Hier berichten Mitglieder von ihren praktischen Erfahrungen mit Beobachtungsinstrumenten.

Zenitprisma 2 Zoll von TS

Das Prisma hat eine Steckhülse von 2“ Durchmesser sowie eine Okularaufnahme von 2“ mit einem Adapter auf 1,25“ . Beides mit einer Ringklemmung was Schraubenmarken verhindert . Mein Prisma hat auf der Steckhülse eine Einkerbung gegen versehentliches herausrutschen . Bei den derzeit angebotenen Prismen wurde wegen der möglichen Verkippungsgefahr darauf verzichtet . Beide Anschlüsse sind mit Staubkappen versehen .
Die Steckhülse verfügt über ein Innengewinde zur Aufnahme von Filtern . Die Reflexionsrate dieses rund 525 Gramm schweren Prismas wird mit 99% angegeben . Gegenüber direktem Okularanschlusses am Teleskop ist optisch kein Lichtverlust festzustellen . Das Prisma ist sehr wertig verarbeitet . Die Klemmschrauben sind metallisch blank und somit gut sichtbar, zudem ausreichend groß für dosiertes Klemmen . Im Handel ist das Prisma für ca. 128,- Euro (Stand 01/19) erhältlich. (Ralf Günther)

Foto: Zenitprisma Ralf Günther

Okulare Baader Hyperion

Die Okulare der Serie Baader Hyperion sind kleine Alleskönner .
Sie können in 1,25 Zoll Aufnahmen aber auch in 2 Zoll Aufnahmen gesteckt werden .
Beide Hülsen haben Einbuchtungen gegen versehentliches Herausrutschen . Das ist auch gut so , bei einem Stückpreis von 145,- Euro (Stand 02/19) . Neben einem Zoomokular gibt es sieben Festbrennweiten 5, 8, 10, 13, 17, 20 und 24mm . Jede Brennweite hat einen anderen farbigen Ring . Im Dunkeln kann ich sie dadurch jedoch nicht unterscheiden , eine feste Reihenfolge im Koffer erleichtert die Wahl . Wer alle sieben kaufen will kann das mit Koffer machen bei erheblich günstigeren Preis gegenüber Einzelerwerb . Die Okulare verfügen über ein Gesichtsfeld von 68 Grad was ich als sehr entspannend finde . Um das Okular ist ein Gummiring mit Noppen für den sicheren Halt . Bei Kälte auch angenehmer als Metall .
Die 1,25 Zoll-Steckhülse hat ein Innengewinde für Filter . Wenn man die 1,25 Zoll Hülse abschraubt , ändert sich die Brennweite (dafür gibt es Listen) . So kann dann aber in die 2 Zoll Hülse , die ebenfalls ein Innengewinde hat , ein Filter eingeschraubt werden .
Auf der Einblickseite ist eine gummierte Augenmuschel . So stößt man nicht hart an .
Unter der Augenmuschel befindet sich ein M43 x 0,75 Gewinde . Mit einem Adapterring kann hier ein T2-Kammeraadapter angebracht werden für Projektionsfotographie .
Neben der Augenmuschel ist ein zweiter Gummiring . Darunter ein SP54 Gewinde .
Das 5mm Okular ist mit 485 Gramm das schwerste und das 24mm mit 383 Gramm das leichteste der Reihe . Es gibt sicherlich Okulare die besser zu den eigenen Erwartungen passen . Die Okulare der Baader Hyperion Serie sind in der Gesamtheit von Preis und Leistung aber allemal beachtenswert . Mal eines leihen und selbst testen. (Ralf Günther)

Foto: Ralf Günther; Okulare von Baader

Okulare Bresser

Okular Bresser 56mm Super Plössl
Dieses sehr außergewöhnliche Okular kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.
Es handelt sich um ein Okular mit 2“ Anschluss. Leider hat der Schaft keine Einkerbung gegen versehentliches herausrutschten. Bei einem Gewicht von 540 Gramm sollte es besser gut in der aufnehmenden Hülse festgeschraubt sein . Das sehr wertig gefertigte Okular hat mit 56mm eine recht große Brennweite , was es hervorragend zum Übersichtsokular macht.
An meinem 80mm ED-APO mit 560mm Brennweite habe ich dadurch nur eine Vergrößerung von 10 fach. Es wird also kein extra Sucherrohr benötigt . Das Gesichtsfeld von 52 Grad ist akzeptabel . Mit der Gummiaugenmuschel (umklappbar) ist ein gefahrloser Einblick
gewährleistet . Der 2“ Schaft hat ein Innengewinde für die Aufnahme von Filtern . Das Okular ist für ca. 95,- Euro (Stand 01/19) im Handel zu haben . Dieses Okular möchte ich in meinem Okularkoffer nicht mehr missen . (Ralf Günther)

Foto: Ralf Günther; Okular von Bresser

ED-APO 80mm f7 von Teleskop-Service (Fernrohr)

Dieses kleine aber feine Fernrohr ist schon seit Jahren mein Begleiter. Bei 560mm Brennweite und Verwendung eines 56mm Okulars kommt man ohne zusätzlichen Sucher aus. Das hier abgebildete Exemplar ist mit einem 3“ Crayford-Auszug bestückt und so nicht mehr zu haben. Die gleiche Optik mit anderen Auszügen aber für ca. 450 / 495,- Euro (Stand 04/19). Der Crayfordauszug kann mit einem Flattner verschraubt werden der wiederum direkt ein Gewinde für einen T2-Ring hat. Dadurch ist eine kraftschlüssige Verbindung zu einer Spiegelreflexkamera gegeben. Der Auszug verfügt über eine Klemmung die eine Rotation um 360 Grad für den richtigen Bildausschnitt erlaubt. Mit dem sehr massiven Auszug und sehr wertigen Rohrausführung samt ausziehbarer Tauschutzkappe und Rohrschellen kommt hier ein Gewicht von 4,4 kg zusammen. Die Gewichtsverteilung liegt sehr weit hinten, dadurch sind bei mir beide Rohrschellen vor der Teleskopbefestigung. Die Tauschutzkappe, ausziehbar und aus Metall, hat einen Schraubdeckel. Sämtliche Bedienelemente sind gut zu greifen und im Dunkeln zu finden. Die 10/1 Untersetzung für den Auszug ist ein Traum. Refraktoren haben eh schon ihre besondere Abbildungsschärfe, mit der Untersetzung findet man sie auch. (Ralf Günther)

Foto: Ralf Günther (ED APO)
Foto: Ralf Günther (ED APO)

Flip-Mirror

Da stellen wir uns mal die Frage: Was ist denn so ein Flip-Mirror?
Genau das was es heißt, ein Klappspiegel.
In einem Gehäuse befindet sich ein Spiegel mit zwei möglichen Positionen, der das Licht entweder zur angeschlossenen Kamera durchlässt oder zum Okular leitet. Das ermöglicht einen einfachen Wechsel von der Beobachtung zum Fotografieren ohne Kraft auf das Teleskop auszuüben.
Meines Wissens gibt es Flip-Mirror in den Größen 1,25“ und 2“. Die Entscheidung welcher Verwendung findet, liegt am Okularauszug des Teleskopes und der verwendeten Kamera bzw. deren Sensorgröße.
Hier abgebildet ist ein 2“ Flip-Mirror. Selbst bei dieser Größe kommt es aber bei einer Vollformatkamera zu einer Vignettierung der Abbildung.
Für die Nutzung ist der Flip-Mirror aber erst einmal zu justieren.
Unterhalb des Blockgehäuses ist eine Rändelschraube mit Kontermutter. Diese ist der Anschlag des runtergeklappten Spiegels und muss so eingestellt werden, dass das Bild in der Kamera gleich der Abbildung im Okular ist. Dazu verwendet man am besten einen hellen Stern, der in der Kamera zentral gestellt wird. Diese Einstellung bleibt dann so bestehen.
Die nächste Einstellung betrifft den Okularauszug. Ist das Bild in der Kamera mittels des Auszugs am Teleskop scharf gestellt, so gilt es das Bild im Okular anzupassen. Hier löst man den Konterring am Feingewinde des Auszuges und dreht den Auszug hinein oder hinaus bis das Bild im Okular scharf ist. Dann kontert man wieder. Bei einigen Okularen erreicht man den Fokuspunkt nicht, dann muss der Lichtweg mit Distanzringen oder Verlängerungshülsen verlängert werden.
Bei einem Wechsel des Okulars verändert sich ggf. der Fokuspunkt und muss neu eingestellt werden. Ich empfehle ein Okular dauerhaft dort zu lassen.
Die dritte Einstellung betrifft die Kamera. Am T2-Ring sind drei Rändelschrauben. Durch leichtes Lösen – nicht zu weit sonst fällt die Kamera runter – kann der Bildausschnitt durch Drehen der Kamera dem Fotoobjekt angepasst werden.
Der Flip-Mirror selbst, die angeschlossene Kamera und das Okular bringen dann zusammen schon etwas Gewicht mit, was einen stabilen Auszug am Teleskop erforderlich macht.
Ein Flip-Mirror kann schon sehr nützlich sein, um sicher zu gehen, dass das anvisierte Objekt auch gut im Blickfeld positioniert ist, um es zu fotografieren. Aber dann bitte nicht vergessen, den Spiegel hochzuklappen.
Wenn sich jemand näher damit beschäftigen will oder sich einen Flip-Mirror anschauen mag, kann sich gern melden.

Euer Ralf Günther.

Foto: Ralf Günther (Flip-Mirror 2″ von Meade)