Astronominnen und Astronomen (vor allem aus dem Amateurbereich) sowie Astronomie-Interessierte aus Wilhelmshaven und Friesland treffen sich öffentlich zum gegenseitigen Austausch über Astronomie in Theorie und Praxis. Es werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten.
Die Schwerpunktthemen sind die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V. (AVWF) und im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE). Hierzu hält Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz den Vortrag „Lokale und regionale Astronomie und Astrophysik“ mit vielen Bildern. Es wird gezeigt, was der AVWF und das ANWE innerhalb der letzten fünf Jahre organisiert und durchgeführt haben. Anregungen und Vorschläge für zukünftige Aktivitäten und Veranstaltungen sind herzlich willkommen. Wir laden alle Interessierten dazu ein, weitere Veranstaltungskonzepte mit uns zu entwickeln und bestehende Formate weiterzuentwickeln.
Das Astronomie-Treffen ist eine kostenlose und öffentliche Veranstaltung des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e.V. und steht ausdrücklich auch Nichtvereinsmitgliedern offen. Die Treffen finden in lockerer Runde statt. Jede/jeder kann teilnehmen und ist ausdrücklich willkommen. Es können auch Themenwünsche für kommende Vorträge eingebracht werden. Des Weiteren werden Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten.
Bild: Das Jade InnovationsZentrum (JIZ) / Quelle: CC BY-SA 3
Aufgrund seiner relativen Nähe zur Erde war und ist der Mond ein Ziel von unbemannten und bemannten Raumfahrtmissionen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Raumfahrtmissionen zum Mond von 1959 bis 2026 und auch etwas darüber hinaus.
Nachfolgend werden zunächst Auszüge aus dem Luna-Programm wiedergegeben, wobei deren Vorläufersonden in deutschsprachigen Medien als Lunik-Sonden bezeichnet wurden. Die sowjetischen Originalbezeichnungen werden in Klammern angegeben. Als erste Raumsonde flog die sowjetische Sonde Lunik 1 (Kosmische Rakete), welche am 01.01.1959 gestartet wurde, in weniger als 6.000 km Entfernung am Mond vorbei. Zwar wurden keine Bilder geliefert, doch dafür Messwerte. So wurde unter anderem gezeigt, dass der Mond über kein nennenswertes magnetisches Dipolfeld verfügt. Lunik 2 (Sowjetische Kosmische Rakete 2) wurde am 12.09.1959 gestartet und erreichte als erste Sonde am 13.09.1959 die Mondoberfläche. Zu einer Übermittlung von Daten von der Mondoberfläche konnte es allerdings nicht kommen, da die Raumsonde hart auf dem Mond aufschlug und so zerstört wurde. Immerhin handelt es sich um das erste von Menschen erbaute Objekt, welches einen anderen Himmelskörper erreichte. Vor ihrem Aufschlag bestätigte Lunik 2 jedoch die Messwerte von Lunik 1, wonach es kein nennenswertes Mondmagnetfeld und auch keinen Strahlungsgürtel um den Mond gibt. Die am 04.10.1959 gestartete sowjetische Sonde Lunik 3 (Automatische Interplanetarische Station) erfüllte ihre Mission sehr erfolgreich. Sie lieferte die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes, welche dem Blick der Menschheit aufgrund der gebundenen Rotation des Mondes bisher verborgen geblieben war.
Bild 1: Das erste Bild von der Rückseite des Mondes / Quelle: National Space Science Data Center (NASA / USA)
Das nächste Ziel der Raumfahrt war die weiche Landung einer Sonde auf dem Mond. Dieses Ziel wurde mit der am 31.01.1966 gestarteten sowjetischen Sonde Luna 9 erreicht. Sie landete erfolgreich am 03.02.1966 auf dem Mond. Die sowjetischen Sonden Luna 10 und 11 umflogen 1966 als künstliche Satelliten den Mond und lieferten zahlreiche Daten. Die sowjetische Sonde Luna 16, welche am 12.09.1969 gestartet wurde, brachte Bodenproben zur Erde zurück, allerdings erst nach der erfolgreichen bemannten Apollo-11-Mission. Mit Luna 20, gestartet am 14.02.1972, wurde die Mission von Luna 16 wiederholt. Mit der Mission Luna 17, gestartet am 10. November 1970, wurde das ferngesteuerte Fahrzeug Lunochod 1 auf den Mond gebracht. Diese Mission wurde mit der am 15.01.1973 gestarteten Luna-21-Sonde und Lunochod 2 wiederholt. Die am 09.08.1976 gestartete sowjetische Sonde Luna 24 brachte noch einmal Bodenproben zur Erde zurück und war die letzte Sonde des Luna-Programms. Die für 1977 geplante Luna-25-Mission mit dem ferngesteuerten Fahrzeug Lunochod 3 wurde nicht mehr realisiert.
Bild 2: Erstes Bild von Luna 9 (UdSSR) von der Mondoberfläche / Quelle: National Space Science Data Center (NASA / USA)
Das US-amerikanische Mondraumfahrtprogramm begann mit der am 28.07.1964 gestarteten Sonde Ranger 7. Sie traf den Mond am 31.07.1964 im Mare Nubium. Alle Sonden waren für einen harten Aufschlag und nicht für eine weiche Landung auf dem Mond konzipiert. Kurz vor dem Aufschlag lieferten sie jeweils viele Tausende von Bildern. Es folgte Ranger 8, welche am 17.02.1965 gestartet wurde und am 20.02.1965 im Mare Tranquillitatis, dem späteren Landeplatz von Apollo 11, aufschlug. Abgeschlossen wurde das Programm mit Ranger 9, welche am 21.03.1965 gestartet wurde und am 24.03.1965 im Krater Alphonus aufschlug. Das Surveyor-Programm war dann für weiche Landungen auf dem Mond konzipiert. Surveyor 1 wurde am 30.05.1966 gestartet und landete am 02.06.1966 weich nahe dem Krater Flamsteed. Die Missionen Surveyor 2 und 4 waren Fehlschläge, alle anderen erfolgreich. Mit Surveyor 7, gestartet am 07.01.1968, wurde die Mission zur Vorbereitung einer bemannten Landung auf dem Mond beendet. Sie landete am 09.01.1968 ungefähr 40 km nördlich vom Krater Tycho auf dem Mond. Als weiteres Programm der US-Raumfahrt wurden zwischen dem 10.08.1966 und dem 01.08.1967 fünf Lunar-Orbiter gestartet, welche den Mond als künstliche Satelliten umkreisten und ebenfalls zahlreiche Informationen lieferten.
Bild 3: 18-Minuten-Zeitraffer von Ranger 9 / Quelle: NASA / JPL
Der erste bemannte Flug im Rahmen des Apollo-Mond-Programms fand mit Apollo 7 im Erdorbit vom 11. bis 22.10.1968 statt. Bereits die Mission mit Apollo 8 führte zur ersten bemannten Mondumkreisung, welche am 24.12.1968 erfolgte. Die Mission dauerte vom 21. bis zum 27.12.1968. Die Mission von Apollo 9 fand wieder im Erdorbit statt. Im Rahmen dieser Mission, welche vom 03. bis zum 13.03.1969 dauerte, wurde das Ab- und Ankoppeln der Mondlandefähre geprobt. Im Rahmen der Mission von Apollo 10 wurde diese Probe dann in den Mondorbit verlegt und die Mondlandung simuliert. Die Mission dauerte vom 18. bis zum 26.05.1969.
Bild 4: Der Erdaufgang vom Mond aus gesehen im Rahmen der Apollo-8-Mission im Dezember 1968 / Quelle: NASA / JPL
Die erste bemannte Mondlandung erfolgte dann im Rahmen der Mission von Apollo 11, welche am 16.07.1969 gestartet wurde und am 19.07.1969 den Mond erreichte. Am 20.07.1969 um 21:17 Uhr MEZ landete die Mondlandefähre Eagle mit den Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin erfolgreich im Mare Tranquillitatis auf dem Mond. Tags darauf um 3:56 MEZ betrat Armstrong als erster Mensch den Mond, Aldrin folgte um 4:20 MEZ. Astronaut Michael Collins verblieb in der Raumkapsel Apollo 11, welche den Mond umkreiste. Am 21.07.1969 verließ die Mondlandefähre mit Armstrong und Aldrin den Mond wieder und koppelte an die Raumkapsel an. Anschließend trat Apollo 11 den Heimflug zur Erde an und landete dort wohlbehalten am 24.07.1969. Erfolgreiche Missionen nach Apollo 11 waren die Raumflüge von Apollo 12, 14, 15, 16 und 17. Bis Dezember 1972 betraten insgesamt 12 Astronauten den Mond. Die Mission von Apollo 13 im April 1970 scheiterte aufgrund eines technischen Defekts, der zu einer Explosion und zur Beschädigung von Apollo 13 führte. Zum Überleben mussten die Astronauten in die Mondlandefähre umsteigen, den Mond umkreisen und konnten anschließend erfolgreich zur Erde zurückkehren. Eine direkte Umkehr oder eine Mondlandung war nicht möglich
Bild 5: Apollo-Astronaut mit Mondlandefähre, Mondauto und US-Flagge auf dem Mond / Quelle: NASA / JPL
Nach den erfolgreichen Mondmissionen im Rahmen des Apollo-Programms gab es weitere Missionen mit Raumsonden zum Mond. Im Jahr 1994 starteten die USA die Raumsonde Clementine, welche in einer polaren Umlaufbahn fast den gesamten Mond kartographierte und das Höhenprofil des Erdtrabanten aufnahm. Die im Jahr 1998 gestartete US-Raumsonde Luna Prospector erstellte, ebenfalls in einer polaren Umlaufbahn, eine komplette Kartographie der Mondgravitation.
Bild 6: US-Raumsonde Luna Prospector / Quelle: NASA / JPL
Ein angestrebter eindeutiger Nachweis von möglichem Wassereis am Mondsüdpol gelang jedoch nicht im Rahmen dieser Mission. Der Nachweis von Wassereis am Mondnordpol gelang hingegen mit der im Jahre 2008 gestarteten indischen Sonde Chdandrayaan-1. Im Jahr 2007 startete Japan die Sonde Kaguya (Selene) mit 14 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord in eine Mondumlaufbahn. Unter anderem lieferte die Sonde Stereobilder von der Mondoberfläche und Höhenprofile mit einer Genauigkeit von 5 m. Des Weiteren wurden zwei Hilfssatelliten abgesetzt, mit denen die Verteilung der Mineralien und das Gravitationsfeld des Mondes erforscht wurden. Nach zwei Jahren wurde die Mission durch einen geplanten Aufschlag der Sonde auf dem Mond beendet. Die Volksrepublik China startete ebenfalls im Jahr 2007 die Sonde Chang’e 1, welche primär die chemische und mineralogische Zusammensetzung der Mondoberfläche erforschte. Mit Hilfe von Stereokameras wurden dreidimensionale Bilder von der Mondoberfläche erstellt. Die chinesische Nachfolgesonde Chang’e 2 hatte 2010/11 im Mondorbit die Aufgabe, die Möglichkeiten für eine bemannte chinesische Mission zum Mond auszuloten.
Im Jahr 2009 erfolgten zwei weitere US-Missionen zum Mond. Mit einer Trägerrakete startete die NASA den Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) und den Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) jeweils in eine polare Mondumlaufbahn. Der LRO lieferte aus einer niedrigen Umlaufbahn hochauflösende Bilder und Daten zur kosmischen Strahlenbelastung. Die Bilder dienten als Basis für eine hochauflösende Karte des Mondes. Im Jahr 2012 überflog die Sonde in einer Höhe von 24 km den Landeplatz von Apollo 11 im Mare Tranquillitatis und lieferte hochauflösende Bilder. Sie zeigen unter anderem die Fußspuren der Astronauten und das Landegestell der Mondlandefähre. Da auch andere Nationen in der Lage sind, solche Bilder zu erhalten, wäre eine mögliche Fälschung der Mondlandung längst aufgeflogen. Es gibt Verschwörungstheorien, wonach die Mondlandung nicht stattgefunden haben soll. Alle mutmaßlichen Beweise für solche Theorien können jedoch widerlegt werden.
Bild 7: Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS) / Quelle: NASA / JPL
Die Sonde LCROSS blieb mit der ausgebrannten Oberstufe der Centaur-Rakete verbunden, welche abgekoppelt und gezielt in einem Krater am Mondsüdpol zum Aufschlag gebracht wurde. Die aufgewirbelte Partikelwolke wurde anschließend mit einem Spektrometer an Bord von LCROSS analysiert. Dabei wurden Wasserdampf und damit die Existenz von Wasser nachgewiesen. Zwei weitere NASA-Sonden mit der Bezeichnung Gravity Recovery and Interior Laboratory (GRAIL) umkreisten im Jahr 2012 den Mond in einer Höhe von nur 23 km. Die Aufgabe der Sonden war die genaue Vermessung des Mondgravitationsfeldes und von Gravitationsanomalien auf dem Mond. Die Messwerte sollen weitere Aufschlüsse über den inneren Aufbau des Mondes liefern.
Die chinesischen Sonden Longjiang 1 und 2 wurden am 20.05.2018 gestartet. Longjiang 1 ging verloren und Longjiang 2 erreichte erfolgreich einen elliptischen Mondorbit. Die Mission Longjiang 2 diente als Kommunikationsmondsatellit für die am 07.12.2018 gestartete Mission Chang’e 4. Mit dieser Mission gelang am 03.01.2019 erstmalig eine erfolgreiche weiche Landung auf der Mondrückseite. Sie umfasst auch den Rover Yutu 2. Die mehrteilige Sonde Chang’e 5 wurde am 23.11.2019 gestartet. Sie bestand aus einem Orbiter, einem Mondlander und einer Probenrückführkapsel. Am 16.12.2020 brachte die Rückkehrsonde 1,7 kg Mondgestein und -staub zur Erde. Der Orbiter wurde zur Vorbereitung von zukünftigen Missionen zunächst an einen der Lagrange-Punkte des Systems Erde – Sonne gebracht und danach in eine entfernte rückläufige Bahn um den Mond.
Bild 8: Chang’4 und Yutu 2 auf der Mondrückseite / Quelle: China National Space Administration (CNSA) / Volksrepublik China
Vor dem Start des Artemis-Programms wurde am 28.06.2022 von der NASA (USA) die Sonde Capstone gestartet. Mit dieser Mission sollten die Navigation und die Umlaufbahn des ursprünglich geplanten Lunar Orbital Platform-Gateway (LOP-G), einer Raumstation im Mondorbit, erprobt werden. Das LOP-G-Projekt wurde derzeit zugunsten einer bemannten Station auf dem Mond gestoppt. Das Artemis-Programm ist eine Kooperation der NASA mit den Raumfahrtagenturen von Europa (ESA), Kanada (CSA) und Japan (JAXA). In Europa ist Deutschland wiederum maßgeblich beteiligt, darunter auch der Raumfahrtstandort Bremen als „City of Space“. Im Rahmen der unbemannten Artemis-1-Missionen vom 16.11. bis 11.12.2022 erfolgte zum ersten Mal der Flug eines Orion-Raumschiffes zum Mond und zurück. Im Rahmen dieser Mission trat das Raumschiff auch in den Mondorbit ein.
Bild 9: Die unbemannte Artemis-1-Mission zum Mond mit Erde und Mond im Hintergrund / Quelle: NASA / JPL
Die bemannte Artemis-2-Mission wurde am 02.04.2026 um 00:35 Uhr MESZ (01.04.2026 um 18:35 Uhr US-Ortszeit) erfolgreich gestartet. Eine Astronautin und drei Astronauten sind in einem Orion-Raumschiff in einer achtförmigen Flugbahn erfolgreich zum Mond geflogen, haben diesen am 07.04.2026 (MESZ) umrundet und sind am 11.04.2026 um 02:08 Uhr MESZ (10.04.2026 um 20:08 Uhr US-Ortszeit) wieder sicher auf der Erde gelandet. Als Kommandant leitete Reid Wiseman von der NASA die Mission. Der Pilot von Artemis 2 war der NASA-Astronaut Victor Glover. Die NASA-Missionsspezialistin Christina Koch und ihr entsprechender Kollege Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA vervollständigten die Artemis-2-Crew.
Bild 10: Der Verlauf der Artemis-2-Mission vom 02. – 11.04.2026 / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Mit der Artemis-3-Mission soll im Jahr 2027 mit einer echten Mondlandefähre das Andockverfahren im Erdorbit geprobt werden. Im Jahr 2028 sollen im Rahmen der Missionen Artemis 4 und 5 bemannte Landungen auf dem Mond erfolgen. Allerdings sind die Anzüge und die Mondlandefähren für die Astronautinnen und Astronauten noch nicht fertig entwickelt, so dass der angestrebte Zeitplan nicht sicher ist. Verzögerungen sind daher möglich. Im Rahmen von weiteren Artemis-Missionen soll ab 2033 der Aufbau für eine bemannte Station auf dem Mond beginnen. Die hierfür erforderliche Technik soll bis 2029 entwickelt werden, was als sehr ambitioniert gilt. Im Rahmen der am 15.01.2025 gestarteten US-Mission Blue Ghost M 1 erfolgte am 02.03.2025 die erfolgreiche Landung von Blue Ghost im Mare Crisium.
Bild 11: Die Artemis-2-Crew und die Orion-Kapsel nach der Landung am 11.04.2026 / Quelle: NASA / JPL
Mit den Missionen Luna 25, 26 und 27 möchte Russland an das erfolgreiche Luna-Programm der ehemaligen Sowjetunion anknüpfen. Die Mission Luna 25 wurde am 10.08.2023 gestartet und sollte am 21.08.2023 einen Lander im Boguslawsky-Krater absetzten. Der Lander stürzte jedoch am 19.08.2023 in den Krater Pontécoulantund wurde zerstört. Luna 26 ist eine Orbiter-Mission und soll im Jahr 2028 gestartet werden. Die Missionen Luna 27A und Luna 27B sollen in den Jahren 2029 und 2030 Lander zum Mond bringen.
Bild 12: Der Mond und die Erde im Hintergrund im Rahmen der Artemis-2-Mission / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Mit DRO-A und -B brachte am 13.03.2024 die chinesische Raumfahrtagentur CNSA zwei kleine Satelliten in eine entfernte rückläufige Bahn um den Mond. Die Raumsonden sollen Kommunikations- und Navigationsdienste für die kommenden Mission zum Mond zur Verfügung stellen. Am 30.03.2026 startete die CNSA mit Elsternbrücke einen Relaissatelliten für die Mission Chang’e 6. Zusätzlich wurden noch die beiden Technologieerprobungssatelliten Tiandu 1 und 2 für eine geplante Konstellation von Navigations- und Kommunikationssatelliten gestartet. Die Mission Chang’e 6 startete am 03.05.2024 und landete am 01.06.2024 auf der Mondrückseite im Apollo-Krater. Es erfolgte auch eine Sammlung und Rückführung von Mondproben, welche am 25.06.2024 die Erde erreichten. Für das Jahr 2029 strebt die Volksrepublik China die erste bemannte Landung auf dem Mond an. In den 2030er Jahren möchte die Volksrepublik China in Zusammenarbeit mit Russland ebenfalls eine bemannte Station auf dem Mond errichten.
Bild 13: Futuristisches Bild von einer bemannten Mondbasis / Quelle: NASA / JPL
Neben den Vereinigten Staaten von Amerika, der Volksrepublik China und der Russischen Föderation brachten weiteren Staaten Mondmissionen auf den Weg. Süd-Korea startete mit Danuri am 04.08.2022 eine Orbiter-Mission zum Mond. Mit der am 14.07.2023 gestarteten Mission Chandrayaan-3brachte Indien erfolgreich einen Rover zum Mond. Die erfolgreiche Landung erfolgte am 23.08.2023. Die japanische Raumfahrtagentur JAXA startete am 06.09.2023 die Mission SLIM, mit welcher zwei kleine Rover zum Mond gebracht wurden. Die erfolgreiche Landung erfolgte am 19.01.2024. Trotz eines Ausfalls der Stromversorgung in der ersten Woche nach der Landung konnten alle Missionsziele erfüllt werden. Mit iCub-Q startete Pakistan am 03.05.2024 eine erfolgreiche Cube-Orbiter-Mission zum Mond.
Für die Zukunft sind weitere unbemannte und bemannte Mond-Missionen sowie auch die Errichtung von ständigen Mondstationen geplant. Der Mond könnte auch als Zwischenstufe für eine bemannte Mission zum Mars dienen. Neben der Erprobung von neuen Technologien sollen auch Rohstoffe vom Mond gewonnen werden. Des Weiteren soll auch Weltraumforschung vom Mond aus betrieben werden.
Bild 14: Der Planet Mars als zukünftige Missionsziel im Größenvergleich mit der Erde / Quelle: NASA / JPL
Im April 2026 fand mit „Artemis 2“ die erste bemannte Mondmission nach über 50 Jahren statt. Eine Astronautin und drei Astronauten umrundeten den Mond. Im Rahmen der Artemis-3-Mission soll im Jahr 2027 mit einer echten Mondlandefähre das Andockverfahren im Erdorbit geprobt werden. Im Jahr 2028 sollen im Rahmen der Missionen Artemis 4 und 5 bemannte Landungen auf dem Mond erfolgen. Bis zum Jahr 2035 soll eine bemannte Station auf dem Mond entstehen. Die Chinesen verfolgen ebenfalls entsprechende Pläne. Mit der Artemis-2-Mission ist ein neues Zeitalter im Weltraum angebrochen. Die Menschheit möchte nachhaltig auf dem Mond bleiben und später auch zum Mars aufbrechen. Vor diesem Hintergrund geht der ausführliche Artikel auf den aktuellen Forschungsstand zum Aufbau, zur Entstehung und zu den Eigenschaften des Mondes sowie auf seine Bedeutung für die Erde und das Leben ein.
Bild 1: Das Orion-Raumschiff „Artemis 2“ mit Mond und Erde / Quelle: Artemis-2-Mission
Einleitung
Der Mond ist ein natürlicher Satellit bzw. Trabant der Erde. Aufgrund der Größenverhältnisse zwischen Erde und Mond wird auch von einem Doppelplaneten-System gesprochen. Der Durchmesser des Mondes beträgt 3.476 km und damit rund ein Viertel des Erddurchmessers. Im Sonnensystem ist der Mond damit der fünftgrößte Trabant. Die Entfernung zwischen Erde und Mond bewegt sich in einem Bereich von 363.300 km bis 405.500 km. Die mittlere Entfernung beträgt 384.400 km. Die Masse des Mondes beträgt 1/81 der Erdmasse. Aufgrund der geringen Oberflächengravitation kann der Mond keine Atmosphäre halten. Die mittlere Dichte des Mondes beträgt 3,3 g/cm³.
Rotation und Bahnbewegung des Mondes
Der Mond rotiert in rund 27,3 Tagen um seine eigene Achse, im Prinzip genauso lange, wie er für einen Umlauf um die Erde benötigt. Dadurch ist, abgesehen von leichten Schwankungen, der Erde immer dieselbe Mondseite zugewandt. In diesem Fall wird von einer gebundenen Rotation gesprochen. Sie kommt durch die Gezeitenwirkung (periodische Verschiebung von Massen aufgrund der Gravitation) zwischen Erde und Mond zustande. Eine Nacht oder ein Tag auf dem Mond dauern jeweils rund 14 Tage. Dabei schwankt die Temperatur zwischen –160 °C und +130°C. Aufgrund von leichten Schwankungen können etwa 59 Prozent der Mondoberfläche von der Erde aus gesehen werden. Ursachen hierfür sind, dass sich während eines Mondumlaufs auch die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne weiterbewegt. Des Weiteren ist die Mondbahn bezogen auf die Erdbahnebene (Ekliptik) um 5,145° geneigt und ihre Exzentrizität (Abweichung von der Kreisbahn) beträgt 0,0549. Die Neigung der Mondachse hat einen Wert von 6,68°. Besonders auffällig sind die Phasen des Mondes.
Bild 2: Der Erduntergang vom Mond aus gesehen / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Es wird in der Regel zwischen der siderischen und der synodischen Umlaufzeit des Mondes unterschieden. Erstere bezieht sich auf die Sterne und beträgt 27,32 Tage. Letztere bezieht sich auf den Durchlauf der Mondphasen, etwa von Vollmond zu Vollmond, und beträgt 29,5 Tage. Wie oben bereits beschrieben, bewegt sich auch die Erde auf ihrer Bahn weiter, so dass der Mond bis zum Wiedererreichen einer bestimmten Phase etwas nachlaufen muss. Die Mondphasen kommen durch die Stellung von Erde, Mond und Sonne zueinander zustande. Bei Halbmond stehen die drei Himmelsobjekte in einem Winkel von 90° zueinander. Bei Vollmond steht der Mond in Opposition zur Sonne (180° voneinander an der Himmelskugel entfernt) bzw. die Erde steht zwischen Sonne und Mond. Wenn Sonne und Mond in Konjunktion zueinander stehen (0°), also zusammen etwa am gleichen Himmelsort, ist Neumond. Alle anderen Phasen des Mondes ergeben sich aus den Stellungen dazwischen.
Aufgrund der Neigung der Mondbahn gegenüber der Erdbahnebene wandert der (Neu-)Mond in der Regel unterhalb oder oberhalb an der Sonne vorbei. Befindet sich der Mond jedoch im Bereich seiner Bahnknoten, der Schnittebene der Mond- und Erdbahnebene, kommt es zu einer Bedeckung der Sonne durch den Mond. Am Himmel betragen die scheinbaren Größen von Mond und Sonne etwa 1/2°, so dass sie etwa gleich groß sind. Je nach Entfernung des Mondes von der Erde zum Zeitpunkt einer Finsternis erfolgt eine vollständige Bedeckung (totale Sonnenfinsternis) oder die scheinbare Mondscheibe ist etwas kleiner als die scheinbare Sonnenscheibe, womit es dann zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommt.
Bild 3: Eine Sonnenfinsternis von Artemis 2 aus erzeugt und gesehen / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Von einer partiellen Sonnenfinsternis oder auch Mondfinsternis wird gesprochen, wenn von einem bestimmten Ort der Erde die Himmelskörper nur teilweise bedeckt bzw. verfinstert sind und die Totalitätsphase von dort aus nicht beobachtet werden kann. Die Mondfinsternis kommt ebenfalls nur zustande, wenn sich der Vollmond im Bereich seiner Bahnknoten aufhält. In diesem Fall wandert der Mond durch den Erdschatten und wird verfinstert. Wenn Neumond ist, dann ist vom Mond aus gesehen die Erde voll beleuchtet. Kurz nach oder vor Neumond kann zeitweise schwach der ganze Mond wahrgenommen werden. Hierbei handelt es sich um von der Erde aus zum Mond reflektiertes Sonnenlicht. In diesem Fall wird vom „aschgrauen Licht“ des Mondes gesprochen. Bei Vollmond liegt die scheinbare Helligkeit bei −12,5 mag. Das Albedo (Rückstrahlungsvermögen) der Mondoberfläche beträgt 0,12.
Bild 4: Die Totalitätsphase der Sonnenfinsternis von Artemis 2 aus gesehen / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Die Entstehung des Mondes
Nach der Abspaltungshypothese löste sich der Mond von einer sehr schnell rotierenden Erde ab. Der Prozess soll während der Erdentstehung stattgefunden haben, als sich die noch nicht verfestigte Erde formte. Am Erdäquator bildete sich demnach eine Ausbuchtung, aus der sich das Material für den Mond löste. Aus diesem Material soll sich dann der Mond geformt haben. Die Hypothese würde die Ähnlichkeiten zwischen der materiellen Zusammensetzung des Erdmantels und die des Mondes erklären. Allerdings müsste die Erde in diesem Fall in weniger als zwei Stunden um ihre Achse rotiert sein, was als unwahrscheinlich gilt. Unklar wäre auch, wie sich der Drehimpuls der Erde abgebaut haben soll. Er müsste aufgrund der Drehimpulserhaltung irgendwohin übertragen worden sein. Im System Erde – Mond befindet sich kein entsprechender Bahn- und Eigendrehimpulsbetrag, um einen entsprechenden Drehimpulsübertrag erklären zu können.
Die Doppelplanethypothese geht von einer gemeinsamen Entstehung der Erde und des Mondes, etwa am gleichen Ort und zur gleichen Zeit, in der protoplanetaren Gas- und Staubwolke aus. Dies würde zwar die Gemeinsamkeiten zwischen Erde und Mond erklären, nicht jedoch die deutlichen Unterschiede. So besitzt die Erde einen Metallkern und der Mond nicht.
Die Einfanghypothese geht davon aus, dass der Mond zunächst an einem anderen Ort im Sonnensystem entstanden ist und erst später von der Erde eingefangen wurde. Prinzipiell ist das möglich, jedoch sehr unwahrscheinlich. Die Erde hätte den Mond nicht so einfach einfangen können. Eher würde es zu einer Kollision zwischen beiden Himmelskörpern oder zu einem durch die Erdmasse beschleunigten Vorbeiflug des Mondes kommen. Nur mit Hilfe der entsprechenden Masse eines dritten Himmelsobjektes hätte die Erde den Mond einfangen können. Des Weiteren würde diese Hypothese zwar die Unterschiede zwischen Erde und Mond, nicht jedoch deren Gemeinsamkeiten erklären können.
Im Jahr 1975 wurde von Davis und Hartmann die bis heute favorisierte Kollisionshypothese aufgestellt. In die noch junge Erde hat vor etwa 4,52 Milliarden Jahren ein großes Objekt eingeschlagen, dessen Größe und Masse mit der des Planeten Mars vergleichbar war. Dabei wurde Material aus der Erdkruste herausgeschlagen, welches sich mit dem Material des Impaktkörpers vermengte und den Mond bildete. Diese Hypothese kann viele Eigenschaften des Systems Erde – Mond erklären. Der metallhaltige Kern des Impaktkörpers ist im Erdkern stecken geblieben und hat nicht zum Mondmaterial beigetragen. Aus diesem Grund befinden sich im Mondkern kaum Metalle. Der Mond hat sich aus den silikatischen Anteilen des Erdmantels und des Impaktkörpers gebildet. Sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede in den Zusammensetzungen des Erdmantels und des Mondes finden in dieser Hypothese ihre Erklärung. So weisen die Sauerstoffisotope im Erdgestein ein ähnliches Mengenverhältnis wie im Mondgestein auf, während sich das Verhältnis von Eisen zu Magnesiumoxid unterscheidet. Der Mond besteht zwar auch aus dem herausgeschlagenen Material des Erdmantels, jedoch größtenteils aus dem Material des Impaktkörpers.
Es gibt weitere Theorien zur Entstehung des Mondes. Nach einer Theorie von Raluca Rufu vom Weizmann-Institut in Rehovot/Israel aus dem Jahr 2017 entstand der Mond durch Einschläge von mehr als 20 Kleinkörpern auf der Erde. Nach diesem Szenario entstand ein Staubring um die Erde, aus dem zunächst mehrere Minimonde entstanden. Diese ballten sich dann aufgrund ihrer gegenseitigen gravitativen Wechselwirkung zum Mond zusammen. Die zukünftige Erforschung des Mondes wird mehr Licht auf seine Entstehung werfen.
Bild 5: Krater, Einschlagbecken und Maria zeugen von einer dynamischen Vergangenheit / Quelle NASA / Artemis-2-Mission
Der Aufbau des Mondes
Der Mond besteht aus einer Kruste, einem Mantel und einem Kern. Er dürfte ein vollständig erstarrter Körper sein. Ob es noch partiell geschmolzene Bereiche gibt, ist nicht sicher. Die auffälligsten Strukturen auf der Mondoberfläche sind die Krater, die mit Kratern durchsetzten Hochländer und die mit Flutbasalten gefüllten Maria (lateinisch für Meere). Bei Letzteren handelt es sich natürlich nicht um Meere, da auf dem Mond kein Wasser in flüssiger Form existieren kann.
Die Kruste hat auf der Vorderseite des Mondes eine Dicke von etwa 60 km und auf der Rückseite eine von etwa 100 km. Bestandteile der Mondkruste sind fast ausschließlich reine Feldspatgesteine (Anorthosit und anorthositische Gabbros). Bis in eine Tiefe von 25 km ist die Kruste aufgrund von Impakten stark zerklüftet. Weiter tiefer werden die Klüfte und Risse durch den Gesteinsdruck wieder geschlossen, was eine Ursache für die sogenannten Flachbeben auf dem Mond ist.
Der Mondmantel gliedert sich wiederum in einen oberen, mittleren und unteren Mantel. Der obere Mantel reicht bis in eine Tiefe von etwa 480–500 km und besteht aus olivin- und pyroxenreichen basaltischen Tiefengesteinen. Der mittlere Mantel reicht bis in eine Tiefe von etwa 1.000 km, während der untere bis in eine Tiefe von 1.300 km reicht. Der untere Mantel ist wahrscheinlich partiell geschmolzen, doch steht eine Verifizierung noch aus. Die Mantelgrenzen ergeben sich aus der Erforschung der Mondbebenwellen. An deren Grenzen kommt es zu Diskontinuitäten der verschiedenen Mondbebenwellen. Sie sind zwar nicht gut ausgeprägt, können jedoch gemessen werden. Aus dem Trägheitsmoment des Mondes folgt, dass die Dichteverteilung im Mondmantel gleichförmig ist.
Der Kern des Mondes hat einen Durchmesser von rund 500 bis 900 km. Aus seismischen Messwerten kann zwar nicht eindeutig belegt werden, doch ist seine Existenz nach Messungen der Mondsonde Lunar Prospector sehr wahrscheinlich. Sollte er existieren, könnte sein innerer Bereich im geschmolzenen Zustand vorliegen. Der Mondkern könnte auch eisenhaltig sein. Doch im Vergleich zur Erde ist der Mond sehr arm an Eisen. Eine Theorie zur Entstehung des Mondes muss diesen Sachverhalt erklären können. Die oben beschriebene Kollisionshypothese liefert eine mögliche Erklärung.
Die Oberfläche des Mondes
Die auffälligsten Strukturen auf der Mondoberfläche sind die Krater, die mit Kratern durchsetzten Terrae (lateinisch für Hochländer) und die mit Flutbasalten gefüllten Maria (lateinisch für Meere). Bei Letzteren handelt es sich natürlich nicht um Meere, da auf dem Mond kein Wasser in flüssiger Form existieren kann. Aufgrund des Fehlens einer Atmosphäre, von flüssigem Wasser und einer Plattentektonik gibt es im Prinzip keine Veränderungen der Mondoberfläche, außer durch Impakte und durch die Einwirkung von Strahlung. Die Mondoberfläche hat sich seit dem Abebben der Impakte vor 3,8 Milliarden Jahren nicht wesentlich verändert. Rund 99 Prozent der Mondoberflächenstrukturen sind älter als 3 Milliarden Jahre, rund 80 Prozent sogar älter als 4 Milliarden Jahre. Die Oberfläche des Mondes ist mit einer Schicht aus Regolith bedeckt, die zwischen mehreren Dezimetern und mehreren Metern dick sein kann. Hierbei handelt es sich um zertrümmertes Mondgestein, welches bei Impakten entsteht.
Bild 6: Krater, Einschlagbecken, Maria und Rillen auf dem Mond / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Die Krater auf dem Mond sind aufgrund von Einschlägen (Impakten) auf den Mond entstanden. In wenigen Fällen wird auch ein vulkanischer Ursprung aus der Anfangszeit des Mondes vermutet, doch ist dies nicht gesichert. In der Anfangszeit des Sonnensystems war noch viel Material von der protoplanetaren Gas- und Staubscheibe übrig, welches nicht für die Entstehung der großen Planeten verbraucht wurde. Es bildeten sich viele kleinere Brocken, die durchs Sonnensystem streiften. Besonders das innere Sonnensystem war davon betroffen. In der Folge gab es eine hohe Häufigkeit von Impakten auf die Planeten und Monde (Trabanten) im Sonnensystem. Auch das System Erde-Mond war davon betroffen. Nach der in der Wissenschaft favorisierten Kollisionshypothese entstand der Mond, wie bereits weiter oben beschrieben, durch die Kollision der Erde mit einem Himmelskörper von etwa der Größe und Masse des Mars. Auch nach der Mondentstehung waren Impakte auf der Erde und dem Mond noch sehr häufig. Erst vor zirka 3,8 Milliarden Jahren nahm die Häufigkeit der Impakte dann signifikant ab.
Bild 7: Krater auf dem Mond / Quelle: Ralf Schmidt AVWF
Während auf der Erde die Krater aufgrund von Plattentektonik, Erosion und Verwitterung weitgehend verschwanden, blieben sie auf dem Mond bis heute erhalten. Die Mondkrater kommen in allen Größenordnungen im Bereich von 10 bis 100 km vor. Die größten von ihnen werden als Wallebenen bezeichnet, wenn ihr Durchmesser mehr als 100 km beträgt und sie keinen Zentralberg besitzen. Krater können auch einen deutlich sichtbaren Zentralberg haben, während die Innenseiten der Kraterwälle terrassenförmig abgestuft sind. Im Falle dieser komplexeren Krater wird von Ringgebirgen gesprochen. Diese Ringgebirge können Durchmesser von mehr als 60 km erreichen, wobei die Kraterwälle Höhen von etwa 7 km erreichen können. Die Strukturen der Krater korrelieren auch mit ihrem Alter aufgrund der Einwirkungen von weiteren Impakten.
Die ältesten Krater, mit einem Alter von 4,2–4,3 Milliarden Jahren, weisen eine starke Erosion auf Grund von Impakten auf. Ihre Ringgebirge sind teilweise stark zerfallen und nur schwer erkennbar. Die Kraterwälle sehen abgeschliffen und verfallen aus, wobei die typischen Felsformationen fehlen.
Bei Kratern mit einem mittleren Alter von 4,0–4,1 Milliarden Jahren ist die Erosion weit weniger fortgeschritten, so dass deren Strukturen weitgehend erhalten geblieben sind. Die Kraterwälle zeigen mehr Details, etwa die typisch terrassenförmige Struktur. In der Kratermitte ist ein Zentralberg zu erkennen.
Junge Krater, mit einem Alter von 3,5–4,0 Milliarden Jahren, zeichnen sich durch scharfe Kanten, besonders am Kraterrand oder in der direkten Umgebung des Kraters, aus. Ihre Ringgebirge zeigen oft Strukturen mit spitzen Kanten und engen Tälern.
Krater, welche jünger als 3,5 Milliarden Jahre sind, zeigen als typische Struktur einen Strahlenkranz. Die überwiegende Anzahl der Krater sind jedoch Kleinkrater, welche keinen Zentralberg und keine sich über die Mondoberfläche erhebenden Kraterwälle haben.
Die Terrae (Hochländer) des Mondes bilden den Gegensatz zu den Maria. Während die Maria früher für Meere gehalten wurden, galten die Hochländer als die Kontinente. Diese Definitionen erwiesen sich als falsch, doch haben sich die ursprünglichen Bezeichnungen gehalten. Terrae weisen deutlich mehr Krater als die Maria auf und sind mit einer bis zu 15 Meter dicken Schicht aus Regolith bedeckt. Die Hochländer dürften zu den ältesten Mondformationen gehören, was aus der höheren Anzahl der Krater abgeleitet werden kann. Aufgrund der Untersuchung von Proben wird das Alter der Hochländer auf etwa 4,456 Milliarden Jahre datiert. Damit entstanden die Terrae in etwa zeitgleich mit der Mondkruste. In den Hochländern gibt es Täler (Vallis) und Gebirge. Bei den Vallis handelt es sich um schmale Einsenkungen in den Terrae, die eine Länge von einigen 100 km erreichen können. Ihre Breite beträgt in der Regel wenige Kilometer und ihre Tiefe einige 100 m.
Bild 8: Krater und Hochländer auf dem Mond / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Die Gebirge erreichen Höhen von etwa 10 km und können im Gegensatz zu den Gebirgen auf der Erde noch höher ausfallen. Der Grund ist die geringe Schwerkraft des Mondes. Der Druck auf die Mondkruste an der Gebirgsbasis ist auf dem Mond geringer als auf der Erde. Wird der Druck zu stark, sinkt das Gebirge ein und kann nicht mehr in die Höhe wachsen. Auf der Erde beträgt daher die maximal mögliche Höhe für ein Gebirge etwa 10 km, während auf dem Mond Höhen von bis zu 60 km möglich wären. Entstanden sind die Mondgebirge möglicherweise bei der Abkühlung des Mondes, als der Mond dabei schrumpfte und sich dadurch Faltengebirge aufwölbten. Es könnte sich einer anderen Hypothese zufolge auch um die Überreste von Kraterwällen handeln. Die Gebirge auf dem Mond wurden nach irdischen Gebirgen benannt.
Maria (Singular: Mare) bzw. Mare-Gebiete stellen sehr große Einschlagbecken aus der Anfangszeit des Mondes dar, welche in eine Phase von aktivem Vulkanismus auf dem Mond fielen. Aus dem Inneren des Mondes hervorbrechende Lavaströme füllten diese Becken dann. In einigen Fällen ragen Bergspitzen aus den Maria heraus Hier sei als Beispiel der Mons Piton im Mare Imbrium (Meer des Regens bzw. Regenmeer) genannt. Zum Teil wurden durch die hervorbrechenden Lavaströme auch Krater ganz oder teilweise überflutet.
Bild 9: Maria auf dem Mond / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Eine typische Erscheinung für Maria sind die besonders bei niedrigem Sonnenstand gut sichtbaren Höhenrücken. Sie sind mit einer Höhe von etwa 100 m relativ flach, können jedoch mehrere 100 km lang werden. Entstanden sind sie beim Erstarren der Lava, welche dabei seitlichem Druck ausgesetzt war. Die ringförmigen Maria sind von sehr flach ansteigenden, jedoch zum Teil sehr hohen Gebirgsketten umgeben. Hier handelt es sich um Impaktbecken mit Durchmessern von mehr als 1.000 km, welche später von Lava gefüllt wurden und so Mare-Gebiete bildeten. Das tiefste Impaktbecken liegt in der Nähe des Mondsüdpols und liegt etwa 8,2 km tief unter der Referenzhöhe, der Normal-Null-Linie auf dem Mond. Insgesamt befinden sich die Maria hauptsächlich auf der Vorderseite des Mondes, während es auf der Mondrückseite kaum Maria gibt. So liegt der Anteil der Maria auf der Mondvorderseite bei 31 Prozent, während er auf der Mondrückseite bei nur 2,6 Prozent liegt. Dies dürfte wahrscheinlich daran liegen, dass die Mondkruste dort etwa 40 km dicker als auf der Mondvorderseite ist. Der Anteil der Maria an der gesamten Oberfläche des Mondes liegt bei 16,9 Prozent. Heute gibt es keinen aktiven Vulkanismus mehr auf dem Mond. Es gibt auch Einschlagbecken, welche nicht mit Lava gefüllt worden sind. Sie befinden sich verstärkt auf der Rückseite des Mondes. In diesem Fall wird einfach von Becken gesprochen.
Eine weitere Erscheinung auf der Mondoberfläche sind die sogenannten Rillen, welche entweder aufgrund von Lavaströmen oder Spannungsrissen entstanden. Die Mondlava arbeitete sich ähnlich wie das Wasser in den irdischen Flüssen erosiv in den Untergrund ein und erzeugte natürliche Kanäle. Die sich schneller abkühlende Oberfläche erstarrte dabei, so dass eine Lavaröhre entstand. In ähnlicher Form kann dieser Vorgang auch beim irdischen Vulkanismus beobachtet werden, doch ist er auf dem Mond stärker ausgeprägt. Nach der Entleerung der Röhren brachen diese irgendwann ein und erzeugten dabei die Rillen. Spannungsrillen entstanden beim Erstarren der Flutbasalte. In diesen Fällen war das Mondgestein den Spannungen nicht mehr gewachsen und zerbrach. Dabei entstanden diese Rillen, welche bis tief in die Mondkruste hineinreichen können. Da sie jedoch fast vollständig mit Regolith gefüllt sind, lassen sie sich nur schwer an der Mondoberfläche ausmachen.
Lunar-terrestrische Beziehungen
Der Mond hat verschiedene Einflüsse auf die Erde. In diesen Fällen wird von lunar-terrestrischen Beziehungen gesprochen. Der größte Einfluss kommt aufgrund der Mondgravitation zustande. So werden die Gezeiten auf der Erde durch den Mond verursacht. Dabei stabilisiert der Mond auch die Erdachse, die eine Neigung von 23° gegenüber der Ekliptik aufweist. Ohne die stabilisierende Wirkung des Mondes würde die Erdachse zwischen 15° und 30° schwanken. In der Folge hätten sich keine zeitlich stabilen Klimazonen auf der Erde herausbilden können. Dies hätte auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Lebens auf der Erde gehabt. Nach der Sonne ist der Mond das hellste astronomische Objekt am Himmel und das der Erde am nächsten gelegene. Aus diesem Grunde gehörte der Mond auch zu den ersten Zielen von Raumfahrtmissionen und zum bisher einzigen Ziel, welches von Menschen betreten wurde. Der Mond dürfte auch Einfluss auf biologische Systeme haben. Viele der dem Mond nachgesagten Einflüsse sind auch umstritten oder haben sich als falsch herausgestellt. Nachfolgend soll auf die wichtigsten Einflüsse des Mondes näher eingegangen werden.
Bild 10: Die Gezeiten werden durch Erde, Mond und Sonne bewirkt / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Die durch den Mond erzeugten Gezeiten führen zu periodischen Massenbewegungen in der Erdatmosphäre, des Erdkörpers und der Meere. In der Erdatmosphäre äußern sich die Gezeiten durch periodische Schwankungen des Luftdruckes, welche in einer Größenordnung von 0,1 hPa liegen. Im Falle des Erdkörpers bewirken die Gezeiten eine Anhebung und Senkung der Erdkruste in einem Größenbereich von etwa 50 cm innerhalb von 12 Stunden. Am auffälligsten und bekanntesten sind jedoch die Gezeiten des Meeres (Tiden), welche sich als Ansteigen (Flut) und Absinken (Ebbe) des Meeresspiegels äußern. Es gibt zwei Flutberge und zwei Täler, welche innerhalb eines Mondtages (24 h 50 m, Umlaufzeit des Mondes) um die Erde laufen. Auf diese Weise ist im durchschnittlichen Abstand von 12 h 25 m jeweils Flut oder Ebbe. Die durch den Mond erzeugten Schwingungen der Luft- und Wassermassen sowie der Erdkruste ergeben sich aus den resultierenden Kräften aus Gravitationskraft und Zentrifugalkraft. Auf der dem Mond zugewandten Seite der Erdoberfläche ist die durch die Gravitationskraft des Mondes ausgeübte Kraft stärker als im Erdmittelpunkt. Daraus ergibt sich ein resultierender Kräfteunterschied, der sich auf die Erdoberfläche geringfügig und auf das Meerwasser stärker auswirkt.
Die Gravitation des Mondes zieht das Wasser jeweils tangential (Winkel von 90° zur Erdoberfläche) zu sich heran, wo dann jeweils die Fluttäler entstehen. Die Wassermassen sammeln sich dann in Richtung des Mondes, wo ein Flutberg entsteht. Auf der dem Mond entgegengesetzten Seite der Erde verhält es sich mit den resultierenden Kräften dann andersherum. Die Gravitationskraft des Mondes ist auf dieser Seite der Erdoberfläche geringer als im Erdmittelpunkt. Die Folge ist eine nach außen gerichtete resultierende (Zentrifugal-)Kraft, welche auch auf der dem Mond abgewandten Seite der Erde einen Flutberg entstehen lässt. Eine andere Interpretation lässt auch folgendes Bild zu. Die Erde wird stärker vom Mond angezogen als die Wassermassen, welche sich auf der dem Mond abgewandten Seite der Erde befinden. Daraus resultiert dann ein Flutberg. Allerdings sind beide Flutberge nicht gleich groß, da auch die jeweils resultierenden Kräfte nicht gleich groß sind. Der Flutberg auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde ist um etwa sieben Prozent größer.
Allerdings bewirkt auch die Sonne Gezeiten auf der Erde. Da die Gezeitenwirkung allerdings mit einem Wert von 1/r³ mit zunehmender Entfernung (r) zwischen zwei Himmelsobjekten abnimmt, ist die durch die Sonne hervorgerufene Gezeitenbeschleunigung um die Hälfte kleiner als die des Mondes. Bei Vollmond und Neumond wirken die Gezeitenkräfte zusammen. Es entsteht dann eine im Durchschnitt höhere Flut, die sogenannte Springflut. Bei Halbmond stehen Erde, Mond und Sonne jeweils in einem Winkel von 90° zueinander, so dass sich die Kräfte gegenseitig teilweise aufheben. In diesem Fall kommt es zu einer im Durchschnitt niedrigeren Flut, der sogenannten Nippflut.
Der Einfluss des Mondes würde die Wassermassen auf der Erde im Durchschnitt nur um 0,6 Meter heben, wenn diese vollständig mit Wasser bedeckt sein würde. Tatsächlich gibt es auf der Erde auch Landflächen, die natürliche Hindernisse bilden und so zu einer wesentlich höheren Flut führen. So können an der französischen Atlantikküste Tidenhübe von 7 bis 11,5 m erreicht werden. In der Fundy Bay, an der Ostküste Kanadas, wird mit 16 m und 21 m bei einer Springflut der höchste Tidenhub erreicht. In Deutschland wird der höchste Tidenhub mit einer mittleren Höhe von 3,7 m im Jadebusen bei Wilhelmshaven erreicht und der niedrigste an der deutschen Nordseeküste mit 1,6 m am Westrand von List auf der Insel Sylt. In der Ostsee beträgt der Tidenhub nur 0,3 m. Im Ergebnis sind die Höhen der Tiden eine Wechselwirkung zwischen den bewegten Meereswassermassen und den Küstenformationen.
Bild 11: Die Erde von Artemis 2 aufgenommen / Quelle: NASA / Artemis-2-Mission
Der Einfluss des Mondes auf biologische Systeme ist umstritten. Viele der dem Mond nachgesagten Einflüsse dürften wissenschaftlich nicht haltbar sein. Es gibt jedoch Einflüsse, die hier näher erläutert werden sollen.
Es gibt Korrelationen zwischen den Mondphasen sowie der Gelbempfindlichkeit des Auges, der Harnsäurekonzentration im Blut, dem Blutzuckerspiegel und von sonstigen Hormonkonzentrationen. Allerdings sind Korrelationen noch kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang. So dürften die ähnlichen Zeitdauern für einen Mondzyklus und den weiblichen Zyklus ebenso wenig miteinander zu tun haben wie die 11-jährige Umlaufperiode des Jupiter um die Sonne und der 11-jährige Aktivitätszyklus der Sonne. Dann gibt es wiederum Tierarten, welche doch in ihrem Verhalten Abhängigkeiten von den Mondphasen zeigen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Palolo-Wurm. Hierbei handelt es sich um einen Meeresborstenwurm, welcher auf Korallenriffen im Südpazifik lebt. Die Vermehrung erfolgt regelmäßig sieben bis acht Tage vor Vollmond. Zu diesem Zeitpunkt kriechen sie zu Tausenden aus den Röhren der Korallen. Ein anderes Beispiel ist die Einstundenmücke Clunio, welche das Mondlicht als Taktgeber für ihren Fortpflanzungsrhythmus nutzt. Noch erwähnt werden soll eine Zierfischart, die Guppys, deren Netzhaut wie das menschliche Auge ebenfalls bei Vollmond eine erhöhte Gelbempfindlichkeit hat. Eine Korrelation zwischen den Mondphasen und dem Pflanzenwachstum lässt sich hingegen nicht nachweisen. In diesem Fall könnte höchsten eine Korrelation mit der Monddeklination (Höhenstand des Mondes) bestehen, welche sich bisher jedoch nicht ausreichend verifizieren lässt.
Wie der Mond biologische Systeme beeinflussen kann, ist Gegenstand der Forschung. Die Gravitation dürfte nur bedingt und indirekt Einfluss haben. Der Grunion ist die einzige Fischart, welche am Land laicht. Das Laichen erfolgt allerdings zu extremen Gezeiten, bei Neu- oder Vollmond, und wird von diesen beeinflusst, welche wiederum von der Mond- und Sonnengravitation bewirkt werden. Ein direkter Einfluss der Mondgravitation auf biologische Systeme lässt sich hingegen nicht nachweisen. Die Gezeiten korrelieren nur bedingt mit den Mondphasen, da auch die Entfernung des Mondes eine Rolle spielt. Zwar bestehen biologische Systeme zu einem Großteil aus Wasser, doch ist deren Masse viel zu klein, um durch den Mond auch dort Gezeiten zu bewirken. Die Wirkung der Mondgravitation ist gegenüber der Erdgravitation nur minimal. Gegenüber der Erdbeschleunigung wirkt sie nur mit einem Wert von 1/300.000. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn ein Höhenunterschied von 10 Metern zurückgelegt wird. Das Mondlicht könnte eine Rolle spielen. Nach der Sonne ist der Mond das hellste Objekt am Himmel. Die Orientierung am Mondlicht kann bei bestimmten Lebewesen eine Rolle spielen. Doch kann auch das Mondlicht nicht alle Korrelationen, etwa die physiologischen, erklären. Bestimmte Reaktionen treten auch bei bewölktem Himmel oder bei Unkenntnis über die Mondphasen auf. Selbst psychisch induzierte physische Reaktionen dürften als Erklärung nicht ausreichen.
Der Mond beeinflusst wahrscheinlich auch das geomagnetische Feld und die Luftelektrizität. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch Gegenstand der Forschung. Das Erdmagnetfeld bildet auf der sonnenabgewandten Seite der Erde aufgrund des Sonnenwindes einen Schweif, welcher etwa 100 Erdradien hinausreicht. Der Vollmond mit einer durchschnittlichen Entfernung von 60 Erdradien bewegt sich durch diesen Schweif. Unklar ist jedoch, ob und wie dies zu Schwankungen des Erdmagnetfeldes führen kann. Allerdings könnten Magnetfeldschwankungen wiederum Einfluss auf die Enzyme in biologischen Systemen haben. Enzyme sind komplexe Eiweißmoleküle, welche als Katalysatoren chemische Reaktionen in biologischen Systemen steuern. Die Magnetfeldschwankungen könnten unter anderem auch von der Deklination des Mondes abhängen, so dass Korrelationen zwischen der Monddeklination und biologischen Systemen durchaus denkbar sind. Mögliche Wechselwirkungen zwischen dem Mond, dem Magnetfeld der Erde und biologischen Systemen sind noch strittig und nicht ausreichend verifiziert. So wird das Erdmagnetfeld durch die Sonne wesentlich stärker beeinflusst als durch den Mond.
Zusammenfassend kann gesagt werden: In bestimmten Fällen gibt es eine nachweisbare Korrelation zwischen der Stellung des Mondes und von biologischen Systemen. Allerdings ist auf diesem Gebiet die Forschung noch nicht abgeschlossen. Manche Korrelationen lassen sich nicht verifizieren. Einige Forschungsergebnisse sind auch widersprüchlich. Viele der dem Mond nachgesagten Einflüsse lassen sich nicht verifizieren oder stellen sich als falsch heraus.
Schlussworte
Der Mond ist der natürliche Satellit der Erde. Er hat darüber hinaus eine stabilisierende Wirkung auf unseren Heimatplaneten. Ohne den Mond würde die Erdachse zwischen 15° und 30° schwanken. In diesem Fall wäre die Evolution wohl ganz anders verlaufen und komplexere Lebensformen hätten sich nicht entwickeln können. Die Mondgravitation hat großen Einfluss auf die Erde und ist für die Gezeiten verantwortlich. Die auffälligste Erscheinungsform der Gezeiten sind die Tiden im Meer, Ebbe und Flut. Doch auch die Atmosphäre und die Landmassen sind von den Gezeiten betroffen. Aufgrund der Gezeiten dauert die Rotation des Mondes genauso lange wie sein Umlauf um die Erde. In diesem Fall wird von einer gebundenen Rotation gesprochen. Im Prinzip können wir von der Erde aus nur eine Seite des Mondes sehen. Aufgrund von kleineren Schwankungen sehen wir insgesamt etwa 59 Prozent der Mondoberfläche. Erst aufgrund der Raumfahrtmissionen seit 1959 kennen wir die gesamte Oberfläche des Mondes. Die Gezeiten bewirken auch eine Verlangsamung der Erdrotation um rund 20 µs pro Jahr.
Vor einigen 100 Millionen Jahren lag die Tageslänge noch bei 20–22 Stunden. Zur Zeit der Entstehung der Erde könnte die Tageslänge noch einmal deutlich kürzer gewesen sein. Auf der anderen Seite wird die Tageslänge weiter zunehmen. In 300 Millionen Jahren wird sich die Rotation der Erde so verlangsamt haben, dass ein Tag 25,7 Stunden dauert. Eine Rotationsdauer von 48 Tagen und eine doppelt gebundene Rotation wird die Erde in drei Milliarden Jahren erreichen. Dann ist auch dem Mond gegenüber immer die selbe Seite der Erde zugewandt. Aufgrund der Drehimpulserhaltung muss der Drehimpuls der Erde in den Bahndrehimpuls des Mondes übertragen werden. In der Folge war der Mond früher näher an der Erde und entfernt sich zurzeit um 3,8 cm pro Jahr. Wahrscheinlich wird der Mond jedoch das Gravitationsfeld der Erde während der Lebensdauer der Sonne nicht verlassen.
Bild 12: Der Vollmond / Quelle: Ralf Schmidt AVWF
Der Einfluss des Mondes auf biologische Systeme ist umstritten. Viele der behaupteten Einflüsse lassen sich nicht verifizieren oder stellen sich als nicht haltbar heraus. In wenigen Fällen könnte es einen Einfluss geben, wobei die genauen Einfluss-Mechanismen noch Gegenstand der Forschung sind. Aufgrund seiner großen Nähe zur Erde ist der Mond ein dankbares Beobachtungsobjekt der Astronomie und ein begehrtes Ziel der Raumfahrt. Die ersten Raumsonden-Missionen führten im Jahr 1959 zum Mond. Bereits zehn Jahre später erfolgten die erste bemannte Mondlandung und die bisher einzige Mission der Menschheit zu einem Himmelskörper. Für die Zukunft sind weitere Raumfahrtmissionen zum Mond geplant. Neben unbemannten und bemannten Missionen soll es auch eine ständige Station auf dem Mond geben.
Unabhängig von der modernen Forschung beeinflusste der Mond viele Kulturen. So geht zum Beispiel die Einteilung des Jahres in Monate bei vielen Kulturen auf die Umlaufzeit des Mondes um die Erde zurück. Der Mond hat zweifellos eine große Bedeutung für die Menschheit. Er ist für ihre Existenz nicht weniger bedeutend als die Sonne.
Informationen: Unter nachfolgendem Link findet sich ein ausführliches Kompendium zum Mond:
Vortragender: Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz
Im April 2026 fand mit „Artemis 2“ die erste bemannte Mondmission nach über 50 Jahren statt. Eine Astronautin und drei Astronauten umrundeten den Mond. Im Rahmen der Artemis-3-Mission soll im Jahr 2027 mit einer echten Mondlandefähre das Andockverfahren im Erdorbit geprobt werden. Im Jahr 2028 sollen im Rahmen der Missionen Artemis 4 und 5 bemannte Landungen auf dem Mond erfolgen. Bis zum Jahr 2035 soll eine bemannte Station auf dem Mond entstehen. Die Chinesen verfolgen ebenfalls entsprechende Pläne. Mit der Artemis-2-Mission ist ein neues Zeitalter im Weltraum angebrochen. Die Menschheit möchte nachhaltig auf dem Mond bleiben und später auch zum Mars aufbrechen.
Vor diesem Hintergrund geht der kostenlose Vortrag auf den aktuellen Forschungsstand zum Aufbau, zur Entstehung und zu den Eigenschaften des Mondes sowie auf seine Bedeutung für die Erde und das Leben ein. Des Weiteren betrachten wir die offenen Fragen zur Mondforschung und zur Zukunft des Mondes. Doch auch die gesellschaftliche bzw. wirtschaftliche Bedeutung des Mondes und die daraus resultierenden Raumfahrtmissionen werden betrachtet. Die früheren, aktuellen und zukünftigen Raumfahrtmissionen werden hierbei ebenfalls betrachtet.
Mit diesem Vortrag meldet sich Diplom-Physiker/Astrophysiker Andreas Schwarz aus seiner Vortragspause zurück, um in regelmäßigen Abständen wieder alle Interessierten am „Abenteuer Weltraum“ teilhaben zu lassen. Des Weiteren wird die Musikkneipe Schwarzer Bär mit diesem Vortrag am 27.04.2026 um 19:30 Uhr und dem darauffolgenden Vortrag „Abenteuer Mars“ am 08.06.2026 um 19:30 Uhr wieder zur „Wissenschaftskneipe“. Mit letzteren Vortrag geht es vom Mond zum Mars und noch weiter in eine interessante Zukunft. Das Abenteuer der Menschheit im Weltraum hat begonnen und alle können teilhaben.
Bild: Der Mond ist ein nachhaltiges Ziel der Menschheit / Quelle: Ralf Schmidt AVWF
Die Artemis-2-Mission wurde am 02.04.2026 um 00:35 Uhr MESZ (01.04.2026 um 18:35 Uhr US-Ortszeit) erfolgreich gestartet. Eine Astronautin und drei Astronauten sind in einem Orion-Raumschiff in einer achtförmigen Flugbahn erfolgreich zum Mond geflogen, haben diesen am 07.04.2026 (MESZ) umrundet und sind am 11.04.2026 um 02:08 Uhr MESZ (10.04.2026 um 20:08 Uhr US-Ortszeit) wieder sicher auf der Erde gelandet. Als Kommandant leitete Reid Wiseman von der NASA die Mission. Der Pilot von Artemis 2 war der NASA-Astronaut Victor Glover. Die NASA-Missionsspezialistin Christina Koch und der kanadische Missionsspezialist Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA vervollständigten die Artemis-2-Crew.
Bild 1: Der Start der Artemis-2-Mission / Quelle: NASA / Artemis 2
Nach dem Start blieb das Orion-Raumschiff zunächst in einer niedrigen Erdumlaufbahn, damit vor dem Weiterflug zum Mond die Lebenserhaltungssysteme getestet werden konnten. Bis auf die Bordtoilette funktionierten alle Systeme wie vorgesehen, so dass die elliptische Flugbahn auf bis zu 71.000 Kilometer im fernsten Punkt zur Erde angehoben wurde. Es folgte die Trennung von der letzten Raketenstufe. Mit Handsteuerung simulierten der Kommandant Reid Wiseman und der Pilot Victor Glover ein mögliches Andockverfahren an eine Mondlandefähre, indem sie sich entsprechend an die abgetrennte Raketenstufe annäherten. Im Rahmen der Artemis-3-Mission soll im Jahr 2027 mit einer echten Mondlandefähre das Andockverfahren im Erdorbit geprobt werden, bevor im Rahmen der Missionen Artemis 4 und 5 im Jahr 2028 bemannte Landungen auf dem Mond erfolgen sollen. Das Problem mit der Bordtoilette konnte behoben werden. Zusätzlich wurden nach dem Abtrennen des Orion-Raumschiffes von der Raketenstufe auch vier Cube-Satelliten ausgesetzt.
Bild 2: Die Artemis-2-Mission von der Erde zum Mond und zurück / Quelle: NASA / Artemis 2
Das Orion-Raumschiff beschleunigte rund 25 Stunden nach dem Start von der Erde in eine achtförmige Umlaufbahn um den Mond. Bahnkorrekturen erfolgten auf der viertägigen Reise zum Erdtrabanten einmal am Tag. Zwischenzeitlich übernahmen auch Christina Koch und Jeremy Hansen die Steuerung des Raumschiffs und probten weitere Manöververfahren. Die Systeme wurden während des gesamten Fluges getestet und geprüft. Des Weiteren wurden medizinische Experimente durchgeführt, um insbesondere die Auswirkungen der Strahlung außerhalb des Magnetfeldes der Erde und der Schwerelosigkeit auf die Crew zu untersuchen. Es wurden Beobachtungen durchgeführt und viele Bilder aufgenommen. Neben den Lebenserhaltungssystemen wurden der Antrieb, die Kommunikation, die Navigation und der thermische Schutz erprobt. Im Rahmen der unbemannten Artemis-1-Missionen kam es zu Beschädigungen des Hitzeschildes, so dass der Wiedereintritt des Orion-Raumschiffs im Rahmen der Artemis-2-Mission in einem angepassten Winkel stattfindet. Neben dem Annäherungs- und Ankopplungsmanöver wurden auch die Start-, Flug- und Wiedereintrittsabläufe geübt. Des Weiteren wurden neben Daten zur Belastung und Strahlung auch Daten zur Akustik und zur thermischen Umgebung gesammelt.
Bild 3: Ein Selbstbild vom Orion-Raumschiff am dritten Flugtag / Quelle: NASA / Artemis 2
Bild 4: Die Erde von Artemis 2 aufgenommen / Quelle: Reid Wiseman / NASA / Artemis 2
In den vorherrschenden gravitativen Anziehungsbereich des Mondes trat das Orion-Raumschiff am 06.04.2026 um 00:37 Uhr MESZ ein. Die Umrundung des Mondes erfolgte am 07.04.2026 nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) innerhalb der ersten drei Stunden des Tages. Zwischen 00:47 und 01:27 Uhr MESZ befand sich das Raumschiff von der Erde aus gesehen hinter dem Mond, so dass kein Funkkontakt bestand. Die Crew konnte außerdem eine selbst erzeugte Sonnenfinsternis beobachten. Zur höchsten Annäherung an den Mond kam es am 07.04.2026 um 01:27 Uhr MESZ mit einem Abstand von 6.545 km. Mit einem Abstand von 406.778 km erreichte die Crew der Artemis 2 am 07.04.2026 um 01:02 Uhr MESZ den bisher größten Abstand zur Erde im Rahmen einer bemannten Mission. Den bisherigen Abstandsrekord hielt Apollo 13 mit 400.171 km am 15.04.1970 um 02:21 Uhr MEZ. Die Phase der Mondbeobachtung endete am 07.04.2026 um 03:20 Uhr MESZ. Während ihres Vorbeiflugs am Mond benannte die Crew von Artemis 2 einen bisher namenlosen Krater nach Carroll Taylor Wiseman. Die Ehefrau von Kommandant Reid Wiseman war 2020 im Alter von nur 46 Jahren an Krebs verstorben. Der hellleuchtende Krater trägt nun den Namen „Carroll“.
Bild 5: Der Erduntergang vom Mond aus gesehen / Quelle: NASA / Artemis 2
Hin- und Rückflug zwischen Erde und Mond dauerten jeweils vier Tage. Am 11.04.2026 um 01:34 Uhr MESZ trennte sich die Orion-Raumkapsel von ihrem Servicemodul, welches die Antriebs- und Versorgungseinheit beinhaltete und beim Wiedereintritt nicht mehr gebraucht wird. Das Servicemodul wurde von der „Airbus Defence and Space“ in Bremen, der „City of Space”, gebaut. Durch einen 18-sekündigen Triebwerksschub wurde zudem eine ausreichende Distanz zwischen der Orion-Kapsel und dem Servicemodul hergestellt und außerdem wurde die Kapsel für den Wiedereintritt ausgerichtet. Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre erfolgte am 11.04.2026 um 01:54 Uhr mit einer Geschwindigkeit von rund 40.000 km/h. Als Referenz für den Wiedereintritt gilt für die NASA eine Höhe von 122 km über der Erdoberfläche, da die Atmosphäre keine scharfe Grenze hat. Hierbei musste das Hitzeschild der Raumkapsel Reibungswärme mit einer Temperatur von etwa 3.000 °C aushalten. Für sechs Minuten bestand während des Wiedereintritts auch kein Funkkontakt. Die Wasserung erfolgte um 02:08 Uhr MESZ im Pazifik, vor der Küste der US-Stadt San Diego. Von der US-Navy (Marine) erfolgte die Bergung der Crew, welche wohlbehalten angekommen war und zunächst medizinisch untersucht wurde. Des Weiteren waren auch die Familien der Astronautin und der drei Astronauten vor Ort. Fazit: Die Artemis-2-Mission verlief sehr erfolgreich. Sie dauerte neun Tage, eine Stunde und 33 Minuten.
Bild 6: Die Grenze (Terminator) zwischen Mond-Nacht und -Tag / Quelle: NASA / Artemis 2
Die Artemis-2-Mission diente als Vorbereitung für die weiteren bemannten Missionen, einschließlich der Landung auf dem Mond. Ziel ist die Errichtung einer bemannten Station auf dem Mond und auch die Vorbereitung einer bemannten Mission zum Mars, welche als nächstes Ziel angestrebt wird. Allerdings sind für eine bemannte Marsmission noch viele gesellschaftliche und technologische Herausforderungen zu meistern. Im Ergebnis wurde mit dem Artemis-Programm ein neues Zeitalter in der Weltraumfahrt eingeleitet, mit dem Ziel einer nachhaltigen Präsenz der Menschheit auf dem Mond und darüber hinaus.
Bild 7: Die Wasserung der Orion-Kapsel auf der Erde / Quelle: NASA / Artemis 2
Hinweis: Im Rahmen des kostenlosen Vortrages „Abenteuer Mond“ am 27.04.2026 um 19:30 Uhr in der Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179A, 26382 Wilhelmshaven, geht Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz auf die Mondmissionen und die daraus resultierenden Entwicklungen ausführlich ein. Ein Blick in die weitere Zukunft erfolgt dann ebenfalls in der Musikkneipe Schwarzer Bär am 08.06.2026 um 19:30 Uhr im Rahmen des kostenlosen Vortrags „Abenteuer Mars“.
Bild 8: Die Crew von Artemis 2: Christina Koch, Victor Glover, Jeremy Hansen und Reid Wiseman / Quelle: NASA / Artemis 2
Astronominnen und Astronomen (vor allem aus dem Amateurbereich) sowie Astronomie-Interessierte aus Wilhelmshaven und Friesland treffen sich öffentlich zum gegenseitigen Austausch über Astronomie in Theorie und Praxis. Es werden unter anderem auch Kurzvorträge, Workshops und im Rahmen des Maritimen Jade Observatoriums bei geeignetem Wetter astronomische Beobachtungen mit mobilen Teleskopen von der Dachterrasse des JIZ angeboten.
Das Schwerpunktthema ist die Nachbesprechung zur Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 3.0. Es gab wieder ein Programm aus Vorträgen, einem Workshop, öffentlichen astronomischen Beobachtungen und einem Tag der Astronomie und Raumfahrt. Wir geben hierbei auch einen Rückblick zum Verlauf der Mission und einen Ausblick auf die die Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 4.0.
Das Astronomie-Treffen ist eine kostenlose und öffentliche Veranstaltung des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e.V. und steht ausdrücklich auch Nichtvereinsmitgliedern offen. Die Treffen finden in lockerer Runde statt. Jede/jeder kann teilnehmen und ist ausdrücklich willkommen. Es können auch Themenwünsche für kommende Vorträge eingebracht werden. Des Weiteren werden Getränke zum Selbstkostenpreis angeboten.
Bild: Das Jade InnovationsZentrum (JIZ) / Quelle: CC BY-SA 3
Wir, vom Astronomischen Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V., wünschen allen ein „Frohes Osterfest“ sowie eine gesunde und glückliche Frühlingszeit!
Hintergrund: Ostern ist das höchste christliche Fest. Gefeiert wird die Auferstehung von Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz. Das Osterdatum wird nach einem astronomischen Ereignis bestimmt: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Somit liegt der Termin für den Ostersonntag immer zwischen dem 22. März und dem 25. April. Dieses Mal war der Frühlingsvollmond am 02. April 2026, womit Ostersonntag am 05. April 2026 ist.
Andreas Schwarz, Vorsitzender des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V.
Bild: Der Vollmond / Quelle: Ralf Schmidt / Astronomischer Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V.
Die Artemis-2-Mission ist am 02.04.2026 um 00:36 Uhr MESZ ( 01.04.2026 um 18:36 Uhr US-Ortszeit) erfolgreich gestartet. Sie kann live im YouTube-Kanal der NASA verfolgt werden. Hier der Link zum YouTube-Kanal der NASA: NASA – YouTube
Bild 1: Die Trägerrakete „Space Launch System“ mit dem Orion-Raumschiff, der Crew und zwei Ersatzcrewmitgliedern / Quelle: NASA
Nach der erfolgreichen, unbemannten Artemis-1-Mission zum Mond, welche vom 16.11. bis zum 11.12.2022 stattfand, startet mit der Artemis-2-Mission am 01.04.2026 die erste bemannte Umrundung des Mondes seit dem Jahr 1972. Die erste bemannte Umrundung des Mondes mit Apollo 8 fand in der Weihnachtszeit des Jahres 1968 statt. Die erste bemannte Landung auf dem Mond fand im Rahmen der Apollo-11-Mission im Juli 1969 statt. Letztmalig fand eine bemannte Mondmission mit Apollo 17 im Dezember 1972 statt. Das Artemis-Programm ist eine Kooperation der NASA mit den Raumfahrtagenturen von Europa (ESA), Kanada (CSA) und Japan (JAXA). In Europa ist Deutschland wiederum maßgeblich beteiligt, darunter auch der Raumfahrtstandort Bremen als „City of Space“.
Das Mond-Programm der NASA ist nach der griechischen Göttin des Mondes, Artemis, benannt, welche wiederum die Zwillingsschwester des Gottes Apollo ist. Im Gegensatz zur Apollo-Mission soll die Artemis-Mission zu einem nachhaltigen Aufenthalt auf dem Mond führen. Im Rahmen der Artemis-3-Mission soll 2028 im Mondorbit ein Kopplungsmanöver mit einer Mondlandefähre geprobt werden, bevor im gleichen Jahr mit Artemis 4 und 5 möglicherweise sogar zwei bemannte Landungen durchgeführt werden sollen. Geplant ist der Aufbau einer bemannten Station auf dem Mond, für welche weitere Flüge zum Trabanten der Erde erforderlich sind. Der ursprünglich vorgesehene „Lunar Orbital Platform-Gateway“ (LOP-G), eine Raumstation im Mondorbit, welche als Zwischenstation für Ladungen auf dem Mond genutzt werden sollte, wurde vorläufig zurückgestellt.
Bild 2: Die Crew von Artemis 2: Christina Koch, Victor Glover, Jeremy Hansen und Reid Wiseman / Quelle NASA
Im Rahmen der Artemis-2-Mission sollen vier Astronautinnen bzw. Astronauten zum Mond fliegen. Als Kommandant leitet Reid Wiseman von der NASA die Mission. Der Pilot von Artemis 2 ist der NASA-Astronaut Victor Glover. Die NASA-Missionsspezialistin Christina Koch und der kanadische Missionsspezialist Jeremy Hansen von der CSA vervollständigen die Artemis-2-Crew. Sie werden für den Hin- und den Rückflug jeweils vier Tage brauchen. In einer achtförmigen Flugbahn von der Erde zum Mond und zurück wird der Trabant der Erde in einem Abstand von zirka 4.700 Kilometern einmal umrundet. Mit einer Entfernung von mehr als 400.000 km von der Erde werden die Astronautin und die drei Astronauten weiter entfernt sein als je ein Mensch zuvor. Insgesamt wird die Mission 9 Tage und eine Stunde dauern.
Bild 3: Die Artemis-2-Mission von der Erde zum Mond und zurück / Quelle: NASA / Artemis
Die Artemis-2-Mission dient als Vorbereitung für die weiteren bemannten Missionen, einschließlich der Landung auf dem Mond. Ziel ist eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond und auch die Vorbereitung einer bemannten Mission zum Mars, welche als nächstes Ziel angestrebt wird. Allerdings sind für eine bemannte Marsmission noch viele gesellschaftliche und technologische Herausforderungen zu meistern. Insgesamt läutet die Artemis-2-Mission die nachhaltige Präsenz der Menschheit im Weltraum und damit auch ein neues Weltraumzeitalter ein.
Hinweis: Im Rahmen des kostenlosen Vortrages „Abenteuer Mond“ am 27.04.2026 um 19:30 Uhr in der Musikkneipe Schwarzer Bär, Bismarckstraße 179A, 26382 Wilhelmshaven, geht Diplom-Physiker / Astrophysiker Andreas Schwarz auf die Mondmissionen und die daraus resultierenden Entwicklungen ausführlich ein. Ein Blick in die weitere Zukunft erfolgt dann ebenfalls in der Musikkneipe Schwarzer Bär am 08.06.2026 um 19:30 Uhr im Rahmen des kostenlosen Vortrags „Abenteuer Mars“.
Steinläuse sind bereits auf der Erde als die kleinsten einheimischen Nagetiere bekannt. Im klinischen Wörterbuch „Pschyrembel“ ist aufgeführt, dass die Steinläuse erstmals 1983 entdeckt wurden und eine Größe von 0,3 – 3 mm haben. Sie gehören zur Familie der Lapivora und tragen die lateinische Bezeichnung „Petrohaga lorioti“. Sie ernähren sich von Silikaten, also von Gesteinen. Jetzt scheint ihre wahre Herkunft als „Petrophaga lorioti marsiae“ auf den Mars hinzuweisen.
Nach Auffassung des bulgarischen Forschers Johannes von Buttlov kommen die Steinläuse ursprünglich vom Mars. Im Gegensatz zu irdischem Leben basieren Steinläuse auf Silicium und nicht auf Kohlenstoff. Ihr Stoffwechsel basiert auf Silikaten. Sie ernähren sich nicht nur von Silikaten, sondern sie atmen auch Siliciumdioxid (SO2) statt Kohlenstoffdioxid (CO2) und damit Steine aus. Sie hinterlassen also immer eine kleine Geröllspur. Des Weiteren wurden bereits 2018 in Meteoriten vom Mars fossile Steinläuse gefunden. Meteoriten vom Mars entstehen beim Einschlag von Kleinplaneten auf den Mars. Dabei wird Material aufgrund der geringeren Schwerkraft des Mars in den Weltraum geschleudert und kann so auch auf die Erde gelangen.
Bild 2: Valles Marineris auf dem Mars / Quelle: Courtesy NASA/JPL-Caltech
Die Experimente der NASA-Viking-Mission auf dem Mars im Jahre 1976 hatten das Ziel, nach Leben auf dem Mars zu suchen. Zum einen wurde nach organischem Material im Marsboden gesucht, zum anderen dienten verschiedene Experimente dazu, mögliche Stoffwechselprozesse zu identifizieren. Die Experimente verliefen widersprüchlich. Es schien ein Stoffwechsel stattzufinden, doch konnte kein organisches Material nachgewiesen werden. Johannes von Buttlov beschrieb es so, als wenn Musik gespielt würde, ohne dass es die Instrumente dazu gäbe. Auch andere Missionen entdeckten keine Spuren von vergangenem und andauerndem Leben.
Der Widerspruch kann jedoch aufgeklärt werden. Bisher wurde immer nach Leben auf Kohlenstoffbasis gesucht. Die Steinläuse basieren jedoch auf Siliziumbasis und wurden daher nicht entdeckt. In den letzten sechs Jahren wurden die Aufnahmen von verschiedenen Mars-Rover-Missionen nochmals analysiert und systematisch nach den Geröllspuren gesucht, welche aufgrund des Stoffwechsels der Steinläuse entstehen. Am 1. April 2026 wurden die Ergebnisse von Johannes von Buttlov veröffentlicht: Die Geröllspuren konnten nachgewiesen werden und damit die Existenz der Steinläuse auf dem Mars.
Im Rahmen der Mission „Valles Marineris Explorer (VaMEx)“ soll nun mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des „Interdisziplinären Forschungszentrums für Extraterrestrik“ (IFEX) in den 2030er Jahren mit robotischen, laufenden, fahrenden und fliegenden Einheiten im „Valles Marineris“ auf dem Mars unter anderem auch nach Steinläusen gesucht werden. Konkret soll in geschützten Nischen, in Höhlen, nach noch lebenden Exemplaren gesucht werden. Das „Astronomie Netzwerk Weser-Ems“ (ANWE) ist über das DLR und das IFEX unmittelbar an dieser Forschung beteiligt. Wir hoffen, sehr bald den definitiven Beweis für Steinläuse auf dem Mars erbracht zu haben!
Bild 3: Die Mission „Valles Marineris Explorer (VaMEx)“ / Quelle: Valles Marineris Explorer (VaMEx)
Vom 03. bis 30.03.2026 hostete der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. zum dritten Mal seit November 2023 und März 2025 das Tiny Observatorium am Banter See in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven. Zur „Mission Tiny Observatorium 3.0“ gehörten drei Vorträge und ein Workshop im Jade InnovationsZentrum, ein Tag der Astronomie und Raumfahrt mit zwei Vorträgen und weiterem Programm an der Jade Hochschule sowie sieben öffentliche Termine mit dem Tiny Observatorium, von denen fünf astronomische Beobachtungen und zwei zumindest Besichtigungen des Tiny Observatoriums ermöglichten.
Am 25.03.2026 war der NDR am Tiny Observatorium zu Gast, führte Filmaufnahmen und Interviews durch. Hierbei kamen auch die Mitglieder des Vorstands des Astronomischen Vereins Wilhelmshaven-Friesland e. V., Gäste und ein Mitarbeiter der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen e. V. (LEB) zu Wort. Der Link zum Beitrag in der NDR-Mediathek findet sich hier: Das Tiny Observatorium – die mobile Sternwarte | ndr.de
Bild 1: Ein Team vom NDR im Tiny Observatorium / Quelle: Reimund Hahn AVWF
Wieder konnten im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE), welches seinen offiziellen Sitz an der Jade Hochschule am Standort Wilhelmshaven hat und in welchem der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V. Gründungsmitglied ist, hervorragende Vortragende gewonnen werden.
Am 07.03.2026 hielt Prof. Dr. Claus Lämmerzahl von der Universität Bremen den Vortrag „Gravitation und Gravitationswellen“. Es folgte am 14.03.2026 der Vortrag „Die Astronomie der kleinen Teilchen“ von Prof. Dr. Björn Poppe von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. In diesem Vortrag ging es u. a. um Meteoroide und Meteoriten. Der Vortragende brachte auch Meteoriten mit. Prof. Dr. Ralf Wandelt hielt am 21.03.2026 einen Vortrag über „Astronavigation“, welcher auch einen Arbeitsauftrag an das Auditorium beinhaltete. Mit Bleistift, Papier, Geodreieck und Zirkel wurde die Tages- und Nachtlänge für einen bestimmten Tag bestimmt.
Bild 2: Vortrag „Astronavigation“ von Prof. Dr. Ralf Wandelt / Quelle: Reimund Hahn AVWF
Ein Höhepunkt war der Tag der Astronomie und Raumfahrt im Rahmen des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE) am 28.03.2026 an der Jade Hochschule in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Ansprachen vom Präsidenten der Jade Hochschule, Prof. Manfred Weisensee, und vom Koordinator des ANWE Diplom-Physiker / Astrophysiker, Andreas Schwarz. Anwesend waren Dr. Lars Schanz, Standortleiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Nord, Dr. Thomas Koch, Koordinator des Transschwerpunktes für Luft- und Raumfahrt des Landes Bremen, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Aviaspace Bremen e. V., von Astra e. V. und des Astronomie Clubs Ostfriesland e. V. Zwei hervorragende Vorträge, einen zur Astrobiologie von Dr. Jacob Heinz und einen zum sozialwissenschaftlichen Hintergrund des UFO- bzw. UAP-Phänomens von Dr. Christian Peters, bildeten besondere Schwerpunkte der Veranstaltung. Beide Vortragende kommen von der Universität Bremen. Etwa 60 bis 70 Gäste nahmen am Tag der Astronomie und Raumfahrt teil. Ein „Großer Tag der Astronomie und Raumfahrt“, voraussichtlich im Herbst, ist noch in Planung.
Öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium fanden an allen Samstagen im März und den Mittwochen dazwischen statt. Die Beobachtungstermine am 11., 21. und 28.03.2026 waren von der Wetterlage her besonders gut, es kamen etwa 15 bis 30 Gäste vorbei. Die Beobachtungstermine am 07. und 25.03.2026 waren durch die Wetterlage stark eingeschränkt, doch konnte zumindest durch Wolkenlücken etwas beobachtet werden. Am 28.03.2026 beteiligte sich der Astronomie Club Ostfriesland e. V. noch mit mobilen Teleskopen und einem Großteleskop auf einem Autoanhänger.
Bild 3: Das Tiny Observatorium am Tag der Astronomie und Raumfahrt / 28.03.2026 / Quelle: Reimund Hahn AVWF
An dieser Stelle soll allen Beteiligten an der Mission „Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 3.0“ ein großer Dank für ihren Einsatz ausgesprochen werden. Einen großen Dank auch an die Klaus-Tschira-Stiftung, welche im Rahmen des Projekts „Licht aus!“ das Tiny Observatorium finanziell fördert. Einen besonderen Dank auch an die Nietiedt GmbH für ein Teilsponsoring des Bauzaunes um das Tiny Observatorium herum und an die August-Desenz-Drohorgelstiftung für eine Spende in Höhe von 3000 Euro.
Bild 4: Der Astronomie Club Ostfriesland e. V. zu Gast beim Tiny Observatorium / Quelle: Reimund Hahn AVWF
Auf dem öffentlichen Astronomie-Treffen am 14.04.2026 um 19:00 Uhr im Jade InnovationsZentrum (JIZ) findet eine Nachbesprechung zur „Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 3.0“ statt. Natürlich wird dabei auch über eine mögliche „Mission Tiny Observatorium in Wilhelmshaven 4.0“ gesprochen werden.