28.03.2026 / 13:30 – 18:00 Uhr Jade Hochschule / Friedrich-Paffrath-Straße 101, 26389 Wilhelmshaven

Dieser Tag soll die Bedeutung der Astronomie und Raumfahrt für die Gesellschaft und für unsere Region hervorheben. Die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth am Standort Wilhelmshaven ist der Sitz des Astronomie Netzwerks Weser-Ems (ANWE), einem Verbund aus fünf Hochschulen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, elf astronomischen Vereinigungen und einer astronomischen Stiftung. Neben der gastgebenden Jade Hochschule sind die Universität Bremen, die Hochschule Bremen, der Astronomie Club Ostfriesland e. V., der Astronomische Verein Wilhelmshaven-Friesland e. V., der Aerospace Point of Contact, Aviaspace Bremen e. V., Aviation Niedersachsen e. V und weitere Institutionen. Unsere beiden Vortragenden kommen von der Universität Bremen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll noch ein Großer Tag der Astronomie und Raumfahrt folgen, welcher aufgrund der zeitlichen Nähe zu Ostern am 28.03.2026 zwecks Teilnahme von möglichst vielen Institutionen und Unternehmen entsprechend verschoben wurde. Doch hat auch der jetzige Tag sehr viel Interessantes zu bieten.

Programm

13:30 – 14:00 Uhr: Einlass / Ansprachen

14:00 – 15:00 Uhr: Uhr Vortrag I

15:00 – 16:00 Uhr: Austausch, Kennenlernen und Netzwerken

16:00 – 17:00 Uhr: Vortrag II

17:00 – 18:00 Uhr: Anschauen, Diskutieren und Fragen

19:00 Uhr – Ende: Tiny Observatorium (Sternwarte) am Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Bild 1: Die Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth – Standort Wilhelmshaven / Quelle:  CC BY-SA 3.0

Vortrag I / Dr. Jacob Heinz / Astrobiologe / Universität Bremen

„Von Sternenstaub zu Marsmikroben: Was untersucht die Astrobiologie?“

Wie entsteht Leben im Universum und könnte es auch außerhalb der Erde existieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Astrobiologie, ein interdisziplinäres Forschungsfeld an der Schnittstelle von Astronomie, Chemie, Geologie und Biologie. Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Themen dieses Forschungsfeldes: von den kosmischen Voraussetzungen für die Entstehung von Sternen und Planetensystemen über die Bildung der chemischen Elemente, die Leben ermöglichen, bis hin zur Habitabilität von Planeten. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, warum sich unser Nachbarplanet Mars so anders entwickelte als die Erde und weshalb er nicht zu einer „Erde 2.0″ wurde.

Ob der Rote Planet eventuell trotzdem Leben hervorbrachte und eventuell immer noch beherbergt, ist Gegenstand aktueller astrobiologischer Forschung. Dazu untersuchen Forschende auf der Erde extreme Lebensräume, die als Analoga für marsähnliche Bedingungen dienen, wie etwa die extrem trockenen und salzhaltigen Böden der Atacama-Wüste in Chile. Solche Feldstudien liefern wichtige Hinweise darauf, wo und wie man auf dem Mars nach Leben suchen könnte. Im Vortrag werden Einblicke gegeben von Forschenden aus Bremen, die in der Atacama-Wüste nach „marsähnlichen“ Mikroorganismen gesucht haben.

Bild 2 und Quelle: Dr. Jacob Heinz / Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) / Universität Bremen


Vortrag II / Dr. Christian Peters / Sozialwissenschaftler / Universität Bremen

„Sind wir allein? UFOs, Politik und die Frage nach dem Anderen“

Warum beschäftigt sich ein Politikwissenschaftler eigentlich mit UFOs? Während die Naturwissenschaften versuchen, ungewöhnliche Phänomene am Himmel technisch zu erklären, stellt sich ihm eine ganz andere Frage: Was sagt die nicht enden wollende Faszination für UFOs eigentlich über uns selbst aus? Und: Was würde passieren, wenn morgen aus Mutmaßung Realität würde, wenn tatsächlich unmissverständliche Signale aus weiter Ferne auftauchen oder in unserer direkten Umgebung eine nicht widerlegbare Beobachtung dokumentiert würde? Brechen dann die Aktienmärkte ein? Was sagen die großen Religionen dazu? Und was könnte die Existenz überlegener Intelligenz für unser Selbstverständnis als Wissenschaft – und als Spezies – bedeuten?

Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuelle Diskussion rund um sogenannte Unidentified Anomalous Phenomena (UAP) – von den UFO-Debatten des Kalten Krieges bis zu den jüngsten Anhörungen im US-Kongress. UFOs sind nicht nur rätselhafte Objekte am Himmel – sie sind Projektionsflächen für Hoffnungen, Ängste und Zukunftsvorstellungen. Sie berühren Fragen nach technologischem Wandel, nach Vertrauen in staatliche Institutionen, nach Transparenz und Geheimhaltung. Und sie lassen sich politisch instrumentalisieren: um Aufmerksamkeit zu lenken, neue sicherheitspolitische Themen zu setzen oder schlicht Deutungshoheit zu beanspruchen.

Der Vortrag schlägt außerdem eine Brücke zu aktuellen Debatten über künstliche Intelligenz. Auch dort geht es um Intelligenz, die nicht menschlich ist – und darum, wie Gesellschaften auf diese Möglichkeit reagieren. Tatsächlich berührt das UFO-Thema eine der grundlegendsten Fragen überhaupt: Sind wir allein? Die bloße Möglichkeit anderer intelligenter Wesen im Universum verändert zwangsläufig den Blick auf uns selbst. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Politik oder Technologie, sondern um unsere Stellung im Ganzen – eine Frage, die früher vor allem Religion und Philosophie stellten. Genau deshalb kann ein Blick auf UFOs überraschend viel über unsere Gesellschaft, unsere Ängste und unsere Zukunft verraten.

Bild 3 und Quelle: Dr. Christian Peters / International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) / Universität Bremen. 

Anschauen, Austauschen, Kennenlernen, Netzwerken. Tiny Observatorium

Der Tag der Astronomie und Raumfahrt ermöglicht allen Interessierten in geselligen Runden einen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Institutionen und Vereinen. Des Weiteren können Bilder, Exponate, Teleskope und weitere Geräte bestaunt werden. Ab 19:00 Uhr ist das Tiny Observatorium, eine mobile Sternwarte, am Banter See geöffnet und bei schlechtem Wetter mindestens bis 20:00 Uhr zu besichtigen.

Bild 4: Großes Teleskop auf einen Autoanhänger / David Schmidt / Astronomie Club Ostfriesland e. V. / Foto von Reimund Hahn AVWF

Die Veranstaltung ist kostenlos und frei zugänglich. Um Anmeldung wird zwecks Planung gebeten, sie ist jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme! Kontaktdaten finden sich auf dieser Website.

28.03.2026 / 19:00 Uhr – Ende / Banter See, in Nähe der Flussseeschwalbenkolonie , 26382 Wilhelmshaven

Kostenlose und öffentliche Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium

Zum Tag der Astronomie werden bei geeignetem Wetter kostenlose öffentliche astronomische Beobachtungen mit dem Tiny Observatorium angeboten, ab 19:00 Uhr mit offenem Ende. Bei nicht geeignetem Wetter ist bis mindestens 20:00 Uhr eine Besichtigung des Tiny Observatoriums möglich.

Das Tiny Observatorium ist eine mobile Sternwarte mit einem Refraktor (Linsenteleskop: TS-Optics CF-APO 130 mm f/7 FPL55 Triplet) und einem Reflektor (Spiegelteleskop: Skywatcher Skymax-180 Maksutov 180/2700 mm). Mit Hilfe einer computergesteuerten Montierung können die Teleskope exakt auf die gewünschten astronomischen Objekte ausgerichtet werden. Konkret möchten wir bei entsprechender Sichtbarkeit den Mond, die jeweiligen Planeten sowie Doppelsterne, Nebel und Galaxien zeigen. Die Beobachtung erfolgt mit dem Auge am Teleskop. Eine Projektion auf einem Schirm wäre technisch möglich. 

Ein unvergessliches für alle Interessierten ohne Vorkenntnisse und aller Altersklassen. Des Weiteren können Fragen zur theoretischen und praktischen Astronomie gestellt werden.

Bild 5: Tiny Observatorium am Banter See / Quelle: Reimund Hahn AVWF

Mit dem Termin am 28.03.2026 endet die Mission des Tiny Observatoriums in Wilhelmshaven 3.0. Die nächste Mission des Tiny Observatoriums in der maritimen Wissenschaftsstadt Wilhelmshaven wird kommen, denn das große Abenteuer Weltraum endet nie!