Vor 50 Jahren: Viking 1 und 2 landen erfolgreich auf dem Mars

Mit der erfolgreichen Landung eines Landers im Rahmen der Viking-1-Mission am 20. Juli 1976 auf dem Mars gelang erstmals die direkte Erforschung der Marsoberfläche. Die bisherigen Landeversuche der ehemaligen Sowjetunion im Rahmen des Mars-Programms waren gescheitert. Ein weiterer Lander setzte im Rahmen der Viking-2-Mission am 3. September 1976 erfolgreich auf dem Mars auf. Über viele Jahre sendeten Lander und Orbiter Daten zur Erde und lieferten so wertvolle Erkenntnisse über den Mars. Erst im Rahmen der NASA-Raumfahrtmission Pathfinder setzte am 4. Juli 1997 wieder ein Lander so erfolgreich auf der Oberfläche des Mars auf und sendete Tausende von Bildern zur Erde. Nachfolgend ein Überblick über die sehr erfolgreichen Missionen von Viking 1 und 2.

Bild 1: Künstlerische Darstellung von Viking 1 auf dem Mars / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die ersten Raumfahrtmissionen zum Mars

Seit Oktober 1960 versuchte die damalige Sowjetunion, mit Raumsonden den Mars zu erreichen. Jedoch erst der achte Versuch mit Mars 2 im Jahr 1971 war erfolgreich. Der Orbiter sendete Bilder und Daten zur Erde, der Lander zerschellte jedoch auf der Marsoberfläche. Fast zeitgleich erreichte auch Mars 3 den Planeten. Die weiche Landung des Landers am 02. Dezember 1971 glückte zwar diesmal, doch brach bereits nach wenigen Sekunden der Kontakt ab. Die sowjetische Raumsonde Mars 5 erreichte als Orbiter Anfang Februar 1974 den Mars und ermittelte Daten. Die Missionen mit Mars 1, 4, 6 und 7 scheiterten. Während die sowjetischen Raumfahrtmissionen zur Venus im Ergebnis sehr erfolgreich waren, hatten sie mit ihren Missionen zum Mars wenig Erfolg. Die letzten zwei sowjetischen Raumfahrtmissionen, Phobos 1 und 2, scheiterten in den Jahren 1988/89 ebenfalls.

Der erste Versuch der USA im Jahre 1964, mit Mariner 3 den Mars zu erreichen, scheiterte noch. Doch schon die im selben Jahr gestartete Mission Mariner 4 war erfolgreich. Im Juli 1965 erreichte die US-Raumsonde den Mars, flog in einem Abstand von 9.800 km an ihm vorbei und sendete 22 Bilder zur Erde. Die US-Raumsonden Mariner 6 und 7 passierten den Mars am 31. Juli 1969 und am 5. August 1969. Mariner 6 flog in einem Abstand von 3.430 km am Mars vorbei und sendete 75 Bilder. Mariner 7 flog in einem Abstand von 3.430 km vorbei und sendete 126 Bilder. Die Missionen von Mariner 4, 6 und 7 zeigten zunächst eine überwiegend mit Kratern durchsetzte Marsoberfläche. Es wurden keinerlei Spuren von Leben entdeckt. Die US-Raumsonde Mariner 9 erreichte als Orbiter im November 1971 den Mars. Diese führte eine globale Kartierung der Marsoberfläche mit 7.329 Aufnahmen durch und studierte die Atmosphäre des Mars. Jetzt zeigten sich auch interessantere Oberflächendetails und dass der Mars zwei verschiedene Hemisphären hat.

Die Viking-Mission

Die baugleichen Raumsonden Viking 1 und 2 bestanden aus einem Orbiter und einem Lander. Der Orbiter bestand aus einem achteckigen Ring von etwa zwei Meter Durchmesser und einem halben Meter Höhe. Innerhalb des Ringes war der Lander befestigt. Zudem befanden sich dort die Instrumente für die Kommunikation und die Messungen. Oberhalb des Landers befanden sich der Treibstoff und die Triebwerke. Die Energieversorgung erfolgte über Sonnenpaneele. Die Landekapsel war von einem aerodynamischen und einem biologischen Schutzschild umgeben. Der aerodynamische Schutzschild schützte die Landeeinheit vor mechanischer und thermischer Zerstörung bei der Landung, während der biologische Schutzschild eine mögliche Kontamination durch von der Erde mitgeführte Mikroben verhindern sollte.

Bild 2: Der Viking-Orbiter mit seinem Lander / Quelle: NASA

Die Viking-Mission sollte die Beschaffenheit und Zusammensetzung der Marsatmosphäre und -oberfläche untersuchen. Im Falle der Marsatmosphäre betraf dies unter anderem Druck, Temperatur, Wassergehalt und Winde. Die Landemodule untersuchen zudem die Eisenverbindungen in der Marsoberfläche und führten seismische Messungen durch. Mit der aktiven Suche nach dem Leben auf dem Mars stellte das Viking-Programm auch die erste astrobiologische Mission zu einem Planeten dar. Es wurden drei biochemische Experimente zum Nachweis von möglichen biologischen Aktivitäten und ein gaschromatographisches Experiment zur Detektion von organischen Verbindungen durchgeführt.

Bild 3: Die Instrumente des Viking-Orbiters / Quelle: NASA

Die am 20. August 1975 gestartete US-Raumsonde Viking 1 erreichte am 19. Juni 1976 den Planeten Mars. Der zugehörige Lander setzte am 20. Juli 1976 erfolgreich auf der Marsoberfläche in der Region Chryse Planitia auf und lieferte zahlreiche Messwerte und Bilder. Die US-Raumsonde Viking 2, welche am 9. September 1975 gestartet wurde, erreichte am 7. August 1976 den Mars. Der Lander setzte am 3. September 1976 erfolgreich in der Region Utopia Planitia auf. An Bord der Lander befanden sich ein Labor zur Untersuchung von Bodenproben und eine Wetterstation. Insgesamt wurden von der Mission etwa 100.000 Bilder erstellt. Der Orbiter von Viking 1 sendete rund vier Jahre lang Bilder und Daten, sein zugehöriger Lander sogar rund sechs Jahre lang (bis November 1982). Im Falle von Viking 2 sendete der Orbiter rund zwei Jahre lang Daten und Bilder, während sein zugehöriger Lander rund dreieinhalb Jahre aktiv blieb.

Bild 4: Ein aus vielen Einzelbildern der Viking-Orbiter zusammengesetztes Bild vom Mars / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die Landung von Viking 1 auf dem Mars

Die Raumsonde Viking 1 schwenkte am 19. Juni 1976 erfolgreich in eine Umlaufbahn um den Mars ein. Der zugehörige Lander sollte zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) am 04. Juli 1976 sicher auf der Marsoberfläche aufsetzen. Nach einer geologischen Auswertung von Aufnahmen des Mars-Orbiters Mariner 9 wurde ein Landegebiet in der Ebene „Chryse Planitia“ ausgewählt. Für diese „Ebene des Goldes“ waren folgende Kriterien entscheidend: eine flache Ebene, welche früher einmal überflutet war und damit ein geeigneter Ort für die Suche nach Leben gewesen wäre.

Vor der Landung erkundete die leistungsfähige Kamera von Viking 1 noch einmal die Ebene detailreicher und schärfer als im Rahmen der Mariner-9-Mission. Das vorgesehene Landegebiet war mit Kratern übersät und damit ungeeignet für ein sicheres Aufsetzen auf der Marsoberfläche. Infolgedessen wurde der Viking-Orbiter instruiert, nach neuen, geeigneten Landesplätzen zu suchen. Es wurde Tag und Nacht daran gearbeitet und dabei rund 800 Bilder ausgewertet. Trotz der relativ großen Auflösung der Kamera konnten nicht alle Felsbrocken und Spalten erkannt werden, sodass eine Unsicherheit blieb. Zusätzlich wurden Radar-Messungen von der Erde aus durchgeführt, um mögliche Bodenunebenheiten zu erfassen. Insgesamt wurde eine Fläche von der Größe des US-Bundesstaates Texas abgesucht, dabei drei mögliche Landegebiete verworfen, bis am 19. Juli 1976 ein Landeplatz am Rande der Chryse Planitia festlag. Dieser Ort war etwa 900 km vom ursprünglich geplanten Landesplatz entfernt. Der ursprünglich vorgesehene Landestermin am 04. Juli 1976 konnte nicht mehr gehalten werden.

Als neuer Landetermin wurde der 20. Juli 1976 festgelegt, genau sieben Jahre nach dem ersten Betreten des Mondes durch die Astronauten Neil Armstrong und Edwin E. Aldrin im Rahmen der Apollo-11-Mission. Am frühen Morgen des 20. Juli 1976 funkte die Flugkontrolle am Jet Propulsion Laboratory (JPL) einen entsprechenden Befehl in Form eines einzigen Codewortes an den Computer von Viking 1. Aufgrund einer Entfernung von 300 Millionen Kilometern zwischen der Bodenstation auf der Erde und der Raumsonde Viking 1 im Marsorbit dauerte es 19 Minuten, bis der Befehl ankam und ein vorprogrammiertes Instruktionsprogramm auslöste. Der Lander wurde zunächst durch ein Sprungfedersystem vom Orbiter abgekoppelt, bevor in sicherer Entfernung durch das Zünden von kleineren Raketen am Rande der aerodynamischen Schutzkapsel die Landeeinheit im Raum gebremst und ausgerichtet wurde. Dadurch konnte die Landeeinheit durch die Marsgravitation zur Oberfläche des Planeten gezogen werden.

Der Landeabstieg dauerte rund 3,25 Stunden, wobei sich die Landeeinheit einen Großteil dieser Zeit im freien Fall befand. Erst beim Erreichen der oberen Marsatmosphäre wurde die Landekapsel so ausgerichtet, dass ihr Hitzeschild den richtigen Eintrittswinkel zur Marsatmosphäre einnahm. Durch den Luftwiderstand entstanden Temperaturen von bis zu 1.500 °C, welche durch die korkähnliche Beschichtung des Hitzeschildes abgeschirmt wurden. Die Landeeinheit wurde durch den Luftwiderstand und durch den aufgrund des Eintrittswinkels bedingten Auftrieb weiter abgebremst. Damit wurde sichergestellt, dass die Landekapsel nicht zu schnell und zu steil in die Atmosphäre eindrang. In einer Höhe von ungefähr sechs Kilometern öffnete sich ein Fallschirm mit 18 Metern Durchmesser, der die Abstiegsgeschwindigkeit auf etwa 150 km/h senkte. Zusätzlich wurden in etwa 1,4 Kilometern Höhe drei Bremsraketen gezündet, damit die Landeeinheit von Viking 1 so sanft wie möglich aufsetzen konnte.

Erfolgreiche Landung von Viking 1 auf dem Mars

Erst 19 Minuten später konnte der NASA-Flugkontrolleur Richard A. Bender melden: „Aufgesetzt. Die Sonde hat aufgesetzt!“ Der Lander von Viking 1 hatte erfolgreich am Westrand der Chryse Planitia aufgesetzt, auf 22,3° nördlicher Marsbreite und 47,5° westlicher Marslänge. Der Landeplatz befand sich ganz in der Nähe des Zielortes.

Direkt nach dem Aufsetzen wurde das erste Bild von einem der drei Fußteller der Landebeine gemacht, um die Standfestigkeit der Landeeinheit und die Funktionstüchtigkeit der Kamera zu prüfen. Das Ergebnis war positiv: Der Lander stand stabil und die Kamera zeigte sehr klar sogar kleine Einzelheiten wie die erbsengroßen Nieten auf dem Fußteller und feine Geröllsteinchen. Danach wurde die Stereo-Farbkamera eingesetzt, um ein Panoramabild von der Marsoberfläche zu erhalten. Sie befand sich etwa 1,5 Meter über dem Boden, sodass es in etwa der Sicht eines stehenden Menschen entsprach. Das Bild wurde Zeile für Zeile übertragen, was 36 Minuten dauerte. Die erste Panoramaaufnahme überdeckte einen Winkel von 300°. Die Kameras konnten auch Schwarz-Weiß- und Infrarotaufnahmen erstellen und übermitteln.

Bild 5: Der Fußteller eines der Landebeine von Viking 1 / Quelle: NASA/JPL-Caltech

In der Ferne waren Sanddünen zu sehen, dazu eine Vertiefung, welche vermutlich von einem erodierten Krater herrührte. Des Weiteren zeigte das Bild helle Flecken einer feineren Bodenstruktur und einige flache Kämme. Überall verstreut lagen Felsbrocken, welche zum Teil Durchmesser von mehreren Metern hatten. Ein drei Meter großer Felsbrocken war nur zehn Meter vom Landeplatz entfernt und bekam den Namen „Big Joe“. Wenn der Lander auf diesem Felsbrocken gelandet wäre, hätte es wahrscheinlich eine Bruchlandung gegeben.

Bild 6: Der Felsbrocken „Big Joe“ / NASA/JPL-Caltech

Der sichtbare Horizont war etwa drei Kilometer entfernt. Das Gesamtbild sah fast aus wie eine Wüstenlandschaft im Südwesten der USA. Hierzu führte der Astrophysiker Carl Sagan in seinem Buch „Unser Kosmos“ aus: „Das war keine fremde Welt. Ich selber kannte ganz ähnliche Orte in Arizona, Colorado und Nevada. Felsen, Flugsand und eine Anhöhe in der Ferne wirkten ebenso harmlos und natürlich wie irgendeine Landschaft auf der Erde. Mars war ein greifbarer, ein begreifbarer Ort. Natürlich hätte es mich erstaunt, plötzlich einen ergrauten Goldgräber mit seinem Maultier um eine Düne biegen zu sehen, andererseits hätte er durchaus ins Bild gepasst.“ Er führte noch weiter aus: „In all den Stunden, die ich über der Analyse der Venera-9- und -10-Aufnahmen von der Venusoberfläche zugebracht hatte, wäre mir dergleichen nie in den Sinn gekommen. In diesem Fall (Mars) jedoch hatte ich das unabweisbare Gefühl, dass wir auf die eine oder andere Weise zurückkehren würden.“ Mit diesem Gefühl hatte Carl Sagan vollkommen recht. Zwar fand erst rund 20 Jahre später die nächste Mission einer Raumsonde zum Mars statt. Seitdem sind wurden zahlreiche weitere unbemannte Missionen zum Mars geschickt. Darunter befanden sich auch Missionen mit fahrenden Rovern auf der Marsoberfläche und sogar mit einem kleinen Helikopter. Mehr als ein Dutzend davon verliefen erfolgreich und lieferten sehr wertvolle Erkenntnisse vom roten Planeten.

Bild 7: Das erste Farbbild vom Mars / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Der Marshimmel erschien auf den Bildern nicht blau, sondern rötlich. Die Ursache hierfür sind relativ große, eisenoxidhaltige Staubteilchen in der Marsatmosphäre, welche aufgrund der sehr dünnen Atmosphäre federführend für die Streuung des Lichtes verantwortlich sind. Hierbei streuen die Staubteilchen vor allem den rötlichen Anteil des Lichtes. Regelmäßige starke Stürme wirbeln diese Staubteilchen immer wieder in die Atmosphäre, wo sie dann monatelang verbleiben. Übrigens erscheint der Himmel auf der Erde nach einem Sandsturm aus dem gleichen Grund gelblich und die Auf- und Untergänge der Sonne besonders rötlich. Der Marshimmel zeigt also im Ergebnis dieselbe rötliche Färbung wie das Marsgestein, nur ist diese Färbung schwächer.

Der Marsboden zeigte sich gleichmäßig rot, während die Farben der Felsen zwischen grauen und rötlichen Tönen schwankten. Untersuchungen mit dem Röntgenfluoreszenz-Spektrometer ergaben, dass der Marsboden zu zwei Dritteln aus Silizium und Eisen besteht. Der mechanische Greifarm des Landers verfügte über einen Magneten und zog die Bodenproben an, was ebenfalls ein Beweis für einen sehr hohen Eisengehalt war. Die rötliche Färbung des Marsbodens kommt durch Eisenoxid zustande – also durch Rost.

Bild 8: Der Lander von Viking 1 auf dem Mars / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die Landung vom Viking 2 auf dem Mars

Die Raumsonde Viking 2 schwenkte am 7. August 1976 in eine elliptische Umlaufbahn um den Mars ein. Ihr Lander erreichte am 3. September 1976 ebenfalls erfolgreich den Marsboden in der staubigen roten Ebene „Utopia Planitia“. Die Koordinaten des Landeplatzes lagen bei 47,9° nördlicher Marsbreite und 225,7° westlicher Marslänge. Damit befanden sich die Landeplätze von Viking 1 und 2 fast genau auf der jeweils gegenüberliegenden Seite des Planeten.

Das Landegebiet von Viking 2 war geologisch betrachtet eine Tiefebene und lag in höheren Breitengraden. Dort könnte es früher einmal flüssiges Wasser gegeben haben. Deshalb schien das Gebiet noch besser geeignet zu sein, um nach Leben zu suchen, als der Landeplatz von Viking 1. Allerdings lieferten die Experimente von beiden Landeeinheiten vergleichbare, widersprüchliche Ergebnisse.

Bild 9: Der Lander von Viking 2 auf dem Mars / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Mars

Die Lander von Viking 1 und 2 waren mit verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet. Über Antennen konnten sie entweder mit dem Viking-Orbiter oder direkt mit der Erde kommunizieren, um Bilder sowie wissenschaftliche Daten zu übermitteln. Die Lander verfügten über folgende Einrichtungen:

  • Biologisches Labor (für drei verschiedene Experimente zur Lebenssuche)
  • Gaschromatograph-Massenspektrometer (GC-MS) (zur Analyse organischer Moleküle)
  • Röntgenfluoreszenz-Spektrometer (zur Bestimmung der chemischen Elemente im Boden)
  • Stereo-Farbkameras
  • Instrumente zur Untersuchung der physikalischen und magnetischen Eigenschaften des Bodens
  • Wetterstation (zur Messung von Temperatur, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und atmosphärischem Druck)
  • Instrumente für die Landephase (zur Untersuchung der aerodynamischen Eigenschaften und der Zusammensetzung der oberen Marsatmosphäre)

Bild 10: Die Einrichtungen und Instrumente des Viking-Landers / Quelle: NASA

Schon kurz nach der Landung wurde der meteorologische Messarm mit den meteorologischen Sensoren ausgefahren, um das Marswetter zu erforschen. Der erste Marswetterbericht vom Viking-1-Lander lautete: „Schwacher Wind aus östlicher Richtung am Spätnachmittag, nach Mitternacht auf Südost drehend. Maximale Windgeschwindigkeit 24 km/h. Temperaturen von -85 °C bis -28 °C, doch ist anzunehmen, dass dies nicht das Maximum ist. Druck gleichbleibend bei 7,70 Millibar.“ (Quelle: John N. Wilford; Mars – Unser geheimnisvoller Nachbar; Birkhäuser Verlag 1992). Zu dieser Zeit herrschte auf der Nordhalbkugel des Mars Sommer.

Während die Windgeschwindigkeiten im irdischen Bereich lagen, galt dies für die niedrigen Temperaturen und den äußerst geringen Luftdruck natürlich nicht. Die Kameras erfassten zwar kleine Wölkchen am Marshimmel und morgens Reif auf der Marsoberfläche, jedoch keine Niederschläge. Angesichts der extremen Druck- und Temperaturverhältnisse auf dem Mars kann kein flüssiges Wasser auf der Oberfläche existieren, weshalb auch kein Regen entstehen und gemessen werden kann.

Bild 11: Raureif auf der Marsoberfläche /Quelle: NASA/JPL-Caltech

Am 28. Juli 1976 wurde der Greifarm der Landeeinheit zum ersten Mal per Funkbefehl von der Erde eingesetzt. Dieser konnte bis auf drei Meter vom Lander ausgefahren werden, um den Marsboden aufzuschürfen und Bodenproben zu entnehmen. Diese Proben wurden anschließend geologisch und biologisch untersucht. Jede Schürfstelle und jede Gesteinsprobe wurden von den Kameras festgehalten, um die mechanischen Eigenschaften des Bodens zu bestimmen. Dabei stellte sich heraus, dass der Marsboden eine ähnliche Festigkeit und Konsistenz wie feuchter Ackerboden auf der Erde besitzt. Wie bei Ackerkrume verklumpen auch auf dem Mars kleinere Partikel zu größeren Brocken. Die Wände der flachen, geschürften Gräben blieben senkrecht stehen und stürzten kaum ein.

Bild 12: Die Schürfspuren vom Greifer des Viking-1-Landers / Quelle: NASA/JPL-Caltech

An einigen Stellen hatte der Wind den eisenoxidhaltigen Staub weggeblasen, sodass graues Gestein zum Vorschein kam. Fotografische Untersuchungen zeigten bei manchen Felsen eine vesikulöse Struktur. Sie sind von winzigen Bläschen durchsetzt, bei welchen es sich um Hohlräume im Gestein handelt. Diese entstehen durch entweichende, zuvor eingeschlossene Gase beim Abkühlen der Schmelze. Die grobporigen Felsen haben sich vermutlich aus Lava gebildet, als der Mars noch geologisch aktiv war. Diese Lava wurde durch die damals aktiven Vulkane an die Oberfläche gefördert. Das Grundgestein war vermutlich aus alten Lavaströmen entstanden. Nach heutigem Wissensstand gibt es keinen aktiven Vulkanismus mehr auf dem Mars.

Bild 13: Der erloschene Marsvulkan „Olympus Mons“ / Quelle: NASA/JPL-Caltech

Die astrobiologischen Experimente auf dem Mars

Die Viking-Mission war die erste astrobiologische Mission zu einem fremden Planeten. Die biologischen Labore der Viking-Lander maßen 30 × 35 × 27 Zentimeter und bestanden aus drei voneinander getrennten Versuchseinrichtungen. Jedes dieser Minilabore wurde nach den Vorgaben eines eigenen wissenschaftlichen Teams von der TRW Corporation in Redondo Beach, Kalifornien, gebaut und führte eigenständige Versuche unter verschiedenen Voraussetzungen durch.

Ausgangspunkt aller Experimente waren angenommene Stoffwechselprozesse potenzieller Organismen. Der Stoffwechsel ist ein Kernmerkmal des auf Kohlenstoff basierenden Lebens auf der Erde. Es wird angenommen, dass auch Leben im Weltraum bevorzugt auf einer Kohlenstoffbasis beruht. Eine alternative Basis wie Silizium ist zwar theoretisch möglich, jedoch deutlich unwahrscheinlicher.

Bei Stoffwechselaktivitäten auf Kohlenstoffbasis entstehen Gase. Auf der Erde scheiden Pflanzen Sauerstoff aus, welcher von Menschen und Tieren aufgenommen wird. Letztere scheiden wiederum Kohlenstoffdioxid aus, das wiederum von den Pflanzen absorbiert wird. Der Prozess, bei welchem Pflanzen aus Kohlenstoffdioxid und Wasser mithilfe von Sonnenstrahlung Sauerstoff und Stärke (Zucker) erzeugen, wird Photosynthese genannt.

Zum möglichen Nachweis von Leben auf dem Mars wurden vier Experimente durchgeführt:

Pyrolytic-Release-Experiment: Dieses Experiment sollte eine mögliche Photosynthese oder Spuren einer Kohlenstofffixierung nachweisen. Zu diesem Zweck wurden Proben des Marsbodens mit Licht sowie radioaktiv markiertem Kohlenstoffdioxid und Kohlenmonoxid versetzt – jedoch ohne Zugabe von Wasser, um die extremen Bedingungen des Mars beizubehalten. Im Falle von Photosynthese treibenden oder assimilierenden Organismen wäre ein Teil des radioaktiven Kohlenstoffs in Biomasse umgewandelt und somit der Gasphase entzogen worden. Durch anschließendes starkes Erhitzen (Pyrolyse) und Messen der Radioaktivität hätte dies nachgewiesen werden können. Entwickelt wurde das Experiment von Norman Horowitz vom Caltech.

Insgesamt wurden neun Bodenproben entnommen und in einen Reaktionsbehälter überführt. Dort wurden die Proben mit dem Licht einer Xenon-Lampe bestrahlt, wobei der UV-Anteil herausgefiltert wurde. Die Probe wurde einer warmen Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid ausgesetzt, welche mit radioaktiven Kohlenstoffatomen angereichert war. Der Temperaturbereich dieser Atmosphäre lag zwischen 6 und 27 °C. Insgesamt blieb die Probe fünf Tage im Reaktionsgefäß. Danach wurde die Kohlenstoffdioxidatmosphäre durch Helium ersetzt.

Wenn Mikroorganismen den Kohlenstoff aufgrund einer möglichen Photosynthese aufgenommen hätten, wäre die Bodenprobe nun radioaktiv gewesen. Das zuvor eingeleitete Heliumgas wurde dafür aus dem Behälter gespült, um ungebundene Gase zu entfernen. Anschließend wurde die Probe im Reaktionsbehälter auf 625 °C erhitzt, um die organischen Substanzen zu zersetzen. Das dabei entstehende Gas wurde mit einem Geigerzähler untersucht, um mögliches radioaktives Kohlenstoff-14 nachzuweisen.

Aus den Messergebnissen konnten schwache Signale herausgelesen werden, welche in Kontrollexperimenten auf der Erde den Stoffwechselaktivitäten von etwa 1000 Bakterien entsprachen.  

Labeled-Release-Experiment: Dieses Experiment war im Prinzip die Umkehrung des ersten Ansatzes. Eine Probe des Marsbodens wurde mit einer radioaktiv markierten, wässrigen Nährlösung versetzt. Sollten Organismen im Marsboden diese Nährstoffe – im Team scherzhaft als „Hühnersuppe“ bezeichnet – verstoffwechseln, hätten sie radioaktiv markierte Gase (wie Kohlenstoffdioxid) ausgeschieden. Dieses Experiment wurde von Gilbert V. Levin von der Biospherics Incorporated in Rockville, Maryland (einem privaten Labor), entwickelt.

Im Rahmen dieses Experiments wurde eine Bodenprobe mit einer wässrigen, radioaktiv markierten Nährlösung versetzt. Anschließend wurde das Gas über der Probe elf Tage lang überwacht. Es sollte festgestellt werden, ob durch Stoffwechselaktivitäten radioaktiver Kohlenstoff-14 freigesetzt wurde, der in Molekülen von Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid und Methan gebunden war.

Gas-Exchange-Experiment: Bei diesem Experiment wurde eine Bodenprobe über eine längere Zeit einem Gasgemisch ausgesetzt und schrittweise mit Nährstoffen befeuchtet. Mithilfe eines Gaschromatographen wurde in regelmäßigen Abständen untersucht, ob potenzielle Organismen die Zusammensetzung des Gasgemisches durch Stoffwechselaktivitäten veränderten. Dieses Experiment wurde vom Biologen Vance Oyama am Ames Research Center der NASA entwickelt.

Es sollte ermittelt werden, ob Mikroorganismen aufgrund von Stoffwechselaktivitäten die Konzentration von mindestens einem der folgenden molekularen Gase erhöhen oder erniedrigen: Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid oder Methan. Um mögliche Änderungen zu messen, wurden jeweils nach 1, 2, 4, 8 und 12 Tagen eine Gasprobe aus dem Reaktionsgefäß entnommen und mit einem Gaschromatographen und einem Massenspektrometer untersucht. Zu Kontrollzwecken wurden separate Proben auf über 160°C erhitzt und damit sterilisiert. Anschließend erfolgte ebenfalls eine Untersuchung auf mögliche Änderungen der Konzentrationen der oben genannten Gase.

Gaschromatograph-Massenspektrometer (GC-MS): Mit diesem chemischen Analysegerät wurde die molekulare Zusammensetzung des Marsbodens untersucht. Es diente primär dazu, unabhängig von biologischer Aktivität nach organischen (kohlenstoffhaltigen) Verbindungen als Grundbausteine des Lebens zu suchen.

In diesem Gerät wurden die Bodenproben durch Erhitzen in einem kleinen Ofen in die Gasphase gebracht und die aufgrund der Wärme aufsteigenden Gase dann im Gaschromatographen in die molekularen Bestandteile zerlegt.

Mit Hilfe des Massenspektrometers erfolgte dann die Identifizierung der Moleküle, welche dafür in einem elektrischen Feld beschleunigt und je nach Zusammensetzung bzw. ihrer Masse in einem Magnetfeld unterschiedlich stark abgelenkt wurden. Der Gaschromatograph-Massenspektrometer wurde von Klaus Biemann entwickelt, welcher ein Experte für organische Chemie am Massachusetts Institute of Technology war.

Die Bewertung der astrobiologischen Experimente

Die Experimente verliefen im Ergebnis widersprüchlich. Im zweiten Experiment konnte eine relativ starke Zunahme von radioaktivem Gas gemessen werden, nachdem die Probe mit radioaktiv markierter Nährlösung versetzt wurde. Dies könnte auf einen biologischen Mechanismus hindeuten oder es handelt sich um einen rein chemischen Vorgang. Im dritten Experiment wurde eine Zunahme von Sauerstoff festgestellt, nachdem der Bodenprobe Wasser zugeführt wurde. Allerdings trat dieser Effekt auch noch auf, als die Probe durch Hitze sterilisiert wurde. Des Weiteren trat dieser Effekt nur beim erstmaligen Hinzufügen von Wasser auf und danach nicht mehr. Das vierte und letzte Experiment konnte keine signifikanten Mengen organischer Moleküle im Marsboden nachweisen. Dies würde die These stützen, wonach die in den Experimenten 2 und 3 beobachteten Vorgänge rein chemisch und nicht durch biologische Mechanismen zu erklären sind. Die Mehrheit der Wissenschaftler ist dieser These zugeneigt. Im Ergebnis lieferten die Experimente keinen eindeutigen Hinweis für oder gegen Leben auf dem Mars.

Mittlerweile lassen sich alle beobachteten Reaktionen auch auf dem Mars auch durch rein chemische Wege erklären, was jedoch biologische Hintergründe nicht ausschließen kann. Vergleichsexperimente unter marsähnlichen Bedingungen in Wüstengebieten auf der Erde (z. B. Atacama-Wüste) führen zu ähnlichen widersprüchlichen Ergebnissen. Wenn der Marsboden Perchlorate enthält, dann treten die beobachteten Reaktionen auch auf abiotische Weise auf. So enthalten die ariden Böden der Atacama-Wüste Perchlorate. Mit der Phoenix-Landesonde konnten im Jahr 2008 Perchlorate auch im Marsboden nachgewiesen werden. Im Jahr 2012 wurden die Daten der Viking-Mission aus den astrobiologischen Experimenten im Rahmen eines mathematischen Modells analysiert, welches wiederum eine biologische Reaktion nahelegen würde.

Bild 14: Vergleich Atacama-Wüste – Marslandschaft / Quelle: Dr. Jacob Heinz / NASA/JPL-Caltech/ASU

Fazit: Aus heutiger Sicht waren die Experimente der Viking-Mission nicht ausreichend geeignet, Leben auf dem Mars in eindeutiger, widerspruchsfreier Weise nachzuweisen. Die Frage nach möglichem Leben auf dem Mars bleibt offen und muss im Rahmen zukünftiger Missionen geklärt werden.

Einige Bilder der Viking-Mission schienen den Eindruck zu erwecken, dass es künstliche Bauwerke auf dem Mars geben würde. So schien es ein berggroßes steinernes Gesicht auf dem Mars zu geben oder Pyramiden. Allerdings waren diese Bilder nicht sehr aussagekräftig. Der Eindruck der Künstlichkeit ergab sich aus einem Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie Übertragungsfehlern. Nachfolgende Raumfahrtmissionen zeigten eindeutig, dass es sich um natürliche Oberflächenformationen handelt. Bisher wurden keine künstlichen Bauwerke auf dem Mars nachgewiesen. Höherentwickeltes Leben auf dem Mars dürfte definitiv ausgeschlossen sein.

Bild 15: Das vom Viking-Orbiter aufgenommene Marsgesicht ist tatsächlich eine natürliche Formation / Quelle: NASA/JPL

Das Ende der Viking-Mission

Konzipiert war die Viking-Mission für eine Dauer von einigen Monaten. Wenn die zwei Orbiter und zwei Lander nur bis November 1976 funktioniert hätten, wäre die Mission von der NASA schon als erfolgreich bezeichnet worden. Stattdessen funktionierten sie noch viele Jahre und lieferten sehr wertvolle Ergebnisse.

Der Orbiter von Viking 2 stellte am 25. Juli 1978 den Betrieb ein, nachdem der Treibstoff aufgrund eines Lecks im Tanksystem verbraucht war. Der Lander von Viking 2 schaltete sich je nach Zeitzone am 11. bzw. 12. April 1980 ab, als seine Batterien versagten.

Im Falle des Orbiters von Viking 1 musste dieser am 7. August 1980 von der NASA abgeschaltet werden, nachdem der Treibstoff für die Lageregelung nahezu vollkommen verbraucht war. Der Lander von Viking 1 stellte seine Funktion nach 2307 Erdentagen bzw. 2245 Marstagen am 11. November 1982 ein. Die Ursache war ein fehlerhaftes Software-Update von der Bodenkontrolle, welches die Ausrichtung der Antenne zur Erde unterbrach, woraufhin der Kontakt endgültig abriss.

Damit endete die sehr erfolgreiche Viking-Mars-Mission, welche unsere Erkenntnisse über den roten Planeten deutlich erweiterte. Erst 1997 erreichten zwei US-Raumsonden wieder erfolgreich den Mars. Im Rahmen der Mission „Mars Pathfinder“ erreichte am 4. Juli 1997 wieder eine Landeeinheit erfolgreich den Marsboden und setzte den Roboter-Rover „Sojourner“ aus. Mit der Mission „Mars Global Surveyor“ erreichte am 11. September 1997 wieder ein Orbiter erfolgreich eine Umlaufbahn um den Mars.

Seit diesen Pionierleistungen der Raumfahrt wurden zahlreiche weitere unbemannte Missionen zum Mars geschickt. Mehr als ein Dutzend davon verlief erfolgreich und revolutionierte unser Bild vom roten Planeten – darunter die bekannten Rover Curiosity und Perseverance. Für die nahe Zukunft sind bereits die nächsten unbemannten Sonden und Probenrückführmissionen konkret geplant.

Nach dem Mond ist der Mars auch das langfristige Ziel für eine erste bemannte Mission. Hierfür sind allerdings noch enorme gesellschaftliche, medizinische und technologische Herausforderungen zu meistern, sodass eine Realisierung vor den 2040er Jahren unwahrscheinlich sein dürfte.

Der rote Planet Mars hat noch genügend Geheimnisse, welche mit den Pionierleistungen der modernen Raumfahrt gelüftet werden wollen. Die Viking-Missionen waren vor 50 Jahren ein erfolgreich bewältigtes Abenteuer und ein Meilenstein auf diesem „Mars Trek“.

Astrobiologische Marsforschung im Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE)

Das „Astronomie-Netzwerk Weser-Ems“ (ANWE) ist ein Verbund aus fünf Hochschulen (darunter zwei Universitäten), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung in Bremen und Nordwest-Niedersachsen. Es hat seinen formellen Sitz an der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth am Standort in Wilhelmshaven.

Das ANWE kooperiert mit der „Deutschen Astrobiologischen Gesellschaft“ (DAbG) und dem „Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik“ (IFEX) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Entsprechend besteht im ANWE auch eine Fachgruppe „Astrobiologie“, deren Koordinator Dr. Jacob Heinz vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen ist. Die Universität Bremen ist Mitglied im ANWE, wobei das ZARM eine ausführende Stelle ist.

Im Labor für angewandte Weltraum-Mikrobiologie am ZARM wird astrobiologische Forschung betrieben. So wird dort unter anderem untersucht, wie Mikroben unter den marsähnlichen Bedingungen in der Atacama-Wüste (Chile) überleben können. Damit können auch Rückschlüsse für mögliches Leben auf dem Mars gezogen werden.

Das IFEX wiederum ist mit einer Meteor- und UAP-Kamera (AllSkyCAM) am Projekt „VaMEx3-MarsSymphony“ beteiligt, einem Teilprojekt der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR geförderten Initiative VaMEx (Valles Marineris Explorer). Der Fokus liegt auf der Schwarm-Kommunikation: Ein Netzwerk aus autonomen Rovern, Drohnen und Satelliten soll harmonisch zusammenspielen („Symphonie“), um die tiefen Canyons und Höhlen auf dem Mars zu erkunden. In diesen vor allem vor Strahlung geschützten Nischen soll dann auch nach Leben auf dem Mars gesucht werden.

Bild 16: Das Valles Marineris vom Orbiter Viking 1 aus gesehen / Quelle: NASA/JPL

Quellen

Für diesen Artikel wurden unter anderem vier Bücher verwendet, welche ausdrücklich von mir empfohlen werden:

Carl Sagan; Unser Kosmos; Bechtermünz Verlag; 1980 / 1997

John N. Wilford; MARS – Unser geheimnisvoller Nachbar; Birkhäuser Verlag; 1990 / 1992

Mathias Scholz; Astrobiologie; Springer Spektrum; 2015

Wolfgang W. Osterhage, Christian Gritzner; Die Geschichte der Raumfahrt; Springer; 2022

Des Weiteren fanden folgende Websites Verwendung, welche am 14. Juli 2026 aufgerufen wurden:

Viking Project

https://raumfahrtmissionen.dlr.de/missionen-von-a-bis-z/209-viking-1

https://raumfahrtmissionen.dlr.de/missionen-von-a-bis-z/210-viking-2

Astrophysiker Andreas Schwarz zu Gast bei Radio Jade

Der Diplom-Physiker und Astrophysiker Andreas Schwarz war am 18.07.2026 von 18:00 bis 20:00 Uhr zu Gast bei Christof Ueberschaar in der 49. Ausgabe seiner Sendung „Kilowatt“ im Bürgerfunk von Radio Jade. Für die Einladung und die tolle Sendung ein großes Dankeschön an Moderator Christof Ueberschaar!

Im Rahmen der Sendung wurde das Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE) mit seinen Aktivitäten in Wissenschaft und Forschung sowie in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit ausführlich vorgestellt. Dazu gehörten auch die Aktivitäten der Verbundmitglieder, zu denen unter anderem der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. zählt.

Von 18:00 bis 19:00 Uhr drehte sich alles um die Astrobiologie – die spannende Suche nach Leben im Weltraum. Zwischendurch wurden passende Musikstücke mit Bezug zur Astronomie gespielt. Im zweiten Teil der Sendung von 19:00 bis 20:00 Uhr ging es um die Gefährdung der Menschheit durch Kleinkörper aus dem Weltall und durch Sonnenstürme. Neben der zugehörigen Wissenschaft wurde auch auf die notwendigen technologischen Entwicklungen eingegangen, die für diese Forschung und für die Sicherung der zukünftigen Entwicklung der Erde erforderlich sind.

In der 50. „Kilowatt“-Sendung am 15.08.2026 von 18:00 bis 20:00 Uhr wird Andreas Schwarz erneut zu Gast sein. Dann geht es um die gesellschaftliche Bedeutung des Weltraums, um das Weltraumrecht und um die Weltraumwirtschaft.

Nachfolgend kann der Mitschnitt zur 49. Sendung „Kilowatt“ heruntergeladen werden:

Bild: Christof Ueberschaar und Andreas Schwarz im Studio von Radio Jade / Quelle: Christof Ueberschaar

Der Sternenhimmel im Juli 2026

Die Sternbilder im Juli 2026

Bild 1: Der gesamte Sternenhimmel am 15.07.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Im Juli stehen die Sternbilder Skorpion (Scorpius), mit seinem hell und rötlich leuchtenden Stern Antares, und Schütze (Sagittarius) im Süden.  Der rote Überriese Antares ist zirka 600 Lichtjahre entfernt und hat eine Größe von 700 bis 800 Sonnenradien. Übersetzt bedeutet der Name Antares „Gegen-Mars“, da dieser am Sternenhimmel vergleichbar aussieht wie der rote Planet Mars. Im Sternbild Schützen befindet sich von der Position unseres Sonnensystems aus gesehen das Zentrum der Milchstraße, welches ein Super Massives Schwarzes Loch von rund Vierhundertmillionen Sonnenmassen beherbergt. Skorpion und Schütze befinden sich relativ tief im Süden, da die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn am Sternenhimmel, dort entsprechend niedrig verläuft. Das Band der Milchstraße verläuft quer über den Sternenhimmel. Es beinhaltet etwa 300 Millionen Sterne. Im Sommer ist es aufgrund der Resthelligkeit schwerer zu beobachten.

Der Große Bär (Ursa Major) geht am Sternenhimmel aufgrund seiner relativen Nähe zum Himmelsnordpol niemals unter. Am Abend des Julis steht er relativ tief im Nordwesten. Markanter Teil des Großen Bären sind sieben hellere Sterne, welche auch als Großer Wagen bezeichnet werden. Die Verlängerung der letzten beiden Kastensterne in nördlicher Richtung führt zum Polarstern. In Richtung Polarstern zeigt die scheinbare Verlängerung der Erdachse, womit sich der Sternenhimmel von dieser Perspektive aus scheinbar um den Polarstern dreht und dieser damit den Himmelsnordpol markiert. Allerdings ist der Polarstern etwa einen Grad vom Himmelsnordpol entfernt. Der Polarstern ist der letzte Stern an der Deichsel des Kleinen Wagens bzw. des Kleinen Bären (Ursa Minor). Die Verlängerung des letzten Deichselsterns des Großen Wagens zeigt auf den Roten Riesen Arthur im Sternbild Bootes (Bootes), welcher nur 37 Lichtjahre entfernt ist und eine Größe von 26 Sonnenradien hat. Der Bärenhüter Bootes steht leicht westlich, während sich die Position des Sternbildes Löwen (Leo) schon deutlich in den Westen verschoben hat.

Die Sternbilder Leier (Lyra), Schwan (Cygnus) und Adler (Aquila) sind im östlichen Himmelsabschnitt zu finden. Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Atair bilden das Sommerdreieck und werden bereits zum Einbruch der Dunkelheit sichtbar. Im Sternbild Leier befindet sich ein Ringnebel. Diese entstehen, wenn massenärmere Sterne am Ende ihres Lebens als Roter Riese die äußere Hülle abstoßen. Übrig bleibt ein sogenannter Weißer Zwergstern und ein sogenannter planetarischer Nebel, welcher sich in einigen Zehntausend Jahren auflöst. Höher im Süden befindet sich das Sternbild Herkules (Hercules), welches den bekannten Kugelsternhaufen M 13 beherbergt. Dieser umfasst rund 500.000 Sterne und ist rund 25.000 Lichtjahre entfernt. Im Herkules findet sich auch der Kugelsternhaufen M 92, welcher etwa 290.000 Sonnenmassen beinhaltet und rund 29.000 Lichtjahre entfernt ist. Tief im Südwesten findet sich noch das Sternbild Waage (Libra).

Die Planeten im Juli 2026

Die Planeten lassen sich bis auf Merkur alle am Sternenhimmel finden. Der Merkur hat seine Abendsichtbarkeit im Juni beendet und ist im Juli 2026 nicht beobachtbar. Am 13.07.2026 steht er in Konjunktion mit der Sonne und baut anschließend schnell westliche Winkelabstände zur Sonne auf. Im August 2026 erscheint der Merkur dann am Morgenhimmel.

Die Venus steht im Sternbild Löwe und ist weiterhin als ein auffälliges, strahlendes Objekt am Abendhimmel zu sehen. Ihre Helligkeit nimmt sogar noch etwas zu. Am 08.07.2026 bewegt sich die Venus in gut einem Grad Abstand an den Hauptstern des Löwen, Regulus, vorbei. Regulus bedeutet übersetzt kleiner König. Als sogenannter Abendstern verkürzt sich die Sichtbarkeitsdauer der Venus im Juli 2026 allerdings.

Der rote Planet Mars durchläuft das Sternbild Stier (Taurus) und zieht am 14.07.2026 in einem Abstand von fünf Grad nördlich an Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers vorbei. Aldebaran ist ein Roter Riese mit dem 1,16-fachen der Sonnenmasse und 67 Lichtjahre entfernt. Der Mars taucht am Morgenhimmel auf und kann bei guten Sichtbarkeitsbedingungen in der Morgendämmerung ausgemacht werden. Bereits am 04.07.2026 zieht der Mars in einem Abstand von nur 0°6′ am Uranus vorbei, eine Möglichkeit, den Uranus am Sternhimmel ausfindig zu machen.

Der Planet Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel und steht am 29.07.2026 in Konjunktion mit der Sonne. Er durchläuft das Sternbild Krebs (Cancer).

Der Planet Saturn steht im Sternbild Fische (Prices) und hat seinen Auftritt noch in der zweiten Nachthälfte. Allerdings verlagern sich seine Aufgänge zunehmend in die erste Nachthälfte. Des Weiteren setzt der Planet am Ende des Monats zur sogenannten Oppositionsschleife an, in der seine Bewegung am Sternhimmel scheinbar zum Stillstand kommt und dann rückläufig wird. Diese scheinbare Bewegung kommt dadurch zustande, dass die sich schneller bewegende Erde den langsamer laufenden Saturn überholt.

Der Uranus befindet sich ebenfalls wie der Mars im Sternbild Stier. Wir bereits beschrieben, zieht der Mars am 04.07.2026 in nur 0°6′ am Uranus vorbei. Mit einem Feldstecher oder Teleskop kann der Uranus mit Hilfe des Mars dann ausfindig gemacht werden. Der Uranus ist wie der Mars und der Saturn in der zweiten Nachthälfte sichtbar.

Der Neptun steht im Sternbild Fische und setzt ebenfalls zu seiner Oppositionsschleife an. Er ist in der zweiten Nachthälfte zu finden, wobei sich seine Aufgänge in die erste Nachthälfte verlagern. Allerdings kann der Neptun nur mit optischen Hilfsmitteln gesehen werden.

Die Meteorströme im Juli 2026

Im Juli 2026 sind mehrere Meteorströme sichtbar. Die Pegasiden haben ihren Radianten im Sternbild Pegasus und erreichen ihren Höhepunkt um den 10.07.2026. Die ursächlichen Meteoroiden dringen mit relativ hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein.

Als stärkster Meteorstrom treten vom 12.07. bis 19.08. die Delta-Aquariden auf, welche ihren Radianten im Sternbild Wassermann (Aquarius) haben. Sie tragen auch den Namen Juli-Aquariden. Im Maximum sind etwa 20 bis 25 Meteore zu erwarten. Allerdings sind die Meteore nicht besonders hell und damit nicht auffällig.

Die Alpha-Capricorniden haben ihren Radianten im Sternbild Steinbock (Capricornus) und treten vom 03.07. bis 15.08.2026 auf. Sie treten die ganze Nacht auf. Ihren Höhepunkt erreichen sie am 30.07. mit nur fünf Meteoren pro Stunde.

Der Anti-Helion-Komplex ist als permanenter Meteorstrom weiterhin aktiv. Sein Radiant verlagert sich stetig ostwärts und durchsteift im Juli 2026 das Sternbild Steinbock. Aufgrund der langsameren Geschwindigkeit der Alpha-Capricorniden sind diese vom Anti-Helion-Komplex im Sternbild Steinbock unterscheidbar.

Die Perseiden, welche Mitte August ihren Höhepunkt erreichen, treten ab dem 16.07.2026 auf.

Bild 2: Der Sternenhimmel in Richtung Süden am 15.07.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Dynamische Entwicklung im Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE)

Das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE) entwickelt sich mit großer Dynamik fachlich weiter und möchte damit auch zur Entwicklung der Region Weser-Ems in Bremen und Nordwest-Niedersachsen beitragen. Bisher verfügte das ANWE über die Fachgruppen Gravitationsphysik, Geowissenschaften, Theoretische Astronomie, Praktische Astronomie, Technische Astronomie, Astrofotografie, Raumfahrt, Wissenschaft und Forschung sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt kommen zwei neue Fachgruppen hinzu: Astrobiologie und Weltraumwirtschaft. Die Hintergründe hierzu werden im nachfolgenden Artikel ausführlich erläutert.

Aufgrund der neuen Kooperationen mit der Deutschen Astrobiologischen Gesellschaft (DAbG) und der bereits seit 2023 bestehenden Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde die Fachgruppe Astrobiologie eingerichtet. Koordinator ist Dr. Jacob Heinz vom ZARM der Universität Bremen. Damit ist die Astrobiologie als Fachgebiet auch im ANWE sichtbar und verankert.

Bild 1: Astrobiologie – Vergleich Atacama-Wüste / Marslandschaft / Quelle: Dr. Jacob Heinz / NASA/JPL

Die dynamische Entwicklung der Weltraumwirtschaft und die damit verbundenen Aktivitäten und Zielsetzungen des ANWE haben zur Einrichtung der Fachgruppe Weltraumwirtschaft geführt. Die Fachgruppenkoordination wird von Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz übernommen, wobei bereits ein Arbeitsteam im Netzwerk besteht. Mit diesem Thema möchte das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems die Region zum Wohle aller entwickeln und die Zukunft gestalten.

Auf dem ersten Barcamp des Digitalen Innovationszentrums JadeBay und dem JadeBay-Sommerfest am 18.06.2026 auf Gut Altmarienhausen in Sande wurden neun Zukunftsthemen besprochen, darunter das Thema „Weltraumwirtschaft in der Region“. Zu jedem der neun Themen wurden ausführliche Diskussionen geführt, die Ergebnisse protokolliert und daraus eine KI-generierte Zusammenfassung in Form eines Plakates erstellt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Team der JadeBay sowie alle Teilnehmenden für eine sehr erfolgreiche und schöne Veranstaltung! Ausführliche Informationen finden sich bei der JadeBay GmbH unter nachfolgendem Link: Barcamp/Sommerfest JadeBay | JadeBay

Bild 2: KI-generiertes Plakat aus den Ergebnissen der Diskussion zur Weltraumwirtschaft in der Region / Quelle: JadeBay GmbH

Das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE) ist ein Verbund aus fünf Hochschulen (darunter zwei Universitäten), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung in Bremen und Nordwest-Niedersachsen.

Konkret ist das ANWE eine dynamische Infrastruktur, welche Wissenschaft und Forschung, Citizen Science, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Wissenstransfer in die Gesellschaft sowie ehrenamtlich und hauptberuflich darin Tätige miteinander auf Augenhöhe verbindet und für alle Synergien fördert.

Die ANWE-Fachgebiete sind Astronomie, Astrophysik, Gravitationsphysik, Geowissenschaften, Raumfahrt, Weltraumforschung und damit assoziierte Wissenschaften sowie nun auch Astrobiologie und Weltraumwirtschaft. Es hat seinen formellen Sitz an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Mit seinen Themen wird das Astronomie Netzwerk Weser-Ems auch zunehmend zu einem Zukunftsnetzwerk für die Region. Ein Motto des ANWE ist: Eine prosperierende Zukunft zum Wohle aller wird Gegenwart!

Das Exposé zur Weltraumwirtschaft in der Region Weser-Ems in ausführlicher Form (8 Seiten) und in einer Kurzversion (2 Seiten):

ANWE und DAbG beginnen Kooperation zur Astrobiologie

Das Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE) und die Deutsche Astrobiologische Gesellschaft (DAbG) haben durch Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung eine Kooperation zur Entwicklung, Förderung und Pflege der Astrobiologie und der damit assoziierten Wissenschaften begonnen. Diese Kooperation ist auch eine sinnvolle Ergänzung zur assoziierten Mitgliedschaft des ANWE im Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo auch die Suche nach Leben im Weltraum im Fokus steht.

Im Labor für angewandte Weltraum-Mikrobiologie am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen, welche Mitglied im ANWE ist, wird bereits astrobiologische Forschung betrieben. So wird dort unter anderem untersucht, wie Mikroben unter den marsähnlichen Bedingungen in der Atacama-Wüste (Chile) überleben können. Damit können auch Rückschlüsse für mögliches Leben auf dem Mars gezogen werden. An der Hochschule Emden-Leer, welche ebenfalls Mitglied im ANWE ist, werden neben anderem auch Optiken zur Messung von biologischen Signaturen und chemischen Stoffen in den Atmosphären von Exoplaneten entwickelt.

Bild 1: Vergleich von Atacama-Wüste und Marslandschaft / Quelle: Dr. Jacob Heinz und NASA/JPL

Die Astrobiologie

Die Astrobiologie ist eine interdisziplinäre Naturwissenschaft. Sie erforscht den Ursprung, die Evolution, die Verbreitung und die Zukunft des Lebens im Weltraum. Sie hat große Schnittmengen mit der Astronomie und Astrophysik, der Gravitationsphysik, den Geowissenschaften, den Raumfahrtwissenschaften, der Weltraumforschung, Physik, Chemie, Biologie und weiteren damit assoziierten Wissenschaften.

Eine der großen Fragen der Menschheit ist, ob sie alleine im Universum ist. Die Wissenschaft geht davon aus, dass dem wahrscheinlich nicht so ist. Seit den 1960er Jahren wird intensiv nach möglichen Signalen von technologisch entwickelten intelligenten Lebensformen gesucht. Mit den Raumsonden Viking 1 und 2 auf dem Mars begann ab 1976 auch die Suche nach einfachen Lebensformen. Spannende Kandidaten für außerirdische Einzeller sind auch die Jupitermonde Europa und Ganymed sowie die Saturnmonde Enceladus und Titan. Hochentwickelte Lebensformen könnten potentiell auf Exoplaneten gefunden werden. Diese Planeten außerhalb unseres Sonnensystems können wir seit 1992 nachweisen. Mittlerweile sind wir zunehmend in der Lage, die Atmosphären von Exoplaneten nach biologischen Signaturen zu untersuchen.

Bild 2: Forschungsfeldlager in der Atacama-Wüste bei Nacht / Quelle: Dr. Jacob Heinz ZARM / Universität Bremen

Die Begriffe Exobiologie und Astrobiologie werden weitgehend synonym verwendet und die Unterschiede sind sehr fein. Die Exobiologie beschäftigt sich expliziter mit der Suche nach Leben im Weltraum, widmet sich allerdings auch der Entwicklung und dem Verhalten von irdischem Leben im All. Die Astrobiologie betrachtet auch die Ursprünge des Lebens auf der Erde und im Universum sowie deren Entwicklung und Verhalten auch auf der Erde. Durch die Untersuchung von Lebensformen in extremen Umweltbedingungen auf der Erde (sogenannte Extremophile) können auch mögliche Rückschlüsse für die Entstehung und Entwicklung von Lebensformen außerhalb der Erde gezogen werden. Ein Beispiel hierfür ist die oben beschriebene Untersuchung von Mikroben in der Atacama-Wüste unter marsähnlichen Bedingungen. Mit zunehmender Verbesserung der Messtechnik steigt die Wahrscheinlichkeit, Leben außerhalb der Erde nachzuweisen.

Bild 3: Entnahme einer Salzknolle in der Atacama-Wüste (Chile) / Quelle: Dr. Jacob Heinz ZARM / Universität Bremen

Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE)

Das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE) ist ein Verbund aus fünf Hochschulen (darunter zwei Universitäten), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung in Bremen und Nordwest-Niedersachsen. Konkret ist das ANWE eine dynamische Infrastruktur, welche Wissenschaft und Forschung, Citizen Science, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Wissenstransfer in die Gesellschaft sowie ehrenamtlich und hauptberuflich darin Tätige miteinander auf Augenhöhe verbindet und für alle Synergien fördert. Die ANWE-Fachgebiete sind Astronomie, Astrophysik, Gravitationsphysik, Geowissenschaften, Raumfahrt, Weltraumforschung und damit assoziierte Wissenschaften sowie nun auch Astrobiologie. Es hat seinen formellen Sitz an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven.

Deutsche Astrobiologische Gesellschaft (DAbG)

Die Deutsche Astrobiologische Gesellschaft ist ein gemeinnütziger Verein, der sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert und den wissenschaftlichen Informationsaustausch sowie die Zusammenarbeit seiner Mitglieder fördert – mit dem Ziel, die astrobiologische Forschung in Deutschland voranzutreiben und ihr zu größerer Sichtbarkeit zu verhelfen. Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen, an denen astrobiologische Forschung und Lehre betrieben werden. Die Deutsche Astrobiologische Gesellschaft soll als gemeinsames Dach für die dort tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fungieren und die internationale Sichtbarkeit der Astrobiologie in Deutschland steigern.

Bild 4: Der Planet Mars / Quelle: Ralf Schmidt AVWF

Abenteuer Astronomie: Kooperationsstart für Sternwarte auf Wangerooge

Das Inselheim Rüstringen e. V. auf der friesischen Insel Wangerooge wartet mit einer besonderen Attraktion auf, einer Sternwarte. Sie ist ausgerüstet mit einem Zeiss APQ 150/1200-Refraktor-Teleskop, einem Zeiss AS80/840-Refraktor-Teleskop und einem C14-Reflektor-Teleskop. In der Nacht können der Mond sowie die Planeten des Sonnensystems, die Monde des Jupiters und Saturns, die Nebel in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, die offenen und kugelförmigen Sternhaufen, Doppelsterne, die Milchstraße und die Galaxien professionell beobachtet werden. Tagsüber kann die Sonne beobachtet und mit speziellen Filtern in ihren Details mit Granulationen, Fackeln, Flecken und Protuberanzen betrachtet werden. Mit Hilfe eines Computers und einer elektrischen Montierung können die astronomischen Objekte angesteuert werden. Spezielle Kameras ermöglichen auch die Aufnahmen der beobachtbaren Objekte.

Bild 1: Das Inselheim Rüstringen mit der Sternwarte aus der Luft / Fotograf: Astronom und Pilot René Rogge

Anlässlich des 75. Jahresjubiläums der Gründung des Inselheims Rüstringen im Jahr 2002 wurde 2001 mit einem Aus- und Umbau begonnen und von der Baader Planetarium GmbH die seinerzeit modernste Schulsternwarte in Deutschland errichtet. Neben der Schulsternwarte sind auch moderne Seminarräume für Lehrveranstaltungen und Vorträge vorhanden. Seit 2002 haben Schülerinnen und Schüler sowie interessierte Gäste die Möglichkeit, über die Sternwarte unmittelbar am Abenteuer Astronomie teilzuhaben. Das Neue Gymnasium Wilhelmshaven (NGW) und der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. bieten seit 2019 regelmäßig die Astro-Akademie für begeisterte Schülerinnen und Schüler an. Am 28.10.2023 führte der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. den deutschlandweiten Tag der Astronomie im Inselheim Rüstringen durch. Es gab Vorträge und astronomische Beobachtungen mit der Sternwarte. Die vielen interessierten Besucherinnen und Besucher machen den Tag zu einem vollen Erfolg. Das Inselheim lud die Gäste dann auch spontan zu einem Abendbrotessen ein. Es gibt auf Anfrage auch regelmäßig Vorführungen in der Sternwarte.

Bild 2: Auf den Weg in die Sternwarte / Quelle: AVWF

Rechtzeitig vor dem 25. Jahresjubiläum zur Errichtung der Sternwarte soll eine offizielle Kooperation zwischen dem Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. und dem Inselheim Rüstringen e. V. den Betrieb der Sternwarte im Bereich der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit fördern und stärken. Durch die am 04.06.2026 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung wird das Inselheim Rüstringen e. V. kooperatives Mitglied im Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF). Über den AVWF ist das Inselheim mit der Sternwarte auch in das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE), einen Verbund aus fünf Hochschulen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung, eingebunden.

Bild 3: Ein Astrophysiker am Teleskop / Quelle: AVWF

Im Ergebnis ist der Betrieb der Sternwarte damit in den Bereichen Forschung, Lehre, Studium, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit eingebunden. Der Schwerpunkt liegt auf der Bildung von Schülerinnen und Schülern sowie Kindern und Jugendlichen. Durch die Anbindung ans ANWE profitiert die Bildungsarbeit von der aktuellen Forschung. Auch eine personelle Stärkung des Betriebs der Sternwarte ist das Ziel. Über das ANWE können sich interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Amateur-Astronominnen und -Astronomen sowie Lehrerinnen und Lehrer aktiv an der Bildungsarbeit beteiligen und astronomische Bildungsinhalte vermitteln. Des Weiteren werden im Bereich der Hochschulen und im Rahmen des Bildungsclusters Ahoi-MINT astronomische Bildungsangebote entwickelt. Zwischen Ahoi-MINT und dem ANWE gibt es ebenfalls eine Kooperation. Die Sternwarte ist damit ein innovativer Akteur im Bereich der Forschung, Lehre und Bildungsarbeit zum Wohle unserer Gesellschaft.

Bild 4: Tief im Westen findet sich die Sternwarte des Inselheims-Rüstringen e. V. / Quelle: AVWF

Der Sternenhimmel im Juni 2026

Vorabinformationen

Ab Juni 2026 wird monatlich ein kleiner Bericht zum aktuellen Sternenhimmel mit einer Sternkarte veröffentlicht. Im Bericht wird aufgeführt, welche Sternbilder am Abendhimmel zu sehen sind. Des Weiteren werden die sichtbaren Planeten, Meteorströme und sonstigen astronomischen Ereignisse aufgeführt. Die Sternkarte zeigt den Sternenhimmel zur Monatsmitte um 22:00 Uhr (MEZ / MESZ) und wird mit dem kostenlosen Programm „Stellarium“ erstellt.

Die Sternbilder im Juni 2026

Bild 1: Der gesamte Sternenhimmel am 15.06.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Im Juni ist tief im Südosten das Sternbild Skorpion (Scorpius) mit seinem hell und rötlich leuchtenden Stern Antares zu sehen. Übersetzt bedeutet Antares „Gegen-Mars“, da dieser am Sternenhimmel vergleichbar aussieht wie der rote Planet Mars. Es ist ein roter Überriese in zirka 600 Lichtjahren Entfernung von uns, mit einer Größe von etwa 700 bis 800 Sonnenradien.

Sehr hoch am Himmel steht das Sternbild Großer Bär (Ursa Major), welches auch als Großer Wagen bezeichnet wird. Streng genommen ist der Große Waagen nur der auffälligere Teil des Großen Bären. Wenn der Endpunkt der Wagendeichsel verlängert wird, wird der rote Riese Arthur im Sternbild Bootes (Bootes) erreicht. Er ist nur rund 37 Lichtjahre entfernt und hat eine Ausdehnung von rund 26 Sonnenradien. Die Verlängerung der letzten Kastensterne des Großen Wagens um das Fünffache in Richtung Norden führt zum Polarstern, den letzten Deicheselsternen des Kleinen Wagens bzw. des Kleinen Bären (Ursa Minor). In Richtung Polarstern zeigt die scheinbare Verlängerung der Erdachse, womit sich der Sternenhimmel von dieser Perspektive aus scheinbar um den Polarstern dreht. Allerdings ist der Polarstern etwa einen Grad vom Himmelsnordpol entfernt.   Über den südwestlichen Horizont kann noch das typische Frühlingssternbild Löwe (Leo) mit seinem Hauptstern Regulus (Kleiner König) gesehen werden.

Östlich bzw. links vom Sternbild Bootes fällt eine halbrunde Anordnung von Sternen auf, die Nördliche Krone (Corona Borealis) mit ihrem Hauptstern Gemma. Wiederum östlich von der Nördlichen Krone findet sich das Sternbild Herkules (Hercules) mit seinem Kugelsternhaufen M 13. Südlich von Herkules und Nördlicher Krone, im südöstlichen Himmelsabschnitt, findet sich das Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus). Obwohl die scheinbare Sonnenbahn (Ekliptik) auch durch dieses Sternbild verläuft, wird es nicht zu den zwölf astrologischen Tierkreiszeichen gezählt. Die Sternenbilder Leier (Lyra), Schwan (Cygnus) und Adler (Aquila) sind im östlichen Himmelsabschnitt zu finden. Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Atair bilden das Sommerdreieck.

Die Planeten im Juni 2026

Die Planeten lassen sich bis auf Uranus alle am Sternenhimmel finden. Der Merkur ist am Abendhimmel zu sehen und erreicht am 15.06.2026 seine größte östliche Elongation von der Sonne. Bezogen auf der Himmelkugel erreicht der Planet Merkur mit 27° seinen größten Abstand von der Sonne. Am 16.06.2026 steht die schmale Mondsichel bei Merkur, so dass diese Konstellation als Hilfe zum Auffinden des schwer zu beobachtenden Planeten genutzt werden kann.

Die Venus ist als ein auffälliges, strahlendes Objekt am Abendhimmel zu bewundern. Als sogenannter Abendstern durchstreift im Juni 2026 zunächst die Zwillinge und danach den Krebs. Am 09.06.2026 zieht die Venus am Planeten Jupiter vorbei und trifft am 17.06.2026 auf den offenen Sternhaufen Praesepe im Krebs. Am 17.06.2026 zieht die Sichel des Mondes direkt unter der Venus vorbei, was ein sehr schöner Anblick werden dürfte. Der rote Planet Mars durchläuft ab dem 20.06.2026 das Sternbild Stier und kann Ende Juni in der Morgendämmerung ausfindig gemacht werden.

Der Planet Jupiter verabschiedet sich vom Abendhimmel. Am 22.06.2026 wechselt er von den Zwillingen in den Krebs und kann ab dem 25.06.2026 nicht mehr beobachtet werden. Der Saturn hingegen kann am morgendlichen östlichen Sternenhimmel aufgespürt werden. Er steht im Sternbild Fische. Während Uranus in Konjunktion zur Sonne steht und damit mit der Sonne am Tageshimmel steht, kann Neptun ebenfalls im Sternbild Fische am östlichen Morgenhimmel aufgespürt werden.

Die Meteorströme im Juni 2026

Im Juni 2026 sind drei Meteorströme zu sehen. Neben den Sagittariiden (Antihelion-Quelle), welche ihren Radianten im Sternbild Schütze (Sagittarius) haben, sind noch die Juni-Bootiden zu erwähnen. Letztere haben ihren Radianten im Sternbild Bootes und bestehen aus Teilchen des Kometen 7P/Pons-Winnecke. Da die Teilchen ungleichmäßig auf der Kometenbahn verteilt sind, gibt es immer wieder stärkere Aktivitäten mit bis zu 100 Meteoren. Der erste dieser Ausbrüche wurde 1916 beobachtet, die letzten in den Jahren 1998 und 2004. Die Juni-Draconiden haben ihren Radianten im Sternbild Drachen (Draco), sind ein schwacher Meteorstrom und erreichten ihren Höhepunkt um den 16.06. Doch seit einigen Jahrzehnten wurden sie nicht mehr beobachtet.

Bild 2: Der Sternenhimmel in Richtung Süden am 15.06.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Vortrag „Abenteuer Mars“

08.06.2026; 19:30 Uhr; Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179A, 26382 Wilhelmshaven

Vortrag: „Abenteuer Mars

Von Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz

Der Mond ist das Sprungbrett zu einem noch viel weiteren Ziel, dem Planeten Mars. Die hierfür benötigten Raumfahrttechnologien müssen zuverlässig für eine längere Missionszeit funktionieren, da bei einem Versagen keine sichere Rückkehr zur Erde mehr möglich wäre. Diese Technologien werden im Rahmen der Mondmissionen umfangreich getestet, bevor der Mensch erstmals zum „Abenteuer Mars“ aufbrechen wird.

Der Mars (nach dem römischen Kriegsgott benannt) erscheint auf den ersten Blick erdähnlich: Polkappen, Wüstengebiete, Achsenneigung und Rotationsdauer des Planeten sind etwa in der gleichen Größenordnung wie die entsprechenden Werte für die Erde und vier Jahreszeiten sind ebenfalls vorhanden. Allerdings verfügt der Mars nur über rund 11 Prozent der Masse der Erde und hat heute nur noch eine sehr dünne Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid. Des Weiteren liegen die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, so dass flüssiges Wasser ausgeschlossen sein dürfte.

In seiner Frühzeit muss der Planet zumindest zeitweise eine dichte Atmosphäre und flüssiges Wasser besessen haben – Spuren davon prägen bis heute die Marsoberfläche. Doch konnte in dieser Phase tatsächlich Leben entstehen? Und lassen sich womöglich heute noch Belege dafür finden? Die moderne Raumfahrt sucht intensiv nach Antworten. Dabei stellt sich die kritische Frage: Wie wahrscheinlich ist die Entstehung von Leben auf dem Mars wirklich – oder ist der ‚Rote Planet‘ am Ende doch ein toter Planet?

Dieser kostenlose Vortrag beleuchtet den aktuellen Stand der Forschung sowie die bisherigen und kommenden Mars-Missionen.

Bild: Mars Exploration / Quelle: NASA / JPL / MSSS

Hinweis in eigener Sache

Nach dem Vortrag „Abenteuer Mars“ in der Musikkneipe Schwarzer Bär am 08.06.2026 um 19:30 Uhr tritt der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) in eine Sommerpause ein. Das Astronomie-Treffen mit dem Sommerfest am 09.06.2026 findet nicht statt. Viele Mitglieder des AVWF sind im Juni 2026 sehr ausgelastet, so dass eine Planung und Durchführung eines Astronomie-Treffens im Juni 2026 nicht möglich ist. 

Am Abend des 12.08.2026 erfolgt im Rahmen des AVWF bei geeignetem Wetter die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis. Das nächste Astronomie-Treffen findet am 08.09.2026 um 19:00 Uhr im Jade InnovationsZentrum (JIZ) statt.

Die Schwerpunktthemen für die Astronomie-Treffen am 08.09., 13.10., 10.11. und 08.12.2026 werden noch rechtzeitig vorher bekanntgegeben. Anregungen und Vorschläge für zukünftige Aktivitäten, Themen und Veranstaltungen sind auch von unseren Gästen und allen Interessierten außerhalb des Vereins immer herzlich willkommen. Wir laden alle Interessierten dazu ein, weitere Veranstaltungskonzepte mit uns zu entwickeln und bestehende Formate weiterzuentwickeln. Es werden unter anderem auch wieder Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade-Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten. 

Am 26.09.2026 soll in der Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen (Schortens) die gesellige Vortragsveranstaltung „Herausforderung Weltraum“ stattfinden. Es soll eine gesellige Veranstaltung mit Essen und Trinken werden. Hierfür wollen wir den Bürgerverein Middelsfähr-Roffhausen e. V. als Partner vor Ort gewinnen. Des Weiteren sollen auch astronomische Beobachtungen unter Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen des Astronomie Clubs Ostfriesland e. V. angeboten werden. Die Planungen hierfür laufen noch und sind noch nicht abgeschlossen.

Das weitere Programm des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) befindet sich derzeit in der Planung und wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Im Rahmen des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) und des Astronomie-Netzwerks Weser-Ems (ANWE) werden überdies Bildungsangebote für Veranstaltungen in der Öffentlichkeit und in Schulen entwickelt. Die Themen umfassen neben Astronomie und Astrophysik auch Geowissenschaften und Raumfahrt. Das Abenteuer Weltraum – von der Erde bis zum Rand des Universums – geht weiter!

Bild: Der Planet Saturn / Quelle: Ralf Schmidt AVWF

Öffentliches Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium

12.05.2026 / ab 19:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven

Astronominnen und Astronomen (vor allem aus dem Amateurbereich) sowie Astronomie-Interessierte aus Wilhelmshaven und Friesland treffen sich öffentlich zum gegenseitigen Austausch über Astronomie in Theorie und Praxis. Es werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten. 

Die Schwerpunktthemen sind die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) und im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE). Hierzu hält Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz den Vortrag „Lokale und regionale Astronomie und Astrophysik“ mit vielen Bildern. Es wird gezeigt, was der AVWF und das ANWE innerhalb der letzten fünf Jahre organisiert und durchgeführt haben. Anregungen und Vorschläge für zukünftige Aktivitäten und Veranstaltungen sind herzlich willkommen. Wir laden alle Interessierten dazu ein, weitere Veranstaltungskonzepte mit uns zu entwickeln und bestehende Formate weiterzuentwickeln.

Das Astronomie-Treffen ist eine kostenlose und öffentliche Veranstaltung des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e.V. und steht ausdrücklich auch Nichtvereinsmitgliedern offen. Die Treffen finden in lockerer Runde statt. Jede/jeder kann teilnehmen und ist ausdrücklich willkommen. Es können auch Themenwünsche für kommende Vorträge eingebracht werden. Des Weiteren werden Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten.

Bild: Das Jade InnovationsZentrum (JIZ) / Quelle: CC BY-SA 3

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