Vortrag: „Abenteuer Gasplaneten und Monde“

21.09.2026 / 19:30 Uhr / Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179A, 26382 Wilhelmshaven

Die Welt der Gasplaneten und ihrer Monde steht im Mittelpunkt des kostenlosen Vortrags von Diplom-Physiker und Astrophysiker Andreas Schwarz. Die Riesenplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun verfügen allesamt über faszinierende Ringsysteme und nach derzeitigem Forschungsstand zusammen über mindestens 450 Monde. Allein die Erforschung der dynamischen Prozesse in den Atmosphären dieser Welten aus Wasserstoff, Helium, Ammoniak und Methan stellt ein echtes Abenteuer sowie eine enorme Herausforderung für die Raumfahrt dar.

Noch spektakulärer ist der Blick auf die Jupitermonde Europa und Ganymed sowie die Saturnmonde Enceladus und Titan: Deutliche Anhaltspunkte sprechen dafür, dass sich unter den kilometerdicken Eispanzern von Europa, Ganymed und Enceladus gigantische Ozeane aus flüssigem, salzhaltigem Wasser verbergen – Orte, an denen einfache Lebensformen existieren könnten. Die aktuelle JUICE-Mission der ESA soll diese verborgenen Ozeane nun genauer nachweisen, um das Fundament für zukünftige astrobiologische Missionen zu legen. Der Vortrag gibt einen fesselnden Einblick in diese Entdeckungen und beleuchtet den aktuellen Stand der Forschung.

Der Vortrag ist kostenlos! Des Weiteren wird eine hervorragende Gastronomie in der Musik- bzw. Wissenschaftskneipe Schwarzer Bär angeboten!

Das Bild vom Jupiter und seinen Monden wurde im März 2025 vom Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. mit dem Tiny Observatorium, einer mobilen Sternwarte, am Standort Banter See in Wilhelmshaven aufgenommen. 

Bild: Der Gasplanet Jupiter mit zwei Monden / Quelle: Astronomischer Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V.

Videobeitrag zur „Zukunftsversion Weltraumwirtschaft“ in Friesland und Wilhelmshaven

Ratsherr Maximilian Striegl aus der Stadt Schortens und Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz als Koordinator des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) und Vorsitzender des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. sprechen in einem rund 13-minütigen Videobeitrag über die Weltraumwirtschaft und die Chancen für die Region.

Video: Weltraumwirtschaft – Eine Chance für die Region Friesland-Wilhelmshaven in Weser-Ems

Bereits seit letztem Jahr arbeiten sie daran, astronomische, geowissenschaftliche und raumfahrtbezogene Bildungsangebote von der Kita bis zur Ausbildung in Wilhelmshaven und Friesland zu etablieren. Eine mögliche Kooperation mit der IGS Friesland steht jetzt in den Startlöchern und weitere werden folgen.

In einem nächsten Schritt soll die mit jährlich neun Prozent weltweit wachsende Weltraumwirtschaft in der heimischen Region zum Wohle aller durch eine noch zu entwickelnde Strategie ebenfalls fest verankert werden. Zu diesem Schritt wollen Maximilian Striegl und Andreas Schwarz Akteurinnen und Akteure aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen.

Die Region Weser-Ems in Bremen und Nordwest-Niedersachsen und somit auch die maritime Wissenschaftsregion Wilhelmshaven-Friesland verfügen bereits heute mit dem Astronomie Netzwerk Weser-Ems (ANWE) über eine hochentwickelte Basis für angewandte Astro-, Geo- und Raumfahrtwissenschaften und -technologien, eingebettet in regionale, nationale und internationale Kooperationen. Das ANWE hat seinen Sitz an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven.

Drei Hochschulen für angewandte Wissenschaften, zwei Universitäten, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Nord, elf astronomische Vereinigungen und eine astronomische Stiftung bilden im Rahmen des ANWE eine innovative und interdisziplinäre Infrastruktur, welche Wissenschaft, Forschung, Lehre und Studium, Bürgerinnen- und Bürgerwissenschaft, Bürgerinnen- und Bürgerbildung sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit miteinander verbindet.

Diese bestehende Infrastruktur und Vernetzung sollen durch personellen Ausbau und institutionelle Verstetigung nachhaltig ausgebaut und gesichert werden, um der zunehmenden Bedeutung des Weltalls für die Entwicklung der Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft gerecht zu werden und Wertschöpfung zum Wohle aller zu generieren. Mit Bremen als bereits bestehender „City of Space“ soll in Bremen und Nordwest-Niedersachsen eine „Region of Space“ entstehen.

Schon jetzt sind wir im Bereich der Information, Kommunikation, Navigation und Sicherheit stark von Raumfahrt und Weltraum abhängig. Doch das ist erst der Anfang. Fertigungsprozesse in Schwerelosigkeit sowie unerschöpfliche Energiemengen und Rohstoffe aus dem Weltall lassen keinen anderen Weg zu, als Weltraumwirtschaft zu betreiben. Damit verbunden sind unglaubliche Wertschöpfungspotenziale für die Region mit entsprechenden Arbeitsplätzen, Ausbildungs- und Studiengängen. Das ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern Science-Fakt.

Bild: KI-generiertes Plakat aus den Ergebnissen der Diskussion zur Weltraumwirtschaft in der Region / Quelle: JadeBay GmbH

Das Abenteuer der Menschheit im Weltraum hat gerade erst begonnen und auch wir sind längst ein Teil davon. Daraus müssen wir etwas zum Wohle aller machen! Daran arbeiten Ratsherr Maximilian Striegl und Astrophysiker Andreas Schwarz sehr intensiv und alle interessierten können an dieser Zukunftsversion mitarbeiten. Lokales Handeln reicht bis ins Weltall und zurück in die Region.

Maximilian Striegl und Andreas Schwarz werden in regelmäßigen Abständen über ihrer Arbeit und das Erreichte berichten.

Vorankündigung: Astrophysiker zu Gast bei Radio Jade

Am 19. September 2026 von 18:00 bis 20:00 Uhr ist Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz zum dritten Mal zu Gast in der Sendung „Kilowatt“ im Bürgerfunk von Radio Jade.

Nach den weltraumbezogenen Themen der letzten beiden Sendungen geht es diesmal zurück zur Erde: Schwerpunktthema werden die Geowissenschaften sein. Hierbei legen wir den Fokus auf die Geophysik, die Meteorologie und die Klimatologie.

Die Erde nimmt als Planet eine Schnittstelle zwischen Astro- und Geophysik ein. Zum einen ist sie ein Planet und damit Gegenstand der Astrophysik. Zum anderen können wir diesen Himmelskörper direkt und unmittelbar erforschen, wodurch die Geowissenschaften im Allgemeinen und die Geophysik im Speziellen eigenständige Disziplinen bilden.

Im Rahmen der Astrophysik lernen wir vieles über die Planeten unseres Sonnensystems sowie über Extrasolare Planeten, die um andere Sterne kreisen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse fließen direkt in die Geowissenschaften ein. Auf der anderen Seite liefern die Geowissenschaften so detailreiche Daten über die Erde, dass diese als fundamentale Referenz für die Erforschung anderer Planeten dient.

Auch in der Astrophysik spielen Planetenphysik, Meteorologie und Klimatologie eine entscheidende Rolle. Daher ist es nur folgerichtig, diese Bereiche im Rahmen der Astronomie zu behandeln.

Im Kompendium „Geophysik, Meteorologie und Klimatologie“ finden sich ausführliche Hintergrundinformationen zum Thema dieser 51. Ausgabe der Sendung „Kilowatt“

Bild: Erdaufgang vom Mond aus gesehen am 24.12.1968 / Mission Apollo 8 / Quelle: NASA

Der Sternenhimmel im September 2026

Die Dämmerung setzt nun zunehmend früher ein, sodass die Beobachtungsbedingungen besser werden. Kontinuierlich findet der Übergang von den Sternbildern des Sommers zu denen des Herbstes statt. Neumond ist am 11. September 2026 und Vollmond am 26. September 2026. Bis auf Merkur können alle Planeten gesehen werden, allerdings wird die Venus zum Ende des Monats unbeobachtbar. Neptun erreicht in der Nacht vom 25. auf den 26. September 2026 seine Oppositionsstellung. Drei Meteorströme sind im September 2026 aktiv. Am 23. September 2026 beginnt der astronomische bzw. kalendarische Herbst. Meteorologisch beginnt der Herbst bereits am 1. September 2026.

Bild 1: Der gesamte Sternenhimmel am 15.09.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Die Sternbilder im September 2026

In der Mitte des Monats um 22:00 Uhr MESZ sieht der Sternenhimmel wie folgt aus: Fast im Zenit steht der Hauptstern des Schwans (Cygnus) Deneb, während die Hauptsterne der Leier (Lyra) Wega und des Adlers (Aquila) Altair den Meridian von Ost nach West bereits überschritten haben. Die Sterne Wega, Deneb und Altair bilden das Sommerdreieck und werden bereits zum Einbruch der Dunkelheit sichtbar. Tief im Süden steht nun der Steinbock (Capricornus), gefolgt vom Wassermann (Aquarius) im Südosten. Beide Sternbilder bestehen überwiegend aus nicht so hellen Sternen und sind daher nicht so auffallend am Sternenhimmel. Zwischen dem Schwan und dem Steinbock im Süden stehen noch die Sternbilder Delphin (Delphinus) und Füllen (Equuleus). Letzteres Sternbild ist das zweitkleinste nach dem Kreuz des Südens, welches am Nordhimmel allerdings nicht sichtbar ist.

Hoch im Südosten sind bereits die Herbststernbilder Andromeda (Andromeda) und Pegasus (Pegasus) zu finden. Im Sternbild Andromeda befindet sich die Andromeda-Galaxis, welche bei klarem Himmel und ohne Lichtverschmutzung sogar mit bloßem Auge zu sehen ist. Schon in einem Feldstecher kann sie gut beobachtet werden. Im Osten erscheint das Sternbild Fische (Pisces), gefolgt vom Widder (Aries), welches im Wesentlichen nur aus drei helleren Sternen besteht. Unterhalb der Fische, tief am östlichen Horizont, geht das Sternbild Walfisch (Cetus) auf. Im Nordosten gehen die Sternbilder Perseus (Perseus) und Fuhrmann (Auriga) auf. Im letzten Sternbild findet sich als Hauptstern Capella, welcher relativ hell ist und aufgrund der Horizontnähe meistens funkelt.

Der Schütze (Sagittarius) steht bereits tief im Südwesten und nähert sich seinem Untergang. Ebenfalls tief im Westen stehen die Sternbilder Schlangenträger (Ophiuchus) und Schlange (Serpens). Im Nordwesten befinden sich die Sternbilder Herkules (Hercules), Nördliche Krone (Corona Borealis) und Bootes (Bootes), der Bärenhüter.

Die Planeten im September 2026

Die Planeten lassen sich bis auf Merkur im September 2026 alle am Sternenhimmel finden, wobei die Venus zum Ende des Monats unbeobachtbar wird.

Der Planet Merkur erreicht zwar einen immer größeren östlichen Vorsprung von der Sonne, taucht aber aufgrund des flachen Verlaufs der Ekliptik (der scheinbaren Sonnenbahn am Sternenhimmel) nicht am Morgenhimmel auf.

Die Venus verkürzt zunehmend ihre Sichtbarkeit als Abendstern und wird zum Ende des Monats unbeobachtbar. Mit einer Helligkeit von -4,8 Magnituden erreicht sie am 19. September 2026 allerdings ihren größten Glanz und ist dann von der Erde aus gesehen zu 25 Prozent beleuchtet. Am 1. September 2026 geht die Venus um 21:02 Uhr MESZ unter, am 15. bereits um 19:13 Uhr MESZ.

Der Mars steht am Morgenhimmel im Sternbild der Zwillinge (Gemini). Hierbei zieht er in der Nacht vom 18. auf den 19. September 2026 in 5,9° Abstand südlich an dem Stern Pollux vorbei. Am 25. September 2026 erreicht der Mars das Sternbild Krebs (Cancer). Am 1. September 2026 geht der Mars um 01:29 Uhr MESZ auf, am 15. um 01:18 Uhr MESZ und am 30. um 01:06 Uhr MESZ.

Der Jupiter steht ebenfalls am Morgenhimmel. Er wechselt am 23. September 2026 vom Krebs in den Löwen (Leo) und steuert hierbei auf seinen Hauptstern Regulus (Kleiner König) zu, ohne ihn in diesem Jahr zu erreichen. Am 1. September 2026 geht der Jupiter um 04:14 Uhr MESZ auf, am 15. um 03:35 Uhr MESZ und am 30. um 02:52 Uhr MESZ. Am 8. September gegen 05:00 Uhr MESZ trifft der abnehmende Mond auf den Jupiter, am 9. gesellt sich noch der Mars dazu. Der Jupiter hat eine Helligkeit von -1,9 Magnituden.

Der Saturn wandert vom Sternbild Fische (Pisces) in den Walfisch (Cetus) und nähert sich seiner Oppositionsstellung, welche er am 4. Oktober 2026 erreicht. Im letzten Jahr zeigte der Saturn nur seine Ringkante, mittlerweile kann der Saturnring wieder besser gesehen werden. Der Saturn ist am Abendhimmel sichtbar und seine Helligkeit beträgt 0,4 Magnituden. Am 1. September 2026 geht der Saturn um 21:13 Uhr MESZ auf, am 15. um 20:17 Uhr MESZ und am 30. um 19:16 Uhr MESZ.

Der Uranus steht im Sternbild Stier (Taurus) und erreicht am 26. November 2026 seine Oppositionsstellung. Seine Helligkeit beträgt 5,7 bis 5,6 Magnituden. Das ist gerade an der Grenze der Sichtbarkeit mit dem bloßen Auge bei idealen Sichtbarkeitsbedingungen, welche in der Regel jedoch nicht erreicht werden. Am 1. September 2026 geht der Uranus um 22:57 Uhr MESZ auf, am 15. um 22:02 Uhr MESZ und am 30. um 21:03 Uhr MESZ.

Der Neptun steht im Sternbild Fische (Pisces) und erreicht in der Nacht vom 25. auf den 26. September 2026 seine Oppositionsstellung. Dann steht der Neptun von der Erde aus gesehen der Sonne genau um 180° am Sternenhimmel gegenüber. Seine Helligkeit beträgt 7,8 Magnituden, womit er mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. Seine Sichtbarkeit am Tag der Opposition wird durch den hellen Vollmond beeinträchtigt. Der Neptun geht am 1. September 2026 um 20:48 Uhr MESZ auf und am Tag der Opposition um 19:08 Uhr MESZ.

Die Meteorströme im September 2026

Im September 2026 sind drei Meteorströme sichtbar. Die Epsilon-Perseiden bzw. die September-Perseiden erreichen in der Nacht vom 9. auf den 10. September 2026 mit rund 10 Meteoren pro Stunde ihren Höhepunkt. In den Jahren 2008 und 2013 lag das Maximum bei etwa 30 helleren Meteoren pro Stunde, sodass es theoretisch auch in diesem Jahr eine höhere Meteorrate geben könnte.

Die Pisciden haben ihren Radianten im Sternbild Fische (Pisces) und sind den ganzen September aktiv. Sie erreichen ihr Maximum am 20. September 2026 mit 5 bis 10 Meteoren pro Stunde. Die beste Beobachtungszeit für diesen Meteorstrom liegt zwischen 23:00 und 5:00 Uhr MESZ.

Die Südlichen Tauriden haben einen variablen Radianten. Er befindet sich im Sternbild Fische (Pisces) und wandert zum Monatsende in den Widder (Aries). Ab dem 10. September 2026 bestimmt die Aktivität dieses Meteorstromes den Antihelion-Bereich. Die Quelle des Meteorstroms dürfte der kurzperiodische Komet 2P/Encke sein.

Bild 2: Der Sternenhimmel in Richtung Süden am 15.09.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Öffentliches Astronomie-Treffen am 08.09.2026

08.09.2026 / ab 19:00 Uhr / Jade InnovationsZentrum, Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven

Astronominnen und Astronomen (vor allem aus dem Amateurbereich) sowie Astronomie-Interessierte aus Wilhelmshaven und Friesland treffen sich öffentlich zum gegenseitigen Austausch über Astronomie in Theorie und Praxis. Es werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten. 

Das Schwerpunktthema ist die Sonnenfinsternis vom 12.08.2026. Es gibt Beobachtungsberichte und Bilder aus Spanien und Wilhelmshaven. Anregungen und Vorschläge für zukünftige Aktivitäten, Themen und Veranstaltungen sind auch von unseren Gästen und allen Interessierten außerhalb des Vereins immer herzlich willkommen. Wir laden alle Interessierten dazu ein, weitere Veranstaltungskonzepte mit uns zu entwickeln und bestehende Formate weiterzuentwickeln.

Das Astronomie-Treffen ist eine kostenlose und öffentliche Veranstaltung des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. und steht ausdrücklich auch Nichtvereinsmitgliedern offen. Die Treffen finden in lockerer Runde statt. Jede bzw. jeder kann teilnehmen und ist ausdrücklich willkommen. Es können auch Themenwünsche für kommende Vorträge eingebracht werden. Des Weiteren werden Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten.

Bild 1: Die totale Sonnenfinsternis am 12.08.2026 in Spanien / Foto: Markus Braun, Astronomie Club Ostfriesland e. V.

Bild 2: Das Jade InnovationsZentrum (JIZ) / Quelle: CC BY-SA 3

Mitschnitt: Astrophysiker zu Gast in der 50. Sendung „Kilowatt“ bei Radio Jade

Am 15. August 2026, von 18:00 bis 20:00 Uhr, war der Diplom-Physiker und Astrophysiker Andreas Schwarz wieder zu Gast im Bürgerfunk von Radio Jade in der Sendung „Kilowatt“ von Christof Ueberschaar.

Bild: Christof Ueberschaar und Andreas Schwarz für die Sendung „Kilowatt“ im Studio bei Radio Jade

Zu Beginn der 50. Folge interviewte zunächst Andreas Schwarz den Moderator Christof Ueberschaar anlässlich dieses Jubiläums. Dieser moderiert die Technik-Sendung seit dem Jahr 2019. Neben Technik gibt es regelmäßig auch kulturelle und wissenschaftliche Beiträge. Im Interview erzählt Christof Ueberschaar, wie er zum Radio kam und sich „Kilowatt“ im Laufe der Jahre entwickelte. Heute ist die Sendung ein fest etabliertes Magazin für Kultur, Technik und Wissenschaft im Rahmen des Bürgerfunks bei Radio Jade.

Im Fokus der Jubiläumssendung stand das Weltall und dessen Bedeutung für die Gesellschaft. Passende Musikeinlagen bereicherten die Ausführungen und Gespräche. Konkret thematisierten die beiden die Sonnenfinsternis vom 12. August 2026, was es mit der schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und dem Fermi-Paradoxon auf sich hat und wie mit dem Projekt AstroGeoSpace ein modernes und neuartiges astronomisch-geowissenschaftliches Observatorium in Wilhelmshaven errichtet und betrieben werden soll. Dieses verbindet Wissenschaft und Forschung, Bürgerinnen- und Bürgerwissenschaft sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in einer innovativen Infrastruktur. Dabei gingen sie auch auf den historischen Vorläufer, das Kaiserliche Marineobservatorium mit Weltruf, ein, welches von 1878 bis 1945 in Wilhelmshaven bestand.

Ganz im Sinne des Wissenschaftsjahres 2027 ging es in der 50. Folge von „Kilowatt“ auch allgemein um die Bedeutung der Raumfahrt und des Weltalls für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Sie besprachen, wie sehr die Menschheit schon jetzt von weltraumgestützter Technologie im Bereich der Kommunikation, Navigation, Wetter- und Klimabeobachtung sowie der Sicherheit abhängig ist. Es wurde ebenfalls darauf eingegangen, wie in Zukunft der Abbau von fast unbegrenzten Mengen an Rohstoffen im Weltall, Fertigungsprozesse in der Schwerelosigkeit, weltraumgestützte Solarenergie und auch der Tourismus an Bedeutung gewinnen werden.

Die Perspektiven und Partizipationsmöglichkeiten für die maritime Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven und die Region Weser-Ems wurden ebenfalls ausführlich besprochen. In Kooperation mit Bremen („City of Space“) als größtem europäischen und deutschen Standort für Raumfahrt sollen Bremen und Nordwest-Niedersachsen als „Region of Space“ insgesamt zu einer Schwerpunktregion für Raumfahrt und Weltraumforschung entwickelt werden.

Die 50. Sendung „Kilowatt“ bot einen interessanten und umfangreichen Einblick in die weltraumbezogene Entwicklung der Gesellschaft von der Gegenwart in die Zukunft. Dabei wurde insbesondere auch die damit verbundene regionale Entwicklung in Bremen und Nordwest-Niedersachsen betrachtet. Gemäß „Star Trek“ hat das Abenteuer der Menschheit im Weltall gerade erst begonnen.

In der 51. Folge von „Kilowatt“ am 19. September 2026 von 18:00 bis 20:00 Uhr wird Andreas Schwarz ein drittes Mal zu Gast sein. Dann geht es vom Weltall zurück auf die Erde zu den Geowissenschaften. Insbesondere das Wetter und das Klima sollen dann Schwerpunktthemen werden.

Nachfolgend kann der Mitschnitt zur 50. Sendung „Kilowatt“ vom 15. August 2026 (18:00 bis 19:00 Uhr und 19:00 bis 20:00 Uhr) aufgerufen oder heruntergeladen werden:

Schweigende Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven löst Fermi-Paradoxon auf

Seit den 1950er-Jahren gibt es in der Forschung intensive Überlegungen zur Wahrscheinlichkeit von technologisch entwickeltem, intelligentem Leben im All. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die 1961 aufgestellte Green-Bank-Formel von Frank Drake (1930–2022), auch bekannt als SETI-Gleichung. Ein weiteres zentrales Konzept ist das sogenannte Fermi-Paradoxon, das der Kernphysiker Enrico Fermi (1901–1954) bereits im Jahr 1950 formulierte.

Der folgende Artikel beleuchtet dieses Paradoxon und zeigt auf, wie der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft des Rates sowie viele Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik der Stadt Wilhelmshaven dieses ohne eigenes Zutun aufgelöst haben. Stattdessen hinterließen sie in Wilhelmshaven ein lokales Wissenschaftsstadt-Paradoxon.

Ein ausführlicher Überblick über die Erfahrungen des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) und des Astronomie-Netzwerks Weser-Ems (ANWE) mit den Gremien sowie Vertreterinnen und Vertretern der (von diesen selbst titulierten) Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven.

Bild 1: Rathaus – Kommunalpolitik der schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven antwortet nicht / Foto: Andreas Schwarz

Das Fermi-Paradoxon

Ausgehend von der These, dass die Erde keine absolute Ausnahme im Universum darstellt, sollten in unserer Galaxis theoretisch weitere kulturell-technisch entwickelte Zivilisationen existieren. Unsere Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren. Mit einem Raumschiff, das sich mit einem bis zehn Prozent der Lichtgeschwindigkeit c = 299.792.458 m/s (0,01 – 0,1c) bewegt, ließe sich die Galaxis in einem Zeitraum von einer bis zehn Millionen Jahren durchqueren. Bei einem Alter der Galaxis von rund zehn Milliarden Jahren wäre dies bereits mehrfach möglich gewesen.

Gäbe es unter diesen Zivilisationen auch nur eine einzige, die mithilfe von Raumfahrttechnik zur Kolonisierung der Galaxis fähig wäre, hätte sie diese innerhalb weniger Millionen Jahre vollständig besiedeln können. Aufgrund dieser mathematischen Wahrscheinlichkeit und des hohen Alters der Galaxis müssten extraterrestrische, technologisch entwickelte Zivilisationen eigentlich allgegenwärtig sein. Nach Fermi sollten wir diese Zivilisationen daher auch beobachten können. Bisherige astronomische Beobachtungen bestätigen die Existenz solcher Zivilisationen jedoch nicht, was gegen deren Existenz sprechen würde.

Etwas allgemeiner ausgedrückt: Bisher hat keine technologisch entwickelte Lebensform im All auf die aktiven und indirekten Kommunikationsversuche der Menschheit reagiert. Dieser Widerspruch zwischen der theoretischen Wahrscheinlichkeit und dem großen Schweigen im Kosmos bildet eine mögliche Form vom Fermi-Paradoxon.

Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft

Der Astrophysiker Andreas Schwarz war am 1. April 2025 (kein Aprilscherz) zu einem Vortrag über aktuelle astronomische Projekte vor dem Ausschuss für Kultur und Wissenschaft des Rats der Stadt Wilhelmshaven eingeladen. Im Anschluss fragte er, welche Mitglieder außer Ratsherr Andreas Tönjes im März 2025 das „Tiny-Observatorium“ – eine mobile Sternwarte – am Banter See besucht hätten. Erfahren hatte davon im Ausschuss angeblich niemand; man hätte explizit eingeladen werden müssen.

Tatsächlich zeigen neben dem Ratsherrn Andreas Tönjes regelmäßig nur der Erste Stadtrat Armin Schönfelder und die Bürgermeisterin Astrid Zaage aktives Interesse an der Arbeit des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. und des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE). Sie kommunizieren auch erfolgreich mit diesen Institutionen und zeigen Präsenz. Das ANWE, das seinen Sitz an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven hat, bündelt die Expertise von fünf Hochschulen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), elf astronomischen Vereinigungen sowie einer astronomischen Stiftung und ist in regionale, nationale und internationale Kooperationen eingebunden.

Wie vom Ausschuss gefordert, folgten in der Zeit danach drei offizielle Einladungen zu Großveranstaltungen: zur Erweiterung des ANWE an der Hochschule Bremen am 24. Oktober 2025, zur nächsten Mission des Tiny-Observatoriums am Banter See im März 2026 und zum Tag der Astronomie und Raumfahrt an der Jade Hochschule am 28. März 2026. In allen drei Fällen gab es keinerlei Rückmeldung. Lediglich die Ausschussvorsitzende Helga Weinstock teilte nach einer erneuten Nachfrage per E-Mail knapp mit, dass sie und ihr Stellvertreter nicht an der Erweiterungsveranstaltung des ANWE am 24.10.2025 teilnehmen können. Die anderen Einladungen blieben unbeantwortet.

Am 26. März 2026 wurde den Ausschussmitgliedern zudem eine strategische Kooperation mit dem ANWE angeboten, um Wilhelmshaven als Wissenschaftsstadt voranzubringen. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Weltraumwirtschaft und der Rolle von Bremen als führendem Raumfahrtstandort in Deutschland und Europa soll diese in der Region Weser-Ems etabliert werden. Hierbei soll Wilhelmshaven eine herausragende Schlüsselrolle einnehmen. Es soll hierfür in Anlehnung an das von 1878 bis 1945 bestehende historische Kaiserliche Marine-Observatorium mit Weltruf auch ein modernes astronomisch-geowissenschaftliches Observatorium errichtet werden (Projekt: AstroGeoSpace). Die Jade Hochschule wäre in Zusammenarbeit mit der Stadt Wilhelmshaven sogar zur Trägerschaft bereit. Getreu dem Science-Fiction-Motto „Metaluna 4 antwortet nicht“ blieb eine Reaktion des Ausschusses jedoch vollständig aus.

Erst auf eine fünfte, kritische E-Mail vom 28. April 2026 folgte eine Stunde später ein Anruf von Ratsfrau Nurhayat Bakir-Block. Sie entschuldigte sich aufrichtig für das kommunikative Defizit und versprach, die fehlende Rückmeldebereitschaft im Ausschuss zu thematisieren – eine offizielle Antwort steht hierzu allerdings noch aus bzw. kam nie. Keines der anderen Mitglieder hat jemals geantwortet.

Der Rat und die Verwaltung der schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven

Die Kontaktversuche mit anderen Mitgliedern des Rates der Stadt Wilhelmshaven, einschließlich der Vorsitzenden, blieben bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls erfolglos. Abgesehen vom Ersten Stadtrat ist übrigens auch die Kommunikation mit der übrigen Verwaltungsspitze der Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven einseitig und nicht zielführend.

Die kommunalpolitischen Vertreterinnen und Vertreter antworten überwiegend nicht, daher liegt die Bezeichnung als „Schweigende Wissenschaftsstadt“ sehr nahe. Der Titel „Wissenschaftsstadt“ wurde übrigens nicht vom Land Niedersachsen verliehen, welches den entsprechenden Antrag der Stadt Wilhelmshaven abgelehnt hatte. Der Rat hat diesen Titel ohne jede Kommunikation mit den Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und ihren Institutionen am 18. März 2026 selbst verliehen.

Der Titel „Schweigende Wissenschaftsstadt“ bezieht sich ausschließlich auf das grundsätzliche Verhalten der Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wilhelmshaven, nicht jedoch auf die wissenschaftlichen Institutionen und ihre Angehörigen. Diese führen eine erfolgreiche und hervorragende Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit durch. Ein Beispiel ist die Lange Nacht der Wissenschaft.

Ein weiteres Beispiel zur schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven: Der Astronomie-Club Ostfriesland e. V. entwickelt derzeit mit der Hochschule Emden/Leer ebenfalls ein Projekt zur Errichtung und zum Betrieb eines Observatoriums namens „Fabricius“ – benannt nach dem ostfriesischen Astronomen Johann Fabricius (1587–1617). Die Nicht-Wissenschaftsstadt Wiesmoor und der Landkreis Aurich haben den Mehrwert des Projekts für die Region Ostfriesland sofort erkannt und unterstützen es grundsätzlich. So will Wiesmoor unter anderem ein Grundstück zur Verfügung stellen. Die Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven verhält sich dem Projekt „AstroGeoSpace“ gegenüber jedoch weitgehend abweisend und agiert mehr hinderlich als unterstützend. Doch gerade die Realisierung eines astronomisch-geowissenschaftlichen Observatoriums in Wilhelmshaven wäre ein sichtbares und stärkenzeigendes Leuchtturmprojekt für eine Wissenschaftsstadt.

Die zweijährige Mitwirkung (2023–2025) des Astrophysikers Andreas Schwarz im „Beirat Wissenschaftsstadt“ der Wirtschaftsförderungsgesellschaft war vor diesen Hintergründen bis auf wenige Ausnahmen reine Zeitverschwendung. Die Kommunalpolitik und die Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven kommunizieren nicht wirklich effektiv mit allen Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft in ihrem Umfeld. Dabei gehört eine funktionierende Kommunikation zum Wesen von Wissenschaft und damit auch zu einer Wissenschaftsstadt.

Es besteht allerdings auch innerhalb der Gremien der Stadt Wilhelmshaven ein Kommunikationsproblem. So wurden die vom Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. übermittelten Anliegen und Vorschläge durch den Ratsvorsitz sowie den Ausschuss für Kultur und Wissenschaft nicht wahrnehmbar an den Rat und die Verwaltung der Stadt weitergeleitet. Entsprechend blieben Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wilhelmshaven uninformiert. In diesen Fällen konnte es nicht zu einer Kommunikation mit dem Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. und dem Astronomie Netzwerk Weser-Ems kommen – obwohl hierzu gegebenenfalls die Bereitschaft bestanden hätte. Zudem werden aufgrund der fehlenden Kommunikation Leistungen einzelner Ratsmitglieder nicht sichtbar, obwohl sie erbracht werden.

Positive Ausnahmen: Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration gewährte dem Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. auf Antrag zweimal eine finanzielle Förderung für öffentliche astronomische Bildungsarbeit. Der Verwaltungsausschuss schlug den Verein im Dezember 2025 für eine Spende vor, welche dann im Januar 2026 von der August-Desenz-Drehorgel-Stiftung gewährt wurde. In diesen Ausschüssen wirkten, unter anderen, auch in unterschiedlicher Konstellation Armin Schönfelder, Andreas Tönjes, Astrid Zaage und Nurhayat Bakir-Block mit. Doch auch die anderen, nicht namentlich genannten Mitglieder haben uns hierbei unterstützt. Hierfür sind wir allen Beteiligten sehr dankbar!

Die Auflösung des Fermi-Paradoxons und das Wissenschaftsstadt-Paradoxon

Eigentlich hätten der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. und das Astronomie Netzwerk Weser-Ems allen Grund, sich über das Verhalten des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft sowie der meisten Ratsmitglieder – einschließlich der Ratsvorsitzenden – zu beschweren. Während die Kommunikation mit Vertreterinnen und Vertretern aus Städten wie Aurich, Bremen, Oldenburg, Papenburg, Schortens und Wiesmoor relativ gut funktioniert, blieb die Kommunikation mit der schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven einseitig.

Dafür förderte jedoch ein Vortrag des Astrophysikers Andreas Schwarz über den Planeten Mars am 8. Juni 2026 in der Musik- bzw. Wissenschaftskneipe „Schwarzer Bär“ eine wissenschaftliche Glanzleistung des Ausschusses zutage. Auf die Frage eines Gastes, ob die einst erfolglosen Kommunikationsversuche von Nikola Tesla ein Beweis für die Nichtexistenz von höher entwickeltem Leben auf dem Mars seien, folgte ein astrobiologischer Geistesblitz: Nein! Das konsequente Ignorieren von Nachrichten ist kein Beweis für die Nichtexistenz der Empfänger. Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft sowie viele weitere Ratsmitglieder der Stadt Wilhelmshaven antworten schließlich auch nie – und existieren nachweislich trotzdem. Damit haben das Gremium und die betreffenden Ratsmitglieder, ohne es zu ahnen, das Fermi-Paradoxon im Praxisversuch aufgelöst: Fehlende Kommunikation beweist nicht, dass da draußen niemand ist.

Für diesen wissenschaftlichen Beitrag sollten der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft bzw. die vielen betreffenden Ratsmitglieder auch den Wissenschaftspreis bekommen. Gerade dieser Beitrag zeigt doch auch die kommunalpolitischen Stärken der Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven. Es müssen nicht immer die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren durchaus sehenswerten Leistungen im Fokus stehen. Auch die Kommunalpolitik kann wissenschaftliche Wunder vollbringen, ohne es aktiv zu wollen oder zu begreifen.

Paradox bleiben jedoch die Bestrebungen der Kommunalpolitik, Wilhelmshaven als Wissenschaftsstadt zu titulieren, ohne effektiv mit den relevanten gesellschaftlichen Gruppen, den Institutionen und den Angehörigen der Wissenschaft zu kommunizieren. Noch paradoxer wird es, wenn selbst aktive Kontaktversuche wissenschaftlicher Organisationen unbeantwortet bleiben und Vorschläge zur Etablierung der Wissenschaftsstadt ignoriert werden. Damit kommen wir vom aufgelösten Fermi-Paradoxon zu einem lokalen „Wissenschaftsstadt-Paradoxon“. Dieses muss dringend aufgelöst werden – durch echte Kommunikation und eine daraus resultierende Kooperation.

Ausblick

Wir bemühen uns weiterhin um einen „Erstkontakt“ mit der noch schweigenden Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven. Trotz der aktuellen Funkstille sind wir uns in den Zielen einig: Wilhelmshaven besitzt als Wissenschaftsstadt großes Potenzial, das wir gemeinsam entwickeln und fördern möchten. „Gemeinsam“ bedeutet für uns eine produktive Kooperation aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Wohle aller. Hierzu möchten wir als Astronomischer Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. sowie über das Astronomie Netzwerk Weser-Ems beitragen, wobei letzteres auch den Raum Bremen und Nordwest-Niedersachsen als Wissenschafts- und Zukunftsregion im Fokus hat.

Nach einem erfolgreichen Erstkontakt hoffen wir gemeinsam, die Stadt Wilhelmshaven zu einer „maritimen Wissenschaftsstadt“ zu entwickeln, welche die Zukunft der Region und darüber hinaus durch Wissenschaft und Forschung zum Wohle der Allgemeinheit mitgestaltet. Dafür bringen wir unser zentrales Zukunftsthema mit viel Potential für die Stadt Wilhelmshaven und die Region ein: Weltraumwirtschaft. Als Leuchtturmprojekt mit Wurzeln in der Gründerzeit von Wilhelmshaven bringen wir mit dem Projekt „AstroGeoSpace“ die Idee zur Errichtung eines modernen astronomisch-geowissenschaftlichen Observatoriums ein. Wir warten auf eine Antwort von unseren kommunalpolitischen Vertreterinnen und Vertretern aus der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven! Hoffentlich kommt diese Antwort noch vor dem offiziellen „Tag des Ersten Kontakts“ (Star Trek, First Contact Day) am 5. April 2063!

Bild 2: Astrophysiker horcht nach Kommunikationssignalen aus dem Rathaus / Foto: Andreas Schwarz

Öffentliche Veranstaltungen zur Sonnenfinsternis am 12. August 2026 im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE)

Ein besonderes Highlight ist eine Sonnenfinsternis am 12. August 2026, welche am frühen Abend stattfindet. Über Island, Spanien und den Balearen ist sie als totale Finsternis zu sehen. Im restlichen Europa, darunter Deutschland, kann sie bei geeignetem Wetter als partielle Finsternis mit hohem Bedeckungsgrad gesehen werden.

Im Weser-Ems-Gebiet beginnt die partielle Sonnenfinsternis um 19:14 Uhr. Sie erreicht ihren Höhepunkt mit einem Bedeckungsgrad von 86,1 bis 86,6 Prozent um 20:09 Uhr. Beendet ist die Sonnenfinsternis um 21:00 Uhr, zeitgleich mit dem Sonnenuntergang. Zu Beginn der Sonnenfinsternis steht die Sonne etwa 15° über dem Horizont. Bei ihrem Höhepunkt gegen 20:09 Uhr steht die Sonne, je nach Standort in der Region Weser-Ems, nur noch 5,4° bis 6,4 ° über dem Horizont. Diese Höhe ist schon extrem tief und kritisch für eine Beobachtung. In dieser Höhe machen sich die Dunstschichten in der Atmosphäre sowie mögliche Luftunruhe besonders bemerkbar, was die Beobachtung stören kann.

Bild: Die partiellen Sonnenfinsternis am 29.03.2026 in Wilhelmshaven / Quelle: Michael Tolkmitt AVWF

Entstehung der Sonnenfinsternis

Sonne und Mond haben am Himmel etwa die gleiche Größe von einem halben Grad. Aufgrund der Neigung der Mondbahn gegenüber der Erdbahn läuft der Neumond in der Regel oberhalb oder unterhalb an der Sonne vorbei. Wenn sich der Mond jedoch im Schnittpunkt (im sogenannten Knoten) zwischen Erd- und Mondbahn befindet, kommt es zu einer Bedeckung. Der schmale Schattenkegel trifft allerdings nur einen sehr schmalen Bereich der Erdoberfläche. Bei der Sonnenfinsternis am 12.08.2026 sind das Island, Spanien und die Balearen. Außerhalb dieses Schattenkegels (wie z. B. in Westeuropa) wird die Sonne für einen Beobachter nur zum Teil (partiell) bedeckt und daher wird von einer partiellen Sonnenfinsternis gesprochen. Es gibt auch die Möglichkeit einer ringförmigen Sonnenfinsternis. In diesem Fall ist der Mond von der Erde weiter entfernt und dessen scheinbarer Durchmesser daher kleiner als der der Sonne. Der äußere Ring der Sonne ist dann zu sehen. Die Sonnenfinsternis am 12.08.2026 ist allerdings nicht ringförmig.

Öffentliche Veranstaltungen im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE)

Der Astronomie Club Ostfriesland e. V. und die Hochschule Emden/Leer laden am 12. August 2026 ab 19:00 Uhr zu einer öffentlichen Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis auf den Friesenhügel im Emden ein. Im Zuge dieses seltenen astronomischen Ereignisses wird die Arbeitsgruppe Optical Metrology unter der Leitung von Professor Philipp Huke Vorträge und Sonnenbeobachtungen für die Öffentlichkeit anbieten. Außerdem ist die Sonnenfinsternis eine Möglichkeit, neue selbstentwickelte Instrumente zu erproben. Zu diesem Zweck werden Mitglieder der Gruppe während der Sonnenfinsternis spektrale Aufnahmen der Sonne machen, um den Rossiter-McLaughlin-Effekt zu messen. Es gibt dazu am 11., 12. und 13. August 2026 ein umfangreiches Programm. Weitere Informationen finden sich unter nachfolgendem Link auf der Website der Hochschulen Emden/Leer: https://ilo-emden.de/research/optical-metrology/eclipse/

In Bremen findet am 12. August 2026 eine öffentliche Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis auf dem Aussichtspunkt Metalhenge statt. Weitere Informationen finden sich auf der Website https://metalhenge.de/aktuelles/#sofi_2026

Im Olbers-Planetarium Bremen wird ein Livestream von der totalen Sonnenfinsternis in Spanien gezeigt. Weitere Informationen hierzu auf der Website des Olbers-Planetariums: https://planetarium-bremen.de/. Des Weiteren können Besucherinnen und Besucher die partielle Sonnenfinsternis an der Walter-Stein-Sternwarte der Olbers-Gesellschaft e. V. Bremen mitverfolgen. Weitere Informationen hierzu auf deren Website: https://olbers-gesellschaft.de/

Die Volkssternwarte Langwedel e. V. bietet am 12. August 2026 ab 19:00 Uhr eine öffentliche Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis an. Weitere Informationen hierzu auf der Website der Volkssternwarte Langwedel: https://www.volkssternwarte-langwedel.de/

Die Astronomische Vereinigung Lilienthal e. V. lädt am 12. August 2026 ab 18:00 Uhr am Telescopium zu einer öffentlichen Beobachtung der Sonnenfinsternis ein. Weitere Informationen hierzu auf der Website der Vereinigung: https://www.avl-lilienthal.de/home.html

Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Astro-AG der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und die Astronomische Vereinigung Oldenburger Sternfreunde führen in Kooperation mit der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen e. V. (LEB), der Freien Schule Oldenburg und dem FSO-Förderverein am 12. August 2026 auf dem Hof dieser Freien Schule mit dem Tiny Observatorium eine öffentliche Beobachtung der Sonnenfinsternis durch. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Website der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: https://uol.de/pressemitteilungen/2026/083

Die Sternwarte Papenburg e. V. führt am 12.08.2026 ebenfalls eine öffentliche Beobachtung der Sonnenfinsternis durch. Weitere Informationen hierzu auf deren Website: https://www.sternwarte-papenburg.de/

Für Wilhelmshaven empfiehlt der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) eine Beobachtung der Sonnenfinsternis vom Deich aus, mit freiem Blick in Richtung Südwesten und Westen. Bei Fragen zur Sonnenfinsternis können der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. oder das Astronomie-Netzwerk Weser-Ems (ANWE) jederzeit sehr gerne kontaktiert werden.

Mitglieder des Astronomie Clubs Ostfriesland e. V. und des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. werden im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) in Spanien am 12.08.2026 die totale Sonnenfinsternis beobachten. Zu der „Mission totale Sonnenfinsternis in Spanien“ und deren Ergebnissen wird es dann noch Berichte und Bilder geben.

Sicherheitshinweise

Für die Beobachtung der Sonne mit dem bloßen Auge ist eine spezielle Sonnenschutzbrille gemäß den Normen der Europäischen Union (EU) erforderlich. Diese Brillen sind mit dem CE-Symbol versehen. Für Teleskope gibt es spezielle Sonnenschutzfilter. Die Sonne kann mit Hilfe eines Feldstechers oder Teleskops auch projiziert werden. Niemals ohne Schutz in die Sonne schauen. Geschwärzte Gläser, Schweißerbrille oder Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz!

Der Sternenhimmel im August 2026

Höhepunkt ist eine Sonnenfinsternis am 12. August 2026, welche am frühen Abend stattfindet.

Über Island, Spanien und den Balearen ist sie als totale Finsternis zu sehen. Im restlichen Europa, darunter Deutschland, kann sie bei geeignetem Wetter als partielle Finsternis mit hohen Bedeckungsgrad gesehen werden. Am Morgen des 28. August 2026 findet eine partielle und fast totale Mondfinsternis statt. Auf die Finsternisse wird noch ausführlicher in diesem Artikel eingegangen.

Die Sternbilder im August 2026

Bild 1: Der gesamte Sternenhimmel am 15.08.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Die Sommersternbilder Leier (Lyra), Schwan (Cygnus) und Adler (Aquila) stehen sehr hoch am Sternenhimmel im Süden sehr hoch am Himmel. Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Altair bilden das Sommerdreieck und werden bereits zum Einbruch der Dunkelheit sichtbar. Der Stern Wega diente früher als Nullpunkt für die fotometrische Helligkeit und ist nach Sirius der zweithellste Stern am Himmel. Sie ist etwa 25 Lichtjahre entfernt und hat die 2,2-fache Masse der Sonne. Als bläulich-weißer Stern strahlt sie etwa 37-mal heller als unsere Sonne. Deneb ist ein heißer Überriese, im Übergangsbereich vom „Blauen Riesen“ zum „Roten Riesen“ mit dem 20- bis 25-fachen der Masse der Sonne. Mit einer Entfernung von etwa 1500 Lichtjahre ist Deneb deutlich weiter entfern als Wega und Altair. Der Stern Altair hat etwa das 1,8-fache der Masse der Sonne und ist rund 16 Lichtjahre entfernt.

Im Sternbild Leier befindet sich ein Ringnebel. Dieser entsteht, wenn massenärmere Sterne am Ende ihres Lebens als Rote Riesen die äußere Hülle abstoßen. Übrig bleiben ein sogenannter weißer Zwergstern und ein sogenannter planetarischer Nebel, welcher sich in einigen Zehntausend Jahren auflöst. Der Kopfstern im Schwan, Albireo, ist ein Doppelstern. Nicht sicher geklärt ist, ob es sich um einen echten physikalischen Doppelstern (beide Sterne sind gravitativ aneinandergebunden) oder um einen optischen Doppelstern (beide Sterne stehen nur in derselben Blickrichtung) handelt. Albireo A ist ein orangefarbener Riese und Albireo B ist ein blau-weißer Stern. Schon mit Teleskopen ab 5 cm Öffnung kann der Doppelstern getrennt werden und ist daher ein lohnenswertes Beobachtungsobjekt.

Im Südosten geht das Sternbild Wassermann (Aquarius) auf. Tief im Süden steht das Sternbild Schütze (Sagittarius). Von der Erde aus gesehen befindet sich im Schützen das Zentrum der Milchstraße (Galaxis), welches ein sogenanntes „Supermassives Schwarzes Loch“ von vier Millionen Sonnenmassen beherbergt. Die Milchstraße verläuft im August von Südwesten nach Nordosten über den Sternenhimmel und ist nur in klaren Nächten ohne Lichtverschmutzung zu sehen. Das Sternbild Steinbock (Capricornus) steht zwischen Wassermann und Schütze.

Im Südwesten befindet sich das Sternbild Herkules (Hercules), welches den bekannten Kugelsternhaufen M13 beherbergt. Dieser umfasst rund 500.000 Sterne und ist rund 25.000 Lichtjahre entfernt. Im Herkules findet sich auch der Kugelsternhaufen M92, welcher etwa 290.000 Sonnenmassen beinhaltet und rund 26.000 Lichtjahre entfernt ist. Westlich vom Herkules finden sich die Sternbilder Nördliche Krone (Corona Borealis) und Bärenhüter (Bootes). Unterhalb des Herkules steht das Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus), durch welches die Sonne scheinbar vom 30. November bis zum 18. Dezember läuft. In der Astrologie wird der Schlangenträger allerdings nicht als 13. Tierkreiszeichen berücksichtigt

Im Osten kündigen sich mit den Sternbildern Andromeda (Andromeda) und Pegasus (Pegasus) bereits die Herbststernbilder an. Im Sternbild Andromeda befindet sich die Andromeda-Galaxis, welche bei klarem Himmel und ohne Lichtverschmutzung sogar mit bloßem Auge zu sehen ist. Schon in einem Feldstecher kann sie gut beobachtet werden. Tief im Osten erscheint das Sternbild Fische (Pisces).

Die Planeten im August 2026

Die Planeten lassen sich im August 2026 alle am Sternenhimmel finden, wobei Jupiter allerdings erst im Laufe des Monats wieder am Morgenhimmel auftaucht.

Der Planet Merkur erreicht am 2. August seine größte westliche Elongation von der Sonne und kann in der ersten Monatshälfte am Morgenhimmel aufgefunden werden. Seine Helligkeit nimmt dabei zu, was das Auffinden des Planeten erleichtert. Allerdings bewegt sich Merkur immer mehr auf die Sonne zu und wird damit in der zweiten Monatshälfte unbeobachtbar. Am 11. August steht die extrem schmale Sichel des abnehmenden Mondes beim Merkur, und um den 15. August kommt es zu einer engen Begegnung mit Jupiter.

Die Venus erreicht am 15. August als Abendstern mit einem Winkelabstand von über 45° ihre größte östliche Elongation von der Sonne. Zwar nimmt ihre Helligkeit zu, doch aufgrund ihrer zunehmend früheren Untergänge verschlechtern sich ihre Sichtbarkeitsbedingungen allmählich. Am Anfang des Monats geht sie noch gegen 22:30 Uhr unter, am Ende des Monats schon gegen 21:00 Uhr.

Der Mars steht am Morgenhimmel. Zunächst befindet er sich noch im Sternbild Stier (Taurus) und wechselt am 12. August in das Sternbild Zwillinge (Gemini) über. Zu Monatsbeginn geht der Mars gegen 02:00 Uhr auf, in der Mitte des Monats gegen 01:30 Uhr. Seine Helligkeit nimmt im Verlauf des Monats leicht zu. Am 9. August kommt es zur Begegnung zwischen dem Mars und dem abnehmenden Mond.

Der Jupiter stand im Juli in Konjunktion mit der Sonne und ist daher erst gegen Ende August wieder am Morgenhimmel zu finden. Ab dem 15. August kann Jupiter in der Morgendämmerung von erfahrenen Beobachterinnen und Beobachtern aufgefunden werden. Am 15. August geht Jupiter gegen 05:00 Uhr auf und am 31. August gegen 04:15 Uhr.

Der Saturn wird zunehmend ein Planet des Abendhimmels und bewegt sich im August rückläufig im Sternbild Fische. Im Oktober erreicht er seine Oppositionsstellung zur Sonne. Am 1. August geht Saturn gegen 23:15 Uhr auf, am 15. gegen 21:20 Uhr und am 31. gegen 21:10 Uhr. In der Nacht vom 3. auf den 4. August kommt es zu einer Begegnung Saturns mit dem abnehmenden Mond.

Der Uranus steht im Sternbild Stier am Morgenhimmel. Er befindet sich knapp an der Sichtbarkeitsgrenze für das bloße Auge. Aufgrund der Beobachtungsbedingungen kann er allerdings nur als ein kleiner, grünlich leuchtender Punkt im Fernglas gefunden werden. Am 1. August geht Uranus gegen 01:00 Uhr auf, am 15. gegen 00:00 Uhr und am 31. gegen 23:00 Uhr.

Der Neptun bewegt sich wie Saturn rückläufig im Sternbild Fische und nähert sich seiner Oppositionsstellung zur Sonne, welche er im September erreichen wird. Am 1. August geht Neptun gegen 22:50 Uhr auf, am 15. gegen 21:50 Uhr und am 31. gegen 20:50 Uhr. Der noch fast volle Mond befindet sich am 30. August nahe bei Neptun.

Sonnen- und Mondfinsternis

Im Weser-Ems-Gebiet beginnt die partielle Sonnenfinsternis um 19:14 Uhr. Sie erreicht ihren Höhepunkt mit einem Bedeckungsgrad von 86,1 bis 86,6 Prozent um 20:09 Uhr. Beendet ist die Sonnenfinsternis um 21:00 Uhr zeitgleich mit dem Sonnenuntergang. Zu Beginn der Sonnenfinsternis steht die Sonne etwa 15° über dem Horizont. Bei ihrem Höhepunkt gegen 20:09 Uhr steht die Sonne je nach Standort in der Region Weser-Ems nur noch 5,4° bis 6,4° über dem Horizont. Diese Höhe ist schon extrem tief und kritisch für eine Beobachtung. In dieser Höhe machen sich die Dunstschichten in der Atmosphäre sowie mögliche Luftunruhe besonders bemerkbar, was die Beobachtung stören kann.

Die partielle Mondfinsternis findet in der Nacht vom 27. auf den 28. August 2026 statt. Sie kann allerdings nur in ihrer ersten Hälfte von Mitteleuropa aus beobachtet werden. Zum Höhepunkt der Finsternis gegen 06:13 Uhr befinden sich 93 Prozent des scheinbaren Durchmessers des Vollmondes im Kernschatten der Erde. Der Untergang des Mondes erfolgt gegen 06:36 Uhr.

Die Meteorströme im August 2026

Im August 2026 sind mehrere Meteorströme sichtbar. Die Perseiden sind ein sehr bekannter Sternschnuppenschauer und erreichen ihren Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Ihr Radiant liegt im Sternbild Perseus. Im Maximum sind bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Diese Meteore gehen auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück. Mit einer Geschwindigkeit von rund 60 km/s sind die Meteoriden vergleichsweise schnell. Des Weiteren sind sie ziemlich hell, und auch Boliden bzw. Feuerkugeln kommen vor.

Im Sternbild Wassermann sind mit dem Antihelion-Komplex und den Delta-Aquariden zwei Meteorströme aktiv. Mit dem Radianten im Steinbock sind noch die Alpha-Capricorniden zu beobachten. Die Kappa-Cygniden haben ihren Radianten im Sternbild Schwan und erreichen am 18. August mit etwa fünf Meteoren pro Stunde ihren Höhepunkt. Sie haben eine Geschwindigkeit von rund 25 km/s und sind nicht besonders auffällig. Mit vereinzelten Meteoren sind die Eta-Eridaniden ein besonders schwacher Strom, welcher seinen Höhepunkt um den 8. August erreicht. Die Aurigiden sind in der letzten Nacht des Augusts zu beobachten, wobei im Jahr 2026 keine besonders hohen Meteorraten erwartet werden.

Bild 2: Der Sternenhimmel in Richtung Süden am 15.08.2026 um 22:00 Uhr / Quelle: Erstellt mit Stellarium

Mission „Abenteuer Weltraum“ 2. Halbjahr 2026

Im zweiten Halbjahr 2026 bietet der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) insgesamt vier Vortragsveranstaltungen an verschiedenen Orten sowie vier Astronomie-Treffen im Jade InnovationsZentrum (JIZ) in Wilhelmshaven an. Beim Astronomie-Treffen werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und – im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter – astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ durchgeführt.

Die Veranstaltungen des AVWF sind für alle offen zugänglich und kostenlos. Vorschläge von unseren Gästen für weitere Veranstaltungen und Vorträge sind ausdrücklich willkommen. Das Abenteuer Weltraum steht nicht nur jedem offen, sondern auch dessen Gestaltung.

Mitaufgeführt sind auch die Gastbeiträge des AVWF bei den Verbundmitgliedern des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE). Neben dem Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V., besteht das ANWE aus weiteren zehn astronomischen Vereinigungen, einer astronomischen Stiftung, fünf Hochschulen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Kurse, Vorträge und Veranstaltungen 2. Halbjahr 2026

08.09.2026 ab 19:00 Uhr; Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium (Austausch zur Astronomie in Theorie und Praxis und bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen); Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Öffentliche Veranstaltung; Eintritt frei.

21.09.2026; ab 19:30 Uhr; Vortrag: „Abenteuer Gasplaneten und Monde“: Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179a, 26832 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

26.09.2026; ab 18:00 Uhr; Gesellige Vortragsveranstaltung „Herausforderung Weltall“; Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; mit astronomischen Beobachtungen, Grillspeisen und Getränken; Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen, Göttinger Straße 6, 26419 Schortens-Roffhausen; Eintritt frei. Die Speisen und Getränke werden zu einem sehr günstigen Preis angeboten. Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Astronomie Club Ostfriesland e. V. und dem Sportverein Grüngelb Roffhausen e. V. durchgeführt.

13.10.2026; ab 19:00 Uhr; Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium (Austausch zur Astronomie in Theorie und Praxis und bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen); Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Öffentliche Veranstaltung; Eintritt frei.

24.10.2026; ab 19:00 Uhr; Vortrag „Astrobiologie“; Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Treff – Auf Siebethsburg, Störtebekerstraße 14 C, 26386 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

10.11.2026; ab 19:00 Uhr; Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium (Austausch zur Astronomie in Theorie und Praxis und bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen); Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Öffentliche Veranstaltung; Eintritt frei.

23.11.2026; ab 19:30 Uhr; Vortrag: Abenteuer Merkur und Venus; Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179a, 26832 Wilhelmshaven; Eintritt frei.

08.12.2026; ab 19:00 Uhr; Astronomie-Treffen / Maritimes Jade Observatorium (Austausch zur Astronomie in Theorie und Praxis und bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen); Jade InnovationsZentrum (JIZ), Emsstraße 20, 26382 Wilhelmshaven; Öffentliche Veranstaltung; Eintritt frei.

Gasvorträge bei den Verbundpartnern des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE)

28.07.2026; ab 19:00 Uhr; Vortrag: „Astrobiologie“: Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Bremerhavener Sternfreunden e. V.; Planetarium Bremerhaven, Bussestraße 24, 27570 Bremerhaven; Eintritt frei.

17.10.2026; ab 16:00 Uhr; Vortrag: „Abenteuer Astronomie“: Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Astronomie Club Ostfriesland e. V.; Dorfgemeinschaftshaus, Mittelweg 38, 26639 Zwischenbergen; Eintritt frei. Hinweis: Thema und Uhrzeit können noch variieren, werden jedoch rechtzeitig vorher bekanntgegeben.

02.12.2026; ab 19:30 Uhr; Vortrag: „Abenteuer Mond“: Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz; Olbers Gesellschaft Bremen e. V.; Olbers-Planetarium, Werderstraße 73 28199 Bremen; Eintritt: 5,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro.

Weitere Gastvorträge sind in Planung und werden ebenfalls rechtzeitig vorher bekanntgegeben!

Aktuelle und ausführliche Informationen sowie mögliche Änderungen zu den Veranstaltungen und Vorträgen unter Termine auf dieser Website!

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