Um das Entstehen von Rauschen zu verstehen, möchte ich erst etwas Grundsätzliches zur digitalen Fotographie erläutern. Allerdings ist dies keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern soll mit einfachen Worten nur einen Einblick geben.

Die Sensoren in Kameras unterliegen zum ersten Fertigungstoleranzen und dann im Betrieb thermischen und elektrischen Einflüssen. Kein Hersteller gibt eine Garantie dafür, dass die Sensoren zu 100% fehlerfrei sind. Es wird also immer einzelne defekte Pixel geben. Gute und leider teure Astrokameras minimieren die nächste Fehlerquelle durch Kühlung. Wärme lässt elektrische Bauelemente auf den Sensoren aus ihrem Arbeitsbereich laufen. Dadurch liefern dann die Pixel nicht die korrekten Werte. Da ein Pixel aus vier Fototransistoren unter einer Bayermatrix besteht, kann die Abweichung eines Teils eine ganz andere Farbe entstehen lassen. Und dann haben wir noch die elektrischen Einflüsse. Wer kennt das nicht, ein Handy neben einem anderen Telefon und man hört dort seltsame Töne. Jeder Stromfluss baut um seinen Leiter Felder auf und diese beeinflussen seine Umgebung.

 Wer also Astrofotographie betreiben will, wählt dann eine Kamera mit möglichst niedrige m Rauschverhalten. Wie gesagt: Astrokameras sind sehr teuer und auch zweckgebunden. Daher entschied ich mich, wie viele andere Astrofotographen auch, für einee Spiegelreflexkamera. Zuerst für eine Canon EOS 40D, die aber nur ISO 100 bis 3200 erlaubte, dann wegen einer Testliste über Rauschen zu einer Canon EOS 6D. Diese erlaubt ISO 50 bis 103000! Wie kommen diese ISO-Werte zu Stande? Da der Sensor und die Belichtungszeit gleich bleiben, kann dies nur durch Verstärkung des analogen Signals des einzelnen Fototransistors erreicht werden. Nun ist es utopisch zu glauben, dass bei den höheren ISO-Werten alles perfekt ist. Mit einem Test, den jeder mit seiner Kamera nachmachen kann, wollte ich es wissen.

Bei Zimmertemperatur von ca. 20 Grad verband ich die Kamera per Kabel mit meinem Rechner. So kann die Kamera, ohne berührt zu werden, gesteuert werden. Um mit EOS-Utility arbeiten zu können, wurde auf Bulb gestellt. Das Objektiv war egal, da der Deckel zum abdunkeln drauf blieb. Um auch Licht durch Ritzen am Deckel, am Bajonette oder über den Sucher auszuschließen, verstaute ich das Ganze in der Laptoptasche. Nun folgten die Testaufnahmen zu je 30 Sekunden mit jedem ISO-Wert.

Zur Ansicht und ohne zoomen zu müssen sind hier Ausschnitte zu je 500×500 Pixel zu sehen. Erst bei ISO 16000 setzt meiner Ansicht nach, ein erkennbares bzw. störendes Rauschen ein und endet dann bei ISO 65535+ (ISO 51200 x 2 hätte wohl ein Bit mehr gebraucht) mit einer wahren Blumenwiese. Die ersten 20 Bilder würden nur langweilen und deshalb nur die letzten 8 bei denen sich auch etwas zeigt.

Durch diesen Test kann man sehen wie weit diese Kamera auszureizen ist. Ich wünsche allen die ihn nachmachen viel Spaß und Erkenntnis.