foto: Ralf Schmidt AVWF

Vortrag „Gravitation und Gravitationswellen“ / Tiny Observatorium

07.03.2026 / 17:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20 , 26382 Wilhelmshaven

Vortrag „Gravitation und Gravitationswellen“

Prof. Dr. Claus Lämmerzahl / Universität Bremen / ZARM

Das Thema dieses Vortrages ist die Gravitation mit allen ihren Erscheinungsformen, wobei 10 Jahre nach ihrer Entdeckung die Gravitationswellen besonders betrachtet werden sollen. Gravitation ist mit seinem Äquivalenzprinzip einzigartig. Es wird anschaulich gezeigt, worin diese Einzigartigkeit besteht, was Gravitation wirklich ist, und wie Gravitationswellen sich äußern und damit detektiert werden können. Gravitationswellen können vielfach erzeugt werden, z.B. von sich umkreisenden Schwarzen Löchern oder Neutronensternen oder während der frühen Phase des Universums. Mit der Beobachtung von Gravitationswellen lernen wir viel über das Universum und über alles, was sich darin befindet. 

Der Vortrag ist kostenlos.

Bild 1: Prof. Dr. Claus Lämmerzahl / Quelle: ZARM – Universität Bremen

07.03.2026 / 19:00 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Bei geeignetem Wetter werden kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 19:00 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir den Mond, die sichtbaren Planeten sowie Nebel und Galaxien zeigen. Eine Beobachtung ist sowohl mit dem Auge am Teleskop als Projektion auf einem Schirm möglich.

Bild 2: Das Tiny Observatorium am Banter See / Foto: Ralf Schmidt AVWF

Zukunftskonzept: Weltraumwirtschaft in der Region Weser-Ems

Zukunftskonzept: Von „Energy-Hub“ zum „Energy- and Space-Hub“

Innerhalb der nächsten Jahrzehnte dürfte die Bedeutung des Weltalls für die Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere für die Wirtschaft, sehr stark zunehmen. Schon jetzt hat die Weltraumwirtschaft ein Volumen von über 600 Milliarden US-Dollar. Bis zum Jahr 2035 soll dieses Volumen nach einer Studie von McKinsey & Company und dem Weltwirtschaftsforum aus dem Jahr 2024 auf 1,8 Billionen US-Dollar anwachsen. Die Weltraumwirtschaft wächst jährlich um neun Prozent, deutlich mehr als die Wirtschaft auf der Erde.

Nach einer Definition der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ („OECD“) umfasst die Weltraumwirtschaft „alle Aktivitäten und die Nutzung von Ressourcen, die im Zuge der Erforschung, des Verständnisses, des Umgangs mit und der Nutzung des Weltraums Werte und Vorteile für den Menschen schaffen und bereitstellen“.

Die moderne Kommunikation und Navigation, die Wettervorhersage und die Erforschung des Erdklimas, erfolgen schon heute weltraumgestützt. Auch sicherheitspolitisch wächst die Bedeutung des Weltraums. In Zukunft werden der Abbau von fast unbegrenzten Mengen benötigter Rohstoffe von anderen Himmelskörpern, die Fertigung unter Bedingungen der Schwerelosigkeit, die weltraumgestützte Nutzung der Solarenergie und auch der Weltraumtourismus an Bedeutung gewinnen. Kolonisierung und Terraforming von Himmelskörpern dürften erst in ferner Zukunft eine Rolle spielen, doch werden die Grundlagen hierfür schon jetzt mit der aktuellen Forschung und Entwicklung von Technologien geschaffen. Der erste Schritt hierzu dürfte auch eine permanente, bemannte Station auf dem Mond sein.

Die Entwicklung der Weltraumwirtschaft erfordert auch neue Ausbildungs- und Studiengänge sowie neue Arbeitsplätze. Die bisher hauptsächlich an Universitäten angesiedelte Erforschung des Weltalls sollte überdies als „Technische Astronomie“ und „Weltraumwirtschaft“ in das Fächerkanon der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Eingang finden. Neben den benötigten Technologien müssen auch die Gesellschaft und das Weltraumrecht weiterentwickelt werden, so dass wir als Menschheit insgesamt vor großen Herausforderungen in Raum und Zeit stehen.

Die Entwicklung der Weltraumwirtschaft erfordert auch neue Ausbildungs- und Studiengänge sowie neue Arbeitsplätze. Die bisher hauptsächlich an Universitäten angesiedelte Erforschung des Weltalls sollte überdies als „Technische Astronomie“ und „Weltraumwirtschaft“ in das Fächerkanon der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Eingang finden. Neben den benötigten Technologien müssen auch die Gesellschaft und das Weltraumrecht weiterentwickelt werden, so dass wir als Menschheit insgesamt vor großen Herausforderungen in Raum und Zeit stehen. Mit der zunehmenden Bedeutung der Weltraumwirtschaft entwickelt sich auch eine Weltraumgesellschaft. Die ersten Grundlagen hierfür werden in unserer Gegenwart gelegt. An dieser Entwicklung sollen die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und die Region Weser-Ems partizipieren. In Kooperation mit Bremen als größtem europäischen Standort für Raumfahrt soll die Region insgesamt zu einer Schwerpunktregion für Raumfahrt und Wissenschaft entwickelt werden.

Bild 1: Die Verbundmitglieder des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) in der Region mit großem Potential

Rohstoffgewinnung im Weltraum

Auf der Erde sind alle Rohstoffe begrenzt und endlich. Einige wertvolle Rohstoffe sind überdies äußerst selten. In unserem Sonnensystem sind auf den Kleinkörpern, Monden, Planeten und Zwergplaneten viele der benötigten Rohstoffe vorhanden. So erhalten Kleinplaneten (Asteroiden) größere Mengen an Metallen und Seltenen Erden. So können manche Kleinplaneten mit Durchmessern von etwa einem Kilometer den Metallbedarf der Erde für Jahrzehnte decken. Zu den Metallen gehören u. a. Eisen, Nickel und Platin. Selbst das vorhandene Wassereis auf anderen Himmelskörpern, etwa Mond und Mars, sind sehr wertvoll für die zukünftige bemannten Raumfahrtmissionen, welche auch zu permanenten, bemannten Stationen auf Mond und Mars führen sollen.

Die zunehmende Knappheit von begrenzten Rohstoffen auf der Erde kann den Abbau auf anderen Himmelskörpern in der Zukunft wirtschaftlich machen. Militärische, politische und wirtschaftliche Konflikte um knappe Ressourcen auf der Erde könnten durch die aussichtsreichere und auch erforderliche internationale Zusammenarbeit überwunden werden.  

Allerdings müssen für die Rohstoffgewinnung auf anderen Himmelskörpern auch die entsprechenden Technologien und die zugehörigen Berufsbilder mit den dafür grundlegenden Ausbildungs- und Studiengängen entwickelt werden. Bis zu einer möglichen wirtschaftlichen Nutzung des Abbaus von Rohstoffen im Weltraum dürften Jahrzehnte vergehen. Auch die rechtlichen Grundlagen hierfür müssen auf internationaler Ebene noch geschaffen werden. Langfristig ist eine wirtschaftliche Rohstoffgewinnung erforderlich und wahrscheinlich, die Grundlagen hierfür müssen in der Gegenwart geschaffen werden.

Weltraumgestützte Solarenergie

Die Sonne ist eine für menschliche Maßstäbe unerschöpfliche Energiequelle. Schon jetzt wird die Solarenergie auf der Erde genutzt. Allerdings hängt die Sonnenstrahlung für einen bestimmten Ort auf der Erde von der Rotation des Planeten (Nacht und Tag), von den Jahreszeiten (Umlauf der Erde um und Stellung der Erdachse relativ zur Sonne) und von der Erdatmosphäre (Bewölkungsgrad) ab. Im Ergebnis kann so ein Großteil der Sonnenenergie nicht genutzt werden.

Weltraumgestützte Systeme könnten die Sonnenstrahlung ohne diese Einschränkungen einfangen und in Mikrowellenstrahlung umwandeln. Diese wird wiederum von einer Bodenstation auf der Erde eingefangen. Auch für die weltraumgestützten Systeme mit Bezug zur Erde dürften noch jahrzehntelange Forschung und technologische Entwicklungen erforderlich sein. Im Weltraum selbst nutzen Raumfahrzeuge und -stationen, Raumsonden und Satelliten bereits Solarenergie. 

Fertigung in der Schwerelosigkeit

Bestimmte Fertigungsprozesse können im Weltraum unter Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) optimiert werden. Es werden Produkte ermöglicht, welche unter Wirkung der Schwerkraft nicht hergestellt werden können oder qualitativ unterlegen sind. So verhindert die Schwerelosigkeit die Sedimentation (Absinken von Teilchen) und die Konvektion (dynamisches Aufsteigen von wärmeren und Absinken von kühleren Blasen aus Flüssigkeiten oder Gasen). Dies ermöglicht die Herstellung von perfekten Kristallen für Halbleitern oder extrem reiner ZBLAN-Glasfasern.

In Verbindung mit einem Vakuum kann eine ideale, kontaminationsfreie Umgebung für das Herstellen von Halbleitern und Dünnschichtkomponenten geschaffen werden. Größere Strukturen für die Raumfahrt können mit Hilfe von 3-D-Druckern in der Schwerelosigkeit erstellt werden. Das Baumaterial in Form von Pulvern hält die Beschleunigungskräfte und die Vibrationen beim Raketenstart leichter aus als fertige Großstrukturen.

Weltraumtourismus

Die Faszination des Weltalls als Touristin bzw. Tourist erleben zu dürfen ist heute aufgrund der hohen Kosten noch eine absolute Ausnahme. Schon kurzzeitige Ausflüge von nur wenigen Minuten ins All kosten einige Hunderttausend Dollar. Ein Flug zur ISS kostet einige Zehnmillionen Dollar. Ziel ist es Raumflüge für Touristinnen und Touristen erschwinglich zu machen. In näherer Zukunft dürften Flüge in den Erdorbit realisierbar sein. Langfristig sind auch Ausflüge zum Mond und in noch weiterer Zukunft zum Mars denkbar. Dafür müssen entsprechende Raumfahrtzeuge entwickelt werden. Diese müssen nachhaltig, umweltfreundlich und wieder verwendbar sein.

Kolonisation und Terraforming

Das Artemis-Programm der NASA ist Raumfahrtprogramm für bemannte Flüge zum Mond. Dieses Programm ist eine Kooperation der NASA mit den Raumfahrtagenturen ESA (Europa), CSA (Kanada) und JAXA (Japan). Es der Beginn eines neuen Zeitalters im Weltraum, des permanenten Aufenthalts von Menschen auf anderen Himmelskörpern. Auf dem Mond wird der Anfang gemacht. Es soll eine bemannte Station auf dem Mond entstehen. Andere Staaten wollen folgen. Auch auf dem Mond sollen Rohstoffe gewonnen werden. Im Regolith, loses Gestein auf der Mondoberfläche, finden sich Aluminium, Eisen, Magnesium, Silizium, Sauerstoff, Titan und das Helium-Insotop-3. Des Weiteren befindet sich in den dunklen Kratern an den Polen des Mondes Wassereis.

Auf dem Mond könnten zu einem späteren Zeitpunkt auch größere Habitate entstehen, welche von Menschen bewohnte Siedlungen umfassen könnten.

Der Mond ist auch das Sprungbrett zum Planeten Mars. Auch dort könnten zunächst permanente, bemannte Stationen und später von Menschen bewohnte Habitate entstehen. Der Mars hat aufgrund einer entsprechenden Neigung der Planetenachse ebenso vier Jahreszeiten und auch einen ähnlich langen Tag- und Nacht-Rhythmus wie die Erde.

In ferner Zukunft könnte der Mars vielleicht einmal durch sogenanntes Terraforming zu einem lebensfreundlichen Planeten umgewandelt werden. Dazu müsste die sehr dünne Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid durch Freisetzung von zusätzlichem in Form von Trockeneis an den Polen gebundenem Kohlenstoffdioxid verstärkt werden. Durch Pflanzen, welche durch Photosynthese Sauerstoff erzeugen, könnte die Atmosphäre auch für Menschen lebensfreundlich gestaltet werden. Allerdings dürfte Terraforming technologisch und wissenschaftlich noch in sehr weiter Zukunft liegen. Hier dürften noch Jahrhunderte bzw. Jahrtausende vergehen. Innerhalb eines Jahrhunderts sind permanente bemannte Stationen und lokal begrenzte Habitate wahrscheinlicher.

Sicherheit auf der Erde und im Weltraum

Schon jetzt wird für die Aufklärung, Kommunikation, Navigation, Steuerung und Vernetzung im militärischen Bereich weltraumgestützte Infrastruktur verwendet. Diese kann im Konfliktfall ein Angriffsziel sein und muss geschützt werden.

Dies gilt auch für die zivile weltraumgestützte Infrastruktur, von der wir als Menschen mittlerweile sehr abhängig sind. Aus diesem Grund werden von Staaten zunehmend auch Weltraumstreitkräfte aufgestellt, so z. B. das Weltraumkommando der Bundeswehr.

Weitreichende Raketen für Angriffsziele auf der Erde nutzen den Weltraum ebenfalls kurzzeitig. Prinzipiell ist es trotz Verbots auch möglich, Waffensysteme im Erdorbit bzw. im Weltall zu stationieren. Staaten könnten ihren Vorsprung im Bereich der Raumfahrt nutzen, um militärisch-strategisch im Vorteil zu sein und auch die wirtschaftliche Nutzung des Weltalls zu dominieren. Darauf müssen sich Deutschland und Europa einstellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Eine zunehmende Gefahr geht auch vom Weltraumschrott aus. Laut Modellen der ESA befanden sich Dezember 2023 rund 36.500 Objekte mit Durchmessern von mehr als 10 cm, eine Millionen Objekte mit Durchmessern von 1 bis 10 cm und 130 Millionen Objekte mit Durchmessern von 1 mm bis 1 cm im Erdorbit. Aufgrund der zunehmenden Raumfahrtaktivitäten steigt auch der Weltraumschrott an. Er ist eine zunehmende Gefahr für Raumfahrtmissionen aller Art. Er kann im schlimmsten Fall auch eine Kettenkollision auslösen und zu großen Zerstörungen führen. Hier müssen ebenfalls Lösungen gefunden werden.

Gefahren aus dem Weltraum

Für die zukünftige Entwicklung des Menschen ist das Verständnis von Erde und Weltraum überlebenswichtig. Nicht nur auf der Erde drohen den Menschen Gefahren durch Kriege und Gewalt, Klimawandel und Naturkatastrophen. Es gibt auch Gefahren aus dem Weltraum, denen wir uns stellen müssen. Hierfür benötigen wir die entsprechenden Raumfahrttechnologien und eine internationale Zusammenarbeit zum Wohle der ganzen Menschheit.

Der Asteroid Day am 30.06. (in Erinnerung an das Tunguska-Ereignis am 30.06.1908) erinnert uns an die Gefahr eines möglichen Impakts, den Einschlag eines Kleinplaneten auf die Erde. Es ist nicht die Frage, ob ein solches Ereignis wieder stattfinden wird, sondern wann und was wir dagegen unternehmen werden. Statistisch gibt es schon etwa alle 100 Jahre einen Impakt mit lokaler zerstörerischer Wirkung (Kleinkörper mit einigen zehn Metern Durchmesser). Aus der Kraterstatistik lässt sich die Häufigkeit von Impakten in Abhängigkeit von der Größe des Kleinplaneten abschätzen. So sind Impakte von einem 1 km großen Körper 100-mal häufiger als welche von einem 10 km großen Kleinplaneten. Statistisch betrachtet wird die Erde etwa alle 100 Millionen Jahre von einem Kleinplaneten mit einer Größe von 10 km und mehr getroffen. Ein 1 km großer Körper schlägt statistisch betrachtet etwa einmal in einer Million Jahre auf der Erde ein. Für einen 100 m großen Kleinplaneten sind es statistisch alle 10.000 Jahre. Ganz allgemein gilt: Je kleiner der Kleinplanet ist, desto häufiger sind statistisch betrachtet die Impakte. Doch schon ein Körper mit etwa 10 m Durchmesser erreicht die Sprengkraft der Hiroshima-Kernspaltungsbombe. Kleinplaneten mit mehreren 100 m Durchmesser können globale Zerstörungen mit großen nachhaltigen Einschnitten für die Menschheit anrichten.

Auf der Erde kann uns das Wetter auch Unwetter bescheren. Das ist bekannt.  Doch gibt es auch ein sogenanntes Weltraumwetter, den Sonnenwind, ein Teilchenstrom von der Sonne. Der wird ebenfalls kontinuierlich beobachtet wie das Wetter auf der Erde. Auch beim Weltraumwetter kann es zu Unwettern, sogenannten Sonnenstürmen kommen. Sie sind für die schönen Polarlichter verantwortlich, können jedoch auch zu massiven Schäden und Störungen unserer elektronischen Infrastruktur führen. Seit 1859 hat uns bisher kein massiver Sonnensturm mehr direkt getroffen. Doch auch hier ist es nicht eine Frage, ob so ein Ereignis stattfinden wird, sondern wann. Darauf müssen wir ebenfalls reagieren können.

Selbst der aus heutiger Sicht sehr unwahrscheinliche Fall eines Erstkontakts mit einer außerirdischen Zivilisation hätte eine sehr große Tragweite für die Menschheit. Hierbei kommt es nicht einmal darauf an, ob dieser Erstkontakt über eine große Distanz oder direkt erfolgen würde. Er hätte sehr großen Einfluss auf die Menschheit, ob negativ oder positiv oder auch beides, es würde eine größtmögliche Herausforderung für uns als Menschheit bedeuten. Auch mit diesem Thema müssen wir uns auseinandersetzen und tun es im Rahmen einer interdisziplinären Forschung auch.

Weltraumwirtschaft als Chance für Wilhelmshaven und Weser-Ems

Die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und die Region Weser-Ems können sich durch ihre maritime Infrastruktur, ihre Rolle als Energiedrehscheibe sowie bestehende Forschungs- und Bildungsnetzwerke als aktive Akteure in der Weltraumwirtschaft etablieren und von ihr profitieren. Die Stadt und die Region sind durch verschiedene Netzwerke mit Bremen als größter europäischer Standort für Raumfahrt verbunden. In Bremen als „City of Space“ sind 20 wissenschaftliche Einrichtungen und 140 Unternehmen mit der Raumfahrt assoziiert. 12.000 Menschen arbeiten in diesem Bereich und erwirtschaften einen Umsatz von vier Milliarden Euro im Jahr. An den Hochschulstandorten in Oldenburg, Emden / Leer und Wilhelmshaven gibt es im Bereich der Forschung und Lehre ebenfalls Schnittstellen mit der Raumfahrt sowie mit der Astronomie und den Geowissenschaften.

Die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – Nord, die Universität Oldenburg, die Hochschule Emden Leer, die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, elf astronomische Vereinigungen und eine astronomische Stiftung bilden als Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE) einen Kooperationsverbund. Dieser Verbund ist eine dynamische Infrastruktur, welche Wissenschaft und Forschung, Citizen Science, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer in die Gesellschaft, sowie ehrenamtlich und hauptberuflich darin Tätige, miteinander auf Augenhöhe verbindet und für alle Synergien fördert. Diese Vielseitigkeit ist die Stärke des Astronomie Netzwerks Weser – Ems. Es ist fest in unserer Gesellschaft und Region verankert. Die Fachgebiete des ANWE sind Astronomie und Astrophysik, Gravitationsphysik, Geowissenschaften, Raumfahrtwissenschaften und Weltraumforschung. Der Sitz des ANWE ist an der Jade Hochschule in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven.

Bild 2: Die Vertreterinnen und Vertreter der 18 ANWE-Verbundmitglieder / Foto: Hochschule Bremen / Luisa Windbrake

Im Ergebnis kann die ganze Region Weser-Ems mit Schwerpunkten in Bremen, Emden / Leer, Oldenburg und Wilhelmshaven von der Entwicklung der Weltraumwirtschaft profitieren. Bremen als City of Space wäre der Hauptschwerpunkt in einer „Region of Space“ in Bremen und Nordwest-Niedersachsen, mit „Local focal points of Space“ wie Emden / Leer, Oldenburg und Wilhelmshaven.

Die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven kann zu einem „Energy and Space Hub“ entwickelt werden. Über den einzigen deutschen Tiefseewasserhafen „Jade Weser Port“ und die darüber hinaus bestehende Verkehrsinfrastruktur können große Komponenten der Raumfahrt transportiert werden. Des Weiteren eignet sich der Tiefseewasserhafen zur Beladung, Reparatur und Wartung von schwimmenden Startrampen für Raketen (Mobile Launch Platforms), von welchen in der Nordsee Raketen aus gestartet werden können.

Grüner Wasserstoff, wie er im Rahmen des Energie Hub Wilhelmshaven produziert und vertrieben werden soll, kann als umweltfreundlicher Raketentreibstoff verwendet werden. Dies ist vor allem für die Raketenstarts von schwimmenden Plattformen in der Nordsee notwendig. Mit der zunehmenden Entwicklung der Raumfahrt und der Weltraumwirtschaft steigt auch der Bedarf an Energie und Wasserstoff als Treibstoff.

Insgesamt kann der Energy Hub zu einer zentralen Tankstelle für Raketen werden. Des Weiteren kann der grüne Wasserstoff über den Tiefseewasserhafen und die bestehende Infrastruktur zu anderen Startplätzen für Raketen transportiert werden. Die Überwachung der kritischen Infrastruktur für Energie und Raumfahrt kann durch weltraumgestützte Systeme wie Satelliten zusätzlich optimiert werden. Hierfür könnte ein entsprechendes Zentrum in Wilhelmshaven eingerichtet werden. Der Energie Hub Wilhelmshaven kann ein wichtiger Baustein für ein Space Hub werden.

In Wilhelmshaven und der Region Weser-Ems könnten sich Unternehmen (z. B. aus den Branchen Chemie und Metall) als Zulieferer für Raumfahrt- und Treibstoffkomponenten etablieren und sich auch entsprechend spezialisieren. Hierfür gibt es mit „Niedersachsen Aviation“ eine entsprechende Initiative des Landes Niedersachsen. Des Weiteren unterstützt der „Space Innovation Hub“ den Transfer von Raumfahrttechnologien in regionale Unternehmen. Die zunehmende wirtschaftliche Nutzung des Weltraums durch Raumfahrt bedingt auch eine Zunahme der damit verbundenen Dienstleistungen, woraus sich ebenfalls unternehmerische Aktivitäten und Start-ups ergeben.

An den Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften können die Kapazitäten für Anwendung, Forschung, Lehre und Studium in Bereich der Astronomie und Astrophysik, Gravitationsphysik, Geowissenschaften, Raumfahrtwissenschaften und Weltraumforschung entsprechend erweitert werden. Schon jetzt gibt es entsprechende Schwerpunkte und Entwicklungen.

Neben der klassischen Forschung in den oben genannten Gebieten sind auch anwendungsbezogene Forschung und technologische Entwicklungen erforderlich. Zum Beispiel ist die optische Messtechnik, wie sie an der Hochschule Emden Leer entwickelt wird, eine Voraussetzung für Forschung im Bereich des Weltalls. So können die Atmosphären von Extrasolaren Planeten nur durch hochempfindliche Spektrografen untersucht werden. Die Hochschulen für angewandten Wissenschaften in der Region sollten die klassischen Forschungsgebiete durch anwendungsbezogene Bereiche ergänzen. So könnte im Bereich der klassischen Astronomie und Astrophysik der Bereich „Technische Astronomie“ eine wichtige Ergänzung darstellen. Hier werden dann die Messtechniken und technologische Infrastruktur für die dazugehörende klassische Forschung entwickelt und gelehrt.

Die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth könnte Vorreiter im anwendungsbezogenen Bereich der Weltraumwirtschaft werden. Meeresforschung in der Tiefsee und robotische Systeme für diese Forschungen können im Hinblick auf die Weltraumforschung weiterentwickelt werden. Es gibt ohnehin viele Parallelen zwischen maritimer Forschung und Weltraumforschung, Seefahrt und Raumfahrt. Navigation und Logistik spielen in der Seefahrt und in der Raumfahrt eine Rolle. Hier könnte der entsprechende Bereich an der Jade Hochschule entsprechend auf den Weltraum ausgedehnt werden.  Die bereits an der Jade Hochschule etablierte Geoinformatik und angewandte Geodäsie, welche ja auch durch Satelliten erfolgt, könnten entsprechend um weitere Fachgebiete aus der Raumfahrt und Weltraumforschung erweitert werden. Die Bereiche Weltraumgesellschaft, Weltraumrecht und Weltraumwirtschaft könnten als anwendungsbezogene Fächer in bestehende Studiengänge als Angebote bzw. Module integriert werden. Doch auch die Entwicklung und Akkreditierung von entsprechenden Studiengängen wäre in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Weltraumwirtschaft sinnvoll und zielführend. Letztendlich hat selbst der Weltraumtourismus einen Anknüpfungspunkt in den Tourismuswissenschaften an der Jade Hochschule.

Die zunehmende Bedeutung der Weltraumwirtschaft führt auch zur Zunahme der damit verbundenen Arbeitsplätze und Dienstleistungen.

Das bedeutet einen zunehmenden Bedarf an entsprechend qualifizierten Arbeitskräften. Des Weiteren entwickeln sich aufgrund der spezifischen Anforderungen auch neue Berufsbilder. Hierfür müssen entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge entwickelt werden. In den Schulen sollte der MINT-Bereich entsprechend gefördert werden, damit schon frühzeitig Menschen für entsprechende Ausbildungs- und Studiengänge gewonnen werden können. Zusätzlich ist eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erforderlich, wie sie bereits schon heute durch die Hochschulen, Institutionen und Vereinigungen sowie durch deren Netzwerke wie das Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE) betrieben werden. Wichtige Weichenstellungen müssen schon jetzt getroffen werden, damit wird nicht das Nachsehen haben.

Fazit: Die Energie- und Rohstoffgewinnung, die Fertigung, die Sicherheit und der Tourismus im Weltraum benötigen hochentwickelte Technologien und hochqualifizierte Fachkräfte, welche derzeit noch nicht in ausreichender Form zur Verfügung stehen. Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft müssen durch geeignete Kooperationen und Transformationen frühzeitig die Grundlagen hierfür schaffen. Über geeignete Infrastrukturen, Hochschulen, Institutionen, Unternehmen und Vereinigungen und sowie daraus resultierende Wertschöpfungen können die Region und ihre Einwohner partizipieren und profitieren.

. Im Rahmen eines Strategieplans sollte gewährleistet werden, dass die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und die Region Weser-Ems mit an der Entwicklung und zunehmenden Bedeutung der Weltraumwirtschaft aktiv partizipieren. Bremen ist als größter europäischer Standort für Raumfahrt ein sehr wichtiger Akteur und kann wiederum von einer entsprechenden Entwicklung in der Region Weser-Ems profitieren.

Ausblick

Die zunehmende Bedeutung der Weltraumwirtschaft führt insgesamt dazu, dass sich die Menschheit zu einer Weltraumgesellschaft entwickelt. Sowohl auf der Erde als auch im Weltraum entstehen entsprechende Arbeitsplätze. Dafür muss das Weltraumrecht und die weltraumspezifische biologische und medizinische Forschung weiterentwickelt werden.

Der zunehmende Bedarf an Raketen, Satelliten und sonstigen Raumfahrtsystemen für eine Weltraumgesellschaft kann nur zuverlässig gedeckt und rentabel werden, wenn von der Einzelfertigung in eine Serienfertigung übergegangen wird. Dies kann durch eine modulare Fertigung und Standardisierung erreicht werden. Wichtig ist auch eine Gewichtsreduktion von Raketen, Satelliten und anderen Raumfahrtsystemen.

Die Raumfahrt muss zwingend nachhaltig und umweltfreundlich werden. Es sollte ausschließlich grüne Energie in der Raumfahrt und bei wirtschaftlichen Aktivitäten verwendet werden. Des Weiteren ist durch eine entsprechende Entwicklung der Raumfahrtsysteme (vollständige Wiederverwendbarkeit) Weltraummüll zu vermeiden. Für bereits bestehenden Weltraummüll sollten Systeme und Technologien zu deren Beseitigung entwickelt werden.  Zur Qualitätssicherung der Produktion von Raumfahrtkomponenten und Fertigungen im Weltraum ist eine entsprechende Prozessüberwachung erforderlich, die zu entwickeln ist.

Energie- und Rohstoffgewinnung sowie die Fertigung im Weltraum sollten zunehmend in rein automatisierte Prozesse überführt werden. Zu Beginn wird noch der Einsatz von Menschen notwendig sein, um entsprechende Systeme aufzubauen. Unabhängig davon müssen die Infrastruktur für Menschen im Weltraum und Lebenserhaltungssysteme weiterentwickelt werden. Es sollten Methoden zur Produktion im Weltraum mit lokalen und regionalen Ressourcen entwickelt werden. Des Weiteren muss eine wirtschaftliche Infrastruktur für den Transport von großen Nutzlasten in den Weltraum, insbesondere zwischen verschiedenen Stationen im Erdorbit und zu anderen Himmelskörpern entwickelt werden.

Die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und die Region Weser-Ems, ihre Gesellschaften, mit ihren Hochschulen, Institutionen und Unternehmen sollten in Kooperation mit der Freien und Hansestadt Bremen als größter europäischer Raumfahrtstandort eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Weltraumgesellschaft und -wirtschaft einnehmen. Das Potential ist da und sollte zum Wohle aller genutzt werden. Im Rahmen eines Strategieplanes sollte der Weg in eine entsprechende prosperierende Zukunft durch alle Beteiligte festgelegt werden.

Unter folgenden Link findet sich das entsprechende mit weiteren Literatur und Quellenhinweisen:

Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 3.0 im März 2026

Im März 2026 hostet der Astronomische Verein Wilhelmshaven – Friesland e. V. am Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie, in Sichtweite des Jade InnovationsZentrums (JIZ), in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven wieder das Tiny Observatorium. Neben öffentlichen astronomischen Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium wird es drei Vorträge und einen Workshop im Jade InnovationsZentrum geben. Abschließender Höhepunkt ist wieder ein Großer Tag der Astronomie und Raumfahrt, welcher dieses Mal an der Jade Hochschule – Standort Wilhelmshaven stattfindet. Alle Veranstaltungen sind frei zugänglich und kostenlos.

Aktuelle Informationen, auch über Programmänderungen, finden sich immer auf dieser Website! Zu jeder einzelnen Veranstaltung erfolgt ein paar Tage im voraus einer Ankündigung mit aktuellen und weiteren Informationen.

Das ausführliche Programm als PDF zum anschauen oder herunterladen:

Bild 1:  Das Tiny Observatorium am Banter See in Wilhelmshaven / Foto: Ralf Schmidt AVWF

Übersicht zum Programm in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven

An den Samstagen 07., 14. und 21.03.2026 gibt es jeweils von 17:00 bis 19:00 Uhr einen Vortrag im Jade InnovationsZentrum in folgender Reihenfolge: „Gravitation und Gravitationswellen“ (Prof. Claus Lämmerzahl / ZARM / Universität Bremen), „Astronomie der kleinen Teilchen“ (Prof. Björn Poppe / Universität Oldenburg) und „Astronavigation“ (Prof. Ralf Wandelt / Jade Hochschule). Dem schließen sich ab 19:00 Uhr bei geeignetem Wetter öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny-Observatorium an, welches bei nicht geeignetem Wetter zumindest bis 20:00 Uhr besichtigt werden kann. Entsprechende Termine finden auch jeweils mittwochs am 11., 18. und 25.03.2025 ab 18:30 Uhr statt. Am 15.03.2025 wird von 14:00 bis 18:00 Uhr ein Workshop zur Astrofotografie im Jade InnovationsZentrum angeboten, mit anschließender Öffnung des Tiny Observatoriums bei geeignetem Wetter.

Am 28.03.2025 finden im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) an der Jade Hochschule, Standort Wilhelmshaven, der „Große Tag der Astronomie und Raumfahrt“ statt. Die Jade Hochschule ist der offizielle Sitz des ANWE. Teilnehmende sind neben der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth der Astronomischen Verein Wilhelmshaven – Friesland e. V (AVWF)., der Astronomie Club Ostfriesland e. V. (ACO), die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Standort Bremen (DLR Nord) und weitere Unternehmen aus dem Bereich Raumfahrt. Es gibt u. a. einen Vortrag zur Astrobiologie von Dr. Jacob Heinz zur Astrobiologie, Exponate und Stände von Institution und Unternehmen der Raumfahrt und weitere Aktivitäten, welche noch in Planung sind. Ausführliche Informationen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Bild 2: Das Tiny Observatorium in der Abenddämmerung / Foto Reimund Hahn AVWF

Das Tiny Observatorium

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte, welche durch eine Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2023 „Unser Universum“ gebaut und auf Tour geschickt wurde. Durch eine Kooperation der „Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen e.V.“ mit der „Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg“ wird es getragen. An der Organisation von dessen Touren in der Region Weser-Ems ist auch das Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) beteiligt, in welchem der Astronomische Verein Wilhelmshaven – Friesland e. V. Mitglied ist. Der aktuelle Betrieb des Tiny Observatoriums wird durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht. Durch das Projekt „Licht aus!“ soll auf die Beeinträchtigungen durch Lichtverschmutzung aufmerksam gemacht und im Rahmen der Tour des Tiny Observatoriums erforscht und thematisiert werden.

Bild 3: Im Innern des Tiny Observatoriums / Foto Reimund Hahn AVWF

Hintergrundinformationen zum Tiny Observatorium und zu den Veranstaltungen

Dass die Besuche des Tiny Observatoriums und der Onlinevortrag am 26.02.2026 kostenfrei sind, ist der Förderung des Projektes „Licht aus!“ durch die Klaus-Tschira-Stiftung zu verdanken. In diesem hat sich die Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen e. V. (LEB) zum Ziel gesetzt, auf ihrer Tour mit der Sternwarte über die Beeinträchtigungen durch Lichtverschmutzung in der heutigen Zeit aufzuklären und entsprechende Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Der Vortrag von Annette Krop-Benesch (26.02.) beschäftigt sich umfassend mit dem Thema. Ergänzend führt die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Messungen aktueller Emissionen mit dem Tiny Observatorium durch.

Die Vorträge und der Workshop im Jade InnovationsZentrum werden vom Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. organisiert. Sie sind ebenfalls kostenfrei und frei zugänglich. Der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. trägt die Kosten für diese Veranstaltung dank einer großzügigen Spende der August-Desenz-Drehorgelstiftung, eines Sponsorings durch die Nietiedt Verwaltungsgesellschaft mbH und durch viele ehrenamtlich engagierte Personen. Die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth am Standort Wilhelmshaven, offizieller Sitz des Astronomie Netzwerks Weser-Ems, ist Gastgeber des Großen Tages der Astronomie und Raumfahrt am 28.03.2026. Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) statt.

Das ausführliche Programm vom 26.02. bis 28.03.2026

Das gesamte kostenlose und für alle frei zugängliche Programm rund um das Tiny Observatorium im März 2025 als PDF zum Herunterladen:

Nachfolgend eine Übersicht über das kostenlose und für alle frei zugängliche Programm rund um das Tiny Observatorium im März 2026:

26.02.2026; ab 19:00 – 20:30 Uhr; Vortrag: Der Wert der Dunkelheit…; Diplom-Biologin Annette Krop-Benesch; Voranmeldung bitte per E-Mail bis zum 24.02.2026 an: tinyobs@leb.de (Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen e. V. (LEB); Eintritt frei.

07.03.2026; ab 17:00 Uhr; Vortrag: Gravitation und Gravitationswellen; Prof. Dr. Claus Lämmerzahl (Universität Bremen), Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

07.03.2026; 19:00 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

11.03.2026; 18:30 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

14.03.2026; ab 17:00 Uhr; Vortrag: Die Astronomie der kleinen Teilchen; Prof. Dr. Björn Poppe (Universität Oldenburg), Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

14.03.2026; 19:00 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

15.03.2026; 14:00 bis 18:00 Uhr; Workshop: Astrofotografie; Pilot / Amateur-Astronom Ralf Schmidt, Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

15.03.2026; ab 18:00 Uhr; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

18.03.2026; 18:30 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

21.03.2026; ab 17:00 Uhr; Vortrag: Astronavigation; Prof. Dr. Ralf Wandelt (Jade Hochschule), Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

21.03.2026; 19:00 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

25.03.2026; 18:30 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

28.03.2026; 14:00 bis 19:00 Uhr; Großer Tag der Astronomie und Raumfahrt; Astronomie Netzwerk Weser – Ems (ANWE), Astronomischer Verein Wilhelmshaven – Friesland e. V. (AVWF), Astronomie Club Ostfriesland e. V. (ACO), Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Universität Bremen, Hochschule Bremen und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Standort Bremen und Unternehmen der Raumfahrt; Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

28.03.2025; 19:00 Uhr bis Ende; Tiny Observatorium; Öffentliche astronomische Beobachtungen bei geeignetem Wetter oder bis 20:00 Uhr Besichtigung des Tiny Observatoriums; Banter See, Flussseeschwalbenkolonie; Eintritt frei.

Das ausführliche Programm als PDF zum anschauen oder herunterladen:

Bild 4: Der Jupiter mit dem Tiny Observatorium fotografiert / Foto Michael Tolkmitt AVWF

Bild 5: Die Sonne mit Oberflächendetails mit einem H-Alpha-Filter fotografiert

Öffentliches Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium

10.02.2026 / ab 19:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven

Astronominnen und Astronomen (vor allem aus dem Amateurbereich) sowie Astronomie-Interessierte aus Wilhelmshaven und Friesland treffen sich öffentlich zum gegenseitigen Austausch über Astronomie in Theorie und Praxis im Saal des Jade InnovationsZentrums (JIZ). Es werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten. 

Themenschwerpunkt am 10.02.2026: Das Hosting des Tiny-Observatoriums im März 2026 am Banter See, in der Nähe der Flussseeschwalbenkolonie und in Sichtweite des Jade InnovationsZentrums in Wilhelmshaven. Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret können wir den Mond, die sichtbaren Planeten sowie Nebel und Galaxien zeigen. Eine Beobachtung ist sowohl mit dem Auge am Teleskop als auch als Projektion auf einem Schirm möglich.

Es gibt im März 2026 wieder ein Programm aus kostenlosen und öffentlichen Vorträgen, Workshops und astronomischen Beobachtungen. Ein Höhepunkt wird der Große Tag der Astronomie und Raumfahrt am 28.03.2026 an der Jade Hochschule sein. Alle Interessierten sind eingeladen, an der Planung der „Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 3.0“ teilzunehmen.

Das Astronomie-Treffen ist eine Veranstaltung des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. und steht ausdrücklich auch Nichtvereinsmitgliedern offen. Die Treffen finden in lockerer Runde statt. Jede/jeder kann kostenlos teilnehmen und ist ausdrücklich herzlich willkommen. Es können auch Themenwünsche für kommende Vorträge eingebracht werden. Des Weiteren werden Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten.

Bild: Das Jade InnovationsZentrum (JIZ) / Quelle: CC BY-SA 3

Polarlichter in Wilhelmshaven und Friesland

Am Abend des 19.01.2026 wurde die Atmosphäre der Erde von einem Sonnensturm getroffen, welcher bei klarem Sternenhimmel zu wunderbar sichtbaren Polarlichtern in Wilhelmshaven und Friesland führte. Mit bloßem Auge sind die Polarlichter nur schwach sichtbar, mit Hilfe einer Kamera zeigen sich die Polarlichter in ihrer farbigen Pracht.

Bild 1: Polarlicht in Wilhelmshaven / Stadtteil Siebethsburg / 19.01.2026 / 23:15 MEZ / Andreas Schwarz AVWF

Nachfolgend wird auf die Entstehung der Polarlichter näher eingegangen. Der aus geladenen Teilchen (Protonen, Heliumkerne, Kerne schwererer Elemente und Elektronen) bestehende Sonnenwind wechselwirkt sowohl mit dem Erdmagnetfeld als auch mit der Atmosphäre der Erde. Der Sonnenwind hat eine Geschwindigkeit von 650 bis 1000 km/s. Die Magnetosphäre der Erde wird auf der sonnenzugewandten Seite der Erde gestaucht, während sich auf der sonnenabgewandten Seite ein Schweif bildet.

Das Erdmagnetfeld hat eine Stärke von 20 µT (Mikro-Tesla) bei einer Schwankungsbreite von 20 nT (Nano-Tesla). Durch den Sonnenwind bzw. einen Sonnensturm wird das Erdmagnetfeld geschwächt. Bei einer Schwächung des Erdmagnetfeldes ab 50 nT wird statt von einem Sonnenwind von einem Sonnensturm gesprochen. Bei einer Schwankungsbreite von 50 bis 100 nT gilt ein Sonnensturm als moderat, bei 100 bis 250 nT als intensiv und ab einer Schwankungsbreite von 250 nT wird von einem Supersturm gesprochen.

Besonders eindrucksvoll ist die Wechselwirkung eines Sonnensturmes mit der Erdatmosphäre, wenn sie zur Entstehung von Polarlichtern führt. Sie entstehen, wenn die elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwindes vom Magnetfeld der Erde eingefangen und sie entlang der Magnetfeldlinien auf die obere Erdatmosphäre treffen. Die hochenergetischen Teilchen ionisieren in Folge Stickstoff- und Sauerstoffatome der Erdatmosphäre. Nach kurzer Zeit erfolgt jedoch wieder die Rekombination, d.h. die Elektronen werden wieder von den Stickstoff- und Sauerstoff-Ionen eingefangen. Dabei wird Licht in Form von verschiedenen Wellenlängen bzw. Frequenzen bzw. Farben emittiert. So entsteht grünes und rotes Polarlicht durch Sauerstoff, blaues und violettes Licht durch Stickstoff.

Bild 2: Polarlicht in Wilhelmshaven / Parkplatz Kaufland / 19.01.2026 / 23:29 MEZ / Andreas Schwarz AVWF

Polarlichter leuchten nicht nur im optischen Bereich, sondern können auch im unsichtbaren langwelligen und kurzwelligen Bereich, etwa im infraroten und ultravioletten Bereich, strahlen. Da die Magnetfeldlinien der Erde an den jeweiligen Erdpolen eintreten, die geladenen Teilchen sich entsprechend dort entlang bewegen, kommen Polarlichter hauptsächlich in den Polargebieten und höheren geographischen Breiten vor. Da der Sonnenwind mit der Aktivität der Sonne korreliert ist, kommen Polarlichter auch besonders bei einem Aktivitätsmaximum der Sonne vor. Die Sonnenaktivität resultiert aus magnetischen Vorgängen in der Sonne, welche sich u. a. als Flecken, Fackeln, Flares, koronale Massenauswürfe und Protuberanzen zeigen.

Bild 3: Polarlicht in Wilhelmshaven / Stadtteil Siebethsburg / 19.01.2026 / 23:14 MEZ / Andreas Schwarz AVWF

Sonnenstürme können als negative Folge auch Überspannungen in Überlandleitungen induzieren, Transformatoren zerstören und damit die Stromversorgung in den betroffenen Gebieten lahmlegen.

Bei Flares wird Röntgenstrahlung emittiert, welche die Ionendichte in der Erdatmosphäre erhöht. Es kann dabei zu plötzlich aufkommenden Störungen der Ionosphäre kommen. In Folge können Funksignale in der D-Schicht absorbiert und damit der Funkverkehr gestört werden. Auf der anderen Seite werden bei einem Aktivitätsmaximum höhere Frequenzen von Radiostrahlung reflektiert und damit deren Reichweite erhöht.

Selbst die Störung von Computern ist durch die energiereichen Teilchen des Sonnensturms möglich. So kommt es zum Effekt der sogenannten Bit-Umkehr und damit zu falschen Befehlen. Durch die erhöhte kurzwellige Strahlung wird die obere Erdatmosphäre erhitzt und dehnt sich aus. In Folge können erdnahe Satelliten abgebremst werden und abstürzen. Intensive Teilchenstrahlung ist auch gefährlich für Lebewesen, insbesondere für Raumfahrer, so dass auf das sogenannte Weltraumwetter besonders geachtet werden muss. Daher wird das Weltraumwetter beobachtet und versucht, Vorhersagen über dessen Entwicklung zu machen.

Fazit: Auf der Erde gibt es ein Wetter und dieses kann uns auch Unwetter bescheren. Ebenso gibt es auch ein sogenanntes Weltraumwetter, den Sonnenwind, ein Teilchenstrom von der Sonne. Der wird ebenfalls kontinuierlich beobachtet wie das Wetter auf der Erde. Auch beim Weltraumwetter kann es zu Unwettern, sogenannten Sonnenstürmen kommen. Sie sind für die schönen Polarlichter verantwortlich, können jedoch auch zu massiven Schäden und Störungen unserer elektronischen Infrastruktur führen. Seit 1859 hat uns bisher kein massiver Sonnensturm mehr direkt getroffen. Doch auch hier ist es nicht eine Frage, ob so ein Ereignis stattfinden wird, sondern wann. Darauf müssen wir ebenfalls reagieren können. Beim Weltraumwetter zeigt sich überdies eine der Schnittstellen zwischen Astro- und Geophysik.

 

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